Kategorien
Bad Buchau am Federsee

2014 geht die Stadt Bad Buchau von 197800 Euro Jahresverlust aus

 

Der Eigenbetrieb Touristikmarketing der Stadt Bad Buchau schreibt weiterhin rote Zahlen.

Für 2014 ist mit einem Jahresverlust von 197800 Euro zu rechnen. Das geht aus dem Entwurf des Wirtschaftsplans hervor, den Kämmerer Franz-Xaver Menz in der jüngsten Ratssitzung vorgestellt hat.

Zum Vergleich: 2012 lag der städtische Eigenbetrieb noch mit 8837 Euro im Minus. Auch gegenüber dem Vorjahr wird der Verlust 2014 voraussichtlich um 37400 Euro erneut wachsen.

Kämmerer Franz-Xaver Menz erklärte das Ergebnis mit „einer Reihe von kleineren Veränderungen, die sich aber doch summieren“. So werden sich die Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr wohl um 33800 Euro auf 859000 Euro addieren. Neben dem Personalaufwand in Höhe von 149100 Euro (plus 9600 Euro) werden voraussichtlich auch die Kosten für Veranstaltungen steigen. Hier plant das Touristikmarketing den Bereich der Vorträge, Führungen und Wanderungen gegenüber 2013 zu intensivieren, weshalb der Kostenansatz auf 7000 Euro (plus 4000 Euro) klettert. Gleichzeitig rechnet Kämmerer Menz mit sinkenden Erträgen: von 664800 Euro im Vorjahr auf 661200 Euro. Nicht nur die Einnahmen von Wohnmobilstellplätzen (Ansatz: 52000 Euro) seien mittelfristig im Stagnieren begriffen, auch der Fremdenverkehrslastenausgleich (Ansatz: 86800 Euro, minus 6200 Euro) „geht spürbar zurück“.

 

Gegenüber dem Vorjahr (114000 Euro) wird der Eigenbetrieb 2014 seine Investitionen etwas zurückfahren (80000 Euro). Größter Brocken ist die Sanierung des Archäologischen Moorpfads für 40000 Euro. Dabei handle es sich nicht nur um kosmetische Eingriffe, blickte Menz voraus: „Wir müssen richtig an die Substanz.“ Für eine zusammenhängende touristische Beschilderung, dem Ausweis des Unesco-Weltkulturerbes etwa von der B 30 aus, werden 30000 Euro veranschlagt. Hier sei das Genehmigungsverfahren äußerst komplizierte, berichtete Ordnungsamtsleiter Norbert Moll. Er hoffe dennoch darauf, dass es bis zum Sommer klappe.

Tourist-Info unter neuer Leitung

 

Daniela Maier ist die neue Leiterin der Tourist-Information Bad Buchau. In der Ratssitzung hat sich die Betriebswirtin erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Maier übernimmt für zwei Jahre die Mutterschutzvertretung von Miriam Buckenmaier. Sie hat Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Tourismus an der Dualen Hochschule in Ravensburg studiert. Nach ihrem Abschluss 2010 war sie zunächst im Verlagsmuseum der Ravensburger AG beschäftigt, bevor sie ab 2011 die stellvertretende Leitung des Besucherservice und Ticketing im Ravensburger Spieleland übernahm. Maier stammt aus Bühl bei Baden-Baden.

Bad Buchau / grü

9 Antworten auf „2014 geht die Stadt Bad Buchau von 197800 Euro Jahresverlust aus“

4 Jahre Gemeinderat und Marketingprofi Weiss und kein Wunder ist passiert – heisse Luft versetzt keine Berge.

zu tststs

. . . mit Verlaub „Sie sind ein Depp“ . . . danke.
Manchmal muss man eben auf Augenhöhe antworten. Das habe ich als Gemeinderat direkt eingeführt wie sie sehen.

Auf Augenhöhe schimpfen – ja, das ist wohl wahr.
Aber besser wären konstruktive Vorschläge, wie es besser geht.

Soweit ich mich erinnern kann, schreibt der Tourismus immer rote Zahlen in Bad Buchau (wie wohl in den meisten Kurorten). Der Gewinn liegt in den zusätzlichen vielseitigen (kulturellen und gesellschaftlichen) Angeboten für die Bevölkerung, in der besser ausgestatteten Infrastruktur eines Ortes, bei den zusätzlich zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen und bei den wirtschaftlich höheren Umsätzen bei Handel und Gewerbe. Auch bei Gastronomie und Privatvermietern . Tourismus ist also eine Bereicherung des urbanen Lebens in einem Ort durch Dienstleitungen. Nur wenig von diesen Vorteilen fließt materiell durch Steuern und Abgaben an die Stadtkasse zurück. Daran hat sich auch nichts verändert, seit dem wir einen Tourismus- und Marketingfachmann an der Spitze unserer Stadt haben. Also bitte nicht auf kleine Lichter im Stadtrat so kräftig einblasen. Fragen Sie lieber den großen Wunderdoktor selbst, wo hier die heiße Luft ist.

Leserbrief: Wertvolle Zeit im Rat

Zum Artikel „Die große Suche nach neuen Stadträten beginnt“ (SZ vom 11. November) erreichte uns folgender Leserbrief:

Die Arbeit in einem solchen Gremium ist hochinteressant, aber auch sehr zeitaufwendig – vor allem, wenn man als Fraktionsmitglied für bestimmte Themengebiete verantwortlich ist, sie also vorzubereiten und in der Sitzung zu vertreten hat. Fraktionen, die via Fraktionssprecher agieren, nehmen Kandidaten, die Probleme haben, sich zu artikulieren, diese „Belastung“ ab.

Bevor man sich für eine Kandidatur interessiert, sollte man immer wissen, dass man sich im Falle seiner Wahl zwar unter den Stimmbürgern befindet, aber dann auch nur mit einer Stimme. Was heißen soll, dass man manchmal mit einer Euphorie in eine Sitzung geht und denkt: Nur ich habe recht. Das ist nicht so und ich habe nicht nur einmal erlebt, dass ich in der Sitzung meinen zuvor eingeschlagenen Weg geändert habe, weil ich einsehen musste, dass das, was die anderen vorbrachten, der probatere Weg war. Wenn man sich der Aufgabe mit Akribie widmet, dann sollte man auch die ungezählten (nicht bezahlten) Stunden daheim rechnen, die man benötigt, um die Vorlagen – die immer am Freitag versandt werden – zu lesen. Ich habe die Zeit als wertvoll empfunden, weil ich jetzt nicht mehr fahrlässig „Ma sott!“ sage, sondern eher die Sachzwänge, die sich manchem Wunschdenken in den Weg stellen, überblicke.

Über all die Jahre war ich auch gerne im Gemeinderat, aber gegen bestimmte Gruppierungen und Interessenverbände, die sich fraktionsübergreifend oft auch außerhalb des Gremiums formieren, hat man einfach keine Chance – da sollte sich die Zusammensetzung des Gremiums stark verändern.

Peter A. Rieger , Biberach

Ihr letzter Absatz in Ihrem Brief ist der Wahrheit ins Gesicht geschrieben.
Hier kann sich jeder selbst ernannte Gemeinderat eine große Scheibe abschneiden, aber wirklich.

Ganz unverhofft muss die Stadt rückläufige Besucherzahlen in Bad Buchau verkünden. Ein großes Minus bei allen Anbietern für Erholung und Freizeit. Natur pur und Museen interessieren weniger.
Heißt weniger Eintrittsgelder und Gebühren in allen Sparten der Stadt. Das sollte den einen oder anderen Verantwortlichen endlich wachrütteln- tut es aber nicht.

Auch in Bad Buchau formieren sich jetzt schon einige mutigen Kandidaten zum zweiten und dritten Anlauf auf einen Gemeinderatssitz. Im Mai sind Wahlen und wir können gespannt sein wer sich zur Wahl stellt. Stadtrat zu sein ist wie einem Sandkorn im Sandhaufen, weht mal der Wind ist der Haufen wie weggeblasen. Der „Verwaltungsbesen“ kehrt alles wieder zusammen und das Spiel beginnt von Neuem.
Sollte es mal nicht öffentlich sein ist alles wie vom Winde verweht.

Mutig wuerde ich es finden wenn endlich mal frischer Wind ins Rathaus einziehen würde. Wäre wirklich dringend notwendig.

Kommentare sind geschlossen.