Uni Ulm gewinnt Carolo-Cup

Angehende Ingenieure der Universität Ulm haben als Team „Spatzenhirn“ den Sieg beim Carolo-Cup in Braunschweig eingefahren. Das von 13 Studenten entwickelte autonome Modellfahrzeug „Spatz 2“ überholte die Konkurrenz, darunter Hochschulen der renommierten TU 9, in den meisten Disziplinen souverän. Bei der Rundkursfahrt legte das Modellfahrzeug, wie von Geisterhand gesteuert, 397 Meter fast fehlerfrei in den vorgegebenen drei Minuten zurück. Eine Kamera, Infrarotsensoren sowie ein Gyroskop und Sensorik zur Geschwindigkeitsmessung machen es möglich: Alle aufgenommenen Informationen werden an einen Rechner weitergegeben und dort verarbeitet, so dass der “Spatz“ nicht von der Fahrbahn abkommt und Hindernisse umfährt. Selbständig einparken kann das Gefährt im Maßstab 1:10 natürlich auch. Dabei basiert „Spatz 2“ auf dem Vorgängermodell, mit dem die Ulmer im letzten Jahr den fünften Platz erreicht haben.

„Der Sieg ist vor allem eine Teamleistung. In den letzten Monaten haben die Studenten im Rahmen eines Projektseminars das Modellfahrzeug eigenständig entwickelt. Als Institut haben wir sie in erster Linie organisatorisch unterstützt und standen für fachliche Diskussionen zur Verfügung.“, betonte der Betreuer, Marcus Konrad, vom Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik. Dabei sei die Motivation der Teammitglieder, Studenten vom fünften bis zum elften Semester, mindestens genauso wichtig gewesen wie ihr Fachwissen: „Dieses Jahr waren zum Beispiel keine reinen Informatiker im Team, deshalb haben wir uns Programmieraufgaben erfolgreich selbst erarbeitet “, so die studentischen Entwickler. Insgesamt machen sie vor allem die ausgereifte Regelungstechnik des Modellfahrzeugs für die hervorragende Platzierung verantwortlich. Zudem sei der Spatz 2 besonders kostengünstig in der Herstellung.
Neben der technischen Abnahme und den dynamischen Disziplinen, also Einparken sowie verschiedene Rundkursfahrten, mussten die Nachwuchstüftler bei einer Präsentation überzeugen. „Wir haben unser Auto zunächst vor der Jury des Carolo-Cups und dann, nach dem Sieg, beim Braunschweiger Symposium AAET vorgestellt. Dort haben uns Unternehmensvertreter beinahe nicht geglaubt, dass wir Studenten sind“, erzählt Teammitglied Fabian Weiss mit sichtlichem Stolz.

Nach zahlreichen Nachtschichten und durchgearbeiteten Wochenenden haben sich die Studenten das Preisgeld von 5000 Euro redlich verdient. Den zweiten Platz sicherten sich die Vorjahressieger, das Team GalaXis von der RWTH Aachen, weiterhin schaffte es die Westsächsische Hochschule Zwickau (Team S.A.D.I) aufs Siegertreppchen. Insgesamt waren sieben Teams in Braunschweig angetreten.

Professor Klaus Dietmayer hatte vor rund zwei Jahren die Ulmer Teilnahme am Carolo-Cup angestoßen: „Die Studenten können bei diesem Wettbewerb das fundierte, theoretische Wissen aus unseren Vorlesungen in der Praxis anwenden und vertiefen“, so der Direktor des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik.

Mehrere Mitglieder des Teams „Spatzenhirn“ bestätigen, dass der Carolo-Cup eine der besten Erfahrungen in ihrem Studium gewesen sei. Für die Titelverteidigung im nächsten Jahr suchen die „Spatzenhirne“ noch engagierte Mitstreiter.

www.team-spatzenhirn.de

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