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Bad Buchau am Federsee

Zu wenig Polizei im Landkreis, das hat Folgen.

Polizei beklagt Belastung
Großeinsätze wie Stuttgart 21 bringen Überstunden für die Beamten in der Region
Dauereinsatz:                   Polizei beklagt Belastung

Melanie Braith – Bad Waldsee Die Polizei im Südwesten ist nach Überzeugung der Deutschen Polizeigewerkschaft völlig entkräftet und kann vielerorts nicht mehr für Sicherheit sorgen (die SZ berichtete). Auch für die Beamten in der Region ist das vergangene Jahr ein belastendes gewesen.

Zur alltäglichen Arbeit hinzu kamen Großeinsätze wie beispielsweise Stuttgart 21 oder die Castor-Transporte. „Auch von uns wurden Beamten zu diesen Einsätzen abgezogen“, erinnert sich Polizeipressesprecher Peter Korn. „Es waren auch Kollegen aus Bad Waldsee und Altshausen dabei.“

Für die Kollegen vor Ort sei da natürlich zusätzliche Arbeit angefallen. „Es waren belastende Einsätze“, so Korn. Man habe versucht, den Alltag über flexible Arbeitszeiten zu regeln. „Nur so haben wir es gewährleisten können, dass die Arbeit nicht gelitten hat.“

In Bad Waldsee gibt es noch einen eigenen Polizeiposten. Hier arbeiten 17 Beamte. Der Polizeiposten ist für die gesamte Stadt Bad Waldsee zuständig sowie für den Bereich Bergatreute. Besetzt ist der Polizeiposten Montag bis Donnerstag von 7 bis 0.30 Uhr, Freitag und Samstag durchgängig und Sonntag von 10 bis 20 Uhr. „Das sind aber nur die Standartzeiten“, sagt Korn. „Im Bedarfsfall wie zum Beispiel bei größeren Veranstaltungen, werden die Zeiten angepasst.“

In Aulendorf gibt es keinen eigenen Polizeiposten mehr. Der Posten in Altshausen ist für die Stadt zuständig. In Altshausen arbeiten acht Beamte. Sie betreuen neben der Stadt Aulendorf auch noch 13 andere Gemeinden wie Ebersbach-Musbach, Fronreute und Wilhelmsdorf. Das Gebiet klingt zunächst größer, muss aber laut Korn in Relation zu den Einwohnern gesetzt werden. Auch die Grenzen dürfe man nicht so eng sehen. „Wenn Verstärkung gebraucht wird, wird keine Streife wegen einer Grenze halt machen“, so Korn. „Da hätte ja auch kein Mensch Verständnis dafür, wenn das so wäre.“

Der Polizeiposten Altshausen ist die gesamte Woche über von 7.30 Uhr bis 20 Uhr besetzt. Außerhalb der Öffnungszeiten der beiden Posten übernimmt das Polizeirevier Weingarten das Gebiet mit.

Ein normales Wochenende

Pro Bezirk sind am Tag immer ein bis zwei Streifen mit je zwei Beamten unterwegs. Nachts ist so lange der Waldseer Polizeiposten besetzt ist auch im Bezirk Bad Waldsee unterwegs. Ist der Posten nicht besetzt, fahren die Beamten des Weingartener Reviers Streife.

Was sich in einer Nacht in Bad Waldsee und Aulendorf so alles ereignet, sehen sie im Polizei-Ticker rechts. Am vergangenen Wochenende wurden die Beamten von Altshausen und Bad Waldsee zu 17 Vorfällen gerufen. “Das ist ein eher normales Wochenende”, sagt Korn. “Die Zeit nach Weihnachten und vor der Fasnet ist ohnehin immer etwas ruhiger.” Auch die Menge an Gewalt, wie sie am vergangenen Wochenende vorgekommen ist, sei nicht immer so hoch. „Da war dieses Wochenende außergewöhnlich.“

Wenn die Beamten nachts nicht gerade zu Einsätzen gerufen werden, bearbeiten sie vorliegende Strafanzeigen und Verkehrsunfälle oder fahren in Wohn- und Gewerbegebeiten Streife. “Die Beamten drehen keine Däumchen”, sagt Korn. “Wir zeigen Präsenz, da legen die Leute Wert drauf.”

Wie sich die Arbeitsbelastung in diesem Frühjahr bei der Polizei entwickelnd wird, da will Korn noch keine Prognose abgeben. Es hängt auch mit davon ab, wie sich die Lage bei Stuttgart 21 entwickelt. Einen Lichtblickt gibt es für die Beamten jedoch. „Wir bekommen in diesem Frühjahr 14 neue Beamte“, so Korn. „Die Talsohle ist durchschritten.“

(Erschienen: 13.01.2011 17:25) SZ

2 Antworten auf „Zu wenig Polizei im Landkreis, das hat Folgen.“

Die demonstranten in stutttgart benötigen nur ein paar Polizisten zum verkehr regeln.
Auch die Wasserwerfer waren keine notwendigkeit um einen bauzaun aufzustellen.
Bei jedem Bundesligaspiel ist die polizei präsent….. ( ist auch ganz schön teuer ).
Ich bedaure die polizisten zwischenzeitlich, denn sie müssen immer mehr politische konflikte austragen.
Deshalb ein gut gemeinter vorschlag: Die Bahn heuert eine private Security an, die Fußballclubs ebenso.. dann werden die Polizisten auf dem Land eine große Atempause haben.

Genau! Super Vorschlag! Noch mehr sparen und privatisieren! Genau da! Soll die Polizei sich doch erholen! Private Sicherheitsdienstse her! Die sind ja sicherlich billiger als die staatliche Polizeipräsenz die wir beamtenmäßig mal schnell überall hin abkommandieren können!

Außerdem sehens private Sicherheitsdienste ja auch nicht so eng mit dem Gesetz! Die sind ja nicht verpflichtet sondern lediglich „Dienstleister“. Da kann ich meine Ruhe auch mal erkaufen… ob vor dem lautstarken Jugendlichen oder vor dem Richter!

Super Idee! Das könnten wir überall so machen!

Jetzt mal im Ernst:
@K21: Bitte keine so „sinnvollen“ Vorschläge mehr!

Gruß Uwe

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