Verfahren zur Elektrifizierung der Südbahn auf dem Gleis

Im Auftrag des Eisenbahnbundesamtes wird das Regierungspräsidium Tübingen im Januar 2012 das Planfeststellungsverfahren zur Elektrifizierung der Südbahn einleiten.

Die Bahnstrecke zwischen Ulm und Lindau wird in fünf Planfeststellungsabschnitte aufgeteilt. Für jeden Abschnitt wird ein eigenes Genehmigungsverfahren durchgeführt. Der erste Abschnitt (PFA 1) betrifft die Stadt Ulm und die Gemeinden Einsingen, Erbach und Achstetten im Alb-Donau-Kreis (siehe Übersichtskarte). Für diesen Abschnitt wird im Januar die Anhörung der Träger öffentlicher Belange und die öffentliche Auslegung der Planunterlagen eingeleitet. Näheres dazu ist den im Januar folgenden öffentlichen Bekanntmachungen in den Gemeinden zu entnehmen. Die genauen Daten der Auslegung stehen derzeit noch nicht fest.

Das Anhörungsverfahren als Teil des Planfeststellungsverfahrens führt das Regierungspräsidium Tübingen durch. Den Planfeststellungsbeschluss, der das Baurecht für die Maßnahme erteilt, erlässt nach Abschluss des Anhörungsverfahrens das Eisenbahnbundesamt.

Die „Südbahn“ (Strecke 4500) beginnt in Ulm und führt über Biberach an der Riß, Aulendorf und Ravensburg nach Friedrichshafen. Die Südbahn ist eine nicht elektrifizierte Hauptbahn in Baden-Württemberg. Sie wurde im Zeitraum von 1846 bis 1850 erbaut und von 1905 bis 1913 zweigleisig ausgebaut. Die Strecke von Ulm Hbf nach Friedrichshafen-Stadt ist 104,5 km lang. Im Bereich des Bahnhofs Laupheim West zweigt eine Stichstrecke zum Bahnhof Laupheim Stadt ab. Ebenfalls über eine Stichstrecke wird der Bahnhof Friedrichshafen-Stadt mit dem Bahnhof Friedrichshafen Hafen verbunden.
Über die eingleisige „Bodensee-Gürtelbahn“ (Strecke 4530) führt die Strecke weiter nach Lindau. Diese Strecke beginnt in Friedrichshafen Stadt und endet in Lindau-Aeschach. Sie ist 21,2 km lang. In Lindau-Aeschach bindet die Bodensee-Gürtelbahn an die zweigleisige Strecke von München über Buchloe nach Lindau Hbf an. Diese Strecke ist nicht Teil des vorliegenden Vorhabens.

Die Südbahn selbst, die oben genannten Anschlussstrecken und die Bodenseegürtelbahn sollen nach dem Stand der Technik elektrifiziert werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Höchstgeschwindigkeit von derzeit 140 km/h auf 160 km/h anzuheben, um die Fahrzeit zwischen Ulm und Friedrichshafen zu verkürzen.

Die Elektrifizierung der Strecke soll zwischen Ulm und Friedrichshafen Reisezeiten von circa 60 Minuten als Grundlage zur Realisierung des integrierten Taktfahrplanes (ITF) schaffen. Die verkürzte Fahrzeit von Ulm-Friedrichshafen verbessert die Verknüpfung mit Friedrichshafen-Basel wesentlich. Eine stündliche Umsteigeverbindung von Ulm-Basel ist angestrebt. Auch der Güterverkehr kann künftig ohne Traktions- und Fahrtrichtungswechsel in Ulm- Rangierbahnhof auf die Strecke Ulm-Friedrichshafen geleitet werden. Durch den Entfall des Traktionswechsel in Lindau-Reutin ist dann sogar ein grenzüberschreitender Güterverkehr nach Österreich und in die Schweiz möglich.

Die Strecken 4500 und 4530 stellen eine Verbindung von der Europäischen Eisenbahnmagistrale Paris –Stuttgart – München – Wien – Bratislava von Ulm aus zur Bodensee-Gürtelbahn und weiter über Lindau zum österreichischen und schweizerischen Eisenbahnnetz her. Sie verbinden damit auch die Wirtschaftsräume Stuttgart / Ulm mit dem oberschwäbischen Wirtschaftsraum, dem österreichischen Wirtschaftsraum Vorarlberg und dem Wirtschaftsraum der schweizerischen Kantonen St. Gallen und Graubünden.

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