Weiss wirft Verwaltung Versäumnisse vor

Technische Mängel sollen Arbeitsunfall verursacht haben – Diesch dementiert

Bad Buchau Der Arbeitsunfall eines städtischen Bauhofmitarbeiters vom vergangenen Oktober hat nun ein Nachspiel im Bad Buchauer Gemeinderat gehabt. Stadtrat Heinz Weiss äußerte in der jüngsten Sitzung den Verdacht, Versäumnisse der Stadtverwaltung hätten zu dem Unfall geführt.

Der Unfall soll sich am 24. Oktober ereignet haben, als der Bauhofmitarbeiter die Blumenkästen an den Radhausfenstern entfernte. Dabei soll er – laut Weiss – in einem Gitterkorb gestanden sein, der auf einen Schaufellader aufgesetzt sei. Wie auch Bürgermeister Peter Diesch auf Nachfrage der SZ bestätigte, sei die Plattform „durch unglückliche Umstände“ und „aus geringer Höhe“ auf den Boden gestürzt. Dabei habe sich der Mitarbeiter am Fuß verletzt.

Nun grassierten in Buchau Gerüchte, so der Stadtrat, dass „technische Mängel an städtischen Gerätschaften“ zu dem Unfall geführt hätten. Der Korb sei etwa nicht richtig montiert und die Unfallverhütungsvorschriften nicht ausreichend eingehalten worden. Und es gebe Hinweise darauf, dass der Fahrer keinen gültigen Führerschein für das Fahrzeug gehabt habe, so Weiss. Das Unglück sei zudem „von keiner neutralen Stelle aufgenommen“ worden. Weiss: „Wurde der Unfall als Bagatelle behandelt?“

„Jeder Arbeitsunfall führt automatisch zu einer Untersuchung“, entgegnete Diesch in der Sitzung. Diese sei aber noch nicht abgeschlossen worden, ergänzte Hauptamtsleiter Helmut Müller, weshalb man – zumal in einer Personalangelegenheit – in der öffentlichen Sitzung keine Aussage machen könne. „Sie haben aber als Stadtrat jederzeit Akteneinsicht – kommen Sie doch mal vorbei“, wandte sich Diesch an Weiss, der förmlich Akteneinsicht beantragt hatte.

 

Gegenüber der SZ äußerte sich Diesch zu den Vorwürfen: „Technische Mängel am Fahrzeug können ausgeschlossen werden.“ Die letzte Abnahme nach den Unfallverhütungsvorschriften sei am 12. Dezember gewesen – „dabei wurden keinerlei technische Mängel festgestellt“. Auch der Vorwurf, der Fahrer habe keinen gültigen Führerschein gehabt, stimme „definitiv nicht“. Der Mitarbeiter sei im Besitz eines Führerscheins für Flurförderfahrzeuge. Das benutzte Anbaugerät habe aber „in der Tat nicht mehr den Vorschriften“, seit dem Vorfall werde es „nicht mehr verwendet“.

Bei der Sitzung selbst war es allerdings weniger zu einem Austausch solcher Sachargumente gekommen. „Sie winden sich raus“, hatte Weiss Bürgermeister Diesch kritisiert, worauf dieser dem Stadtrat wiederum vorwarf, das Thema „populistisch zu Wahlkampfzwecken“ zu gebrauchen: „Sie verlassen sich zu stark auf Gerüchte und nicht auf Fakten.“

Von Annette Grüninger Schwaebische Zeitung Biberach

11 Responses to Weiss wirft Verwaltung Versäumnisse vor

  1. bedenklich sagt:

    Endlich haben wir einen Sicherheitsbeauftragten der Stadt Bad Buchau. Und Herrn Bürgermeister Diesch kann ich nur zustimmen . Wenn man sich nur auf Gerüchte verlässt ist man irgendwann selbst verlassen den nur mit Wahrheiten kommt man weiter.

  2. Zursicherheit sagt:

    Wie räumte BM Diesch zurückhaltend ein:
    Das benutzte Anbaugerät habe aber „in der Tat nicht mehr den Vorschriften“, seit dem Vorfall werde es „nicht mehr verwendet“.
    Vereinfacht ausgedrückt der Einsatz war von vorne herein verboten.

    Man muss einräumen: in der Tat hat der Weiss wieder ins schwarze getroffen. „Sicherheit“ ist keine Wahlwerbung, da bin ich mir ganz sicher.

    • bedenklich sagt:

      Das sehe ich anders wenn ein Vorfall der sich im vergangenen Oktober ereignete jetzt so aufgebauscht wird.

      • sehrbedenklich sagt:

        Unser Gemeinderat wurde im Januar in der ersten öffentlichen Sitzung im neuen Jahr von Weiss unterrichtet. Bis dato war das keinem bekannt, warum wohl.
        Muss es erst Schwerverletzte geben nein mehr Kontrolle ist angesagt und gut, Thema beendet.

  3. Ohje schon wieder sagt:

    War jetzt was dran oder nicht. Der BM selber gibt ja zu dass was dran ist nur so recht soll es keiner erfahren. Oh je schon wieder.

  4. Steffen Meisser sagt:

    Deswegen dürfen sich die Schreiber hier alle als Gemeinderat aufstellen lassen, um solche Missstände beizeiten zu beheben und aufzudecken. Endlich können diese dann eine aktive Rolle spielen und Verantwortung übernehmen!

    • Richtig sagt:

      Wenn man was ändern will muss man auch was tun. Das werden die Listen und die Wahlen zeigen.
      Allerdings ist zu vermuten, entweder ist die Buchauer Schmerzgrenze sehr hoch oder der Zweifel in die Schieflagen ist noch zu gering. Jede Gemeinde bekommt das, was sie verdient.

  5. sehrbedenklich sagt:

    „Jeder Arbeitsunfall führt automatisch zu einer Untersuchung“, entgegnete Diesch :

    Deshalb abwarten und den orginal Untersuchungsbericht einsehen wenn er dem Rathaus vorliegt . So geht Demokratie für beide Seiten.

    • zu sehrbedenklich sagt:

      „Sie verlassen sich zu stark auf Gerüchte und nicht auf Fakten.“ so Diesch.

      Die Fakten werden bei Einsicht der Unterlagen schnell geklärt sein. Bitte nichts schleifen lassen lieber Herr Weiss.
      Auch wir wollen eine ehrliche Aufklärung darüber wer oder durch wen die Fakten verdreht wurden.

    • Überaus bedenklich sagt:

      Nach so langer Zeit immer noch kein Untersuchungsbericht? Muss schon etwas ganz besonderes sein, so mit Gutachter.
      Aber Demokratie funktioniert nur dann, wenn man sich gegenseitig ehrlich unterrichtet. Diese Ehrlichkeit vermisse ich seitens von Herrn Diesch. Angesprochen wurde der Fall doch durch Herrn Weiss oder nicht? Das Rathaus hüllt sich wie immer in Verschweigen, also undemokratisch. Das sind Tatsachen, auf die man nicht warten muß.