Wort des Jahres 2010 gewählt: „Wutbürger“ oder ?

„Wutbürger“… ist das Wort des Jahres 2010. Diese Neubildung sei verwendet worden, „um einer Empörung in der Bevölkerung darüber Ausdruck zu geben, dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden“, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden ihre Entscheidung. Auf Rang zwei kam der Ausdruck „Stuttgart 21“, der die geplante Umwandlung des Stuttgarter Kopfbahnhofs in einen Durchgangsbahnhof beschreibt. Den dritten Platz nahm in Anspielung auf die Diskussion um den früheren Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin und sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ der Begriff „Sarrazin-Gen“ ein.   (welt-online)

PS … eigentlich dachte ich eher an das Bad Buchauer Wort zur BM-Wahl, darin heißt es :  „überzeugendwiedergewählt“ finden Sie nicht auch dass so ein Wort jeden freien Gedanken überflügelt. ?

One Response to Wort des Jahres 2010 gewählt: „Wutbürger“ oder ?

  1. huch sagt:

    aus einem leserbrief der SZ

    RAGNAROEKR,
    17.12.2010
    Bestätigung der Verblödungstendenz: Wutbürger
    Wutbürger – dieses Wort gibt es weder in der Zusammenstellung, noch ist es für die gegenwärtige Situation aussagekräftig. Vielmehr stellt diese Wortverbindung eine weitere Degradierung bürgerlicher Erscheinungsweisen dar: Menschen waren früher Bürger. Heute sind Menschen in der Politik Lebewesen ohne Stolz. Die Hilfsbedürftigkeit des Menschen durch die Politik ist die Provokation gegen die Bürger. Bürger sind auch nicht wütend, sondern durch Verstand geleitet. Niedrigleister in der Politik mögen gegen das Bürgertum wüten.
    RAGNAROEKR distanziert sich vom Wort des Jahres und schlägt als Unwort des Jahrzehnts „Experte“ vor. Expertentum ist heute meist überbezahltes Schädigungsverhalten. So auch hier bei der Erfindung der streitgegenständigen Wortverbindung.