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Bad Buchau am Federsee

Tourismus in Bad Buchau

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Problem: Welche Strategie verfolgen wir eigentlich bei der Orientierung und der Weiterentwicklung unseres Tourismuskonzeptes in Buchau? Dass Buchau und Tourismus zusammengehören ist unstrittig. Aber welche Form des Tourismus nutzt uns, gefällt uns und wollen wir alle zusammen in Buchau haben? Wurde hier jemals ein Konsens unter uns Buchauern angestrebt?

Vor 20 Jahren war noch das Thema: schafft Ferienwohnungen in Buchau und um den See. Baut die örtliche Gastronomie und Hotelerie aus. Nachdem viele unserer Bürger sich hier finanziell engagiert haben, indem sie ihre Eigenheime und Betreibe ausbauten, werden seit geraumer Zeit von Stadt und Kurbetrieben der Wohnmobiltourismus beworben und dadurch bevorzugt.

Auch dieser bringt Nutzen: Es wird in den Ladengeschäften eingekauft, es werden die Kurbetriebe genutzt – das aber taten die Benutzer der Ferienwohnungen auch. Aber der Wohnmobiltourismus bringt auch Beeinträchtigungen mit sich: Beeinträchtigung unserer Naturlandschaft v.a. am Federseesteg

Lösung: Klare und saubere Diskussion unter uns Buchauern, was wir eigentlich wollen? Wir haben in Ferienwohnungen investiert, viele stehen heute leer – wollen wir mehr oder vielleicht weniger Wohnmobiltourismus? Wir wollen breit und öffentlich entscheiden – und zwar wir Buchauer

4 Antworten auf „Tourismus in Bad Buchau“

sehr gut – aber das thema gibt es im stadtmarketing tourismus und in der tourismus-agenda bereits.
oder aber hr. weiss engagiert sich mal dort – die kreise gibt es seit jahren….

man muss nach den trends gehen – womos sind gefragt (und haben hohe kaufkraft) – aber ferienwohnungen im grunde auch – je naeher an der therme, desto besser.

und an der lage der wohnungen in kappel oder im haesel kann die stadt nichts machen – von einer bevorzugung kann man da nicht sprechen. zudem sind fewos private investitionen von quasi selbststaendigen vermietern – viele haben seit jahren nichts mehr renoviert und engagieren sich selbst aber fuer die gaeste nicht…

Stimmt so nicht, auch super renovierte stehen leer, leider. Was in der Agenda unter Stadtmarketing alles angesprochen wurde ist lobenswert, dabei ist es auch geblieben. Kompetenzprobleme über alles, übrig blieben Sprüche und keine Umsetzung. Näher an der Therme, besser wir lassen die WOMO hinter dem Thermeholzzaun parken, dort wo der Kurpark mit einer Bretterwand vernagelt ist, schön anzusehen ,oder? So könnten die Gäste direkt von Fahrersitz aus ins Thermalwasser hüpfen. Dumm nur die neuen Wohnmobilstellplätze würde keiner mehr benutzen, wären zuweit vom Wasser weg und das schöne Geld fehl investiert. Danke.

Auf dieses Thema, lieber Herr Weiss, war ich besonders gespannt. Sie sprechen von der grundsätzlichen Ausrichtung und was die Bad Buchauer wollen, wo sehen die Einheimischen ihren Nutzen, welcher Gast gefällt den Bad Buchauern? Seltsam diese Fragen… Warum fragen Sie nicht aus der Sicht des Gastes? Was können wir dem Gast bieten? Was will der Gast? Wovon hat der Gast einen Nutzen?

In der heutigen Zeit steht uns die Welt in der Regel offen. Nur die Gäste des Therapiezentrums Federsee werden meist nach Bad Buchau vom Rentenversicherungsträger überwiesen, um sich dort in die qualifizierte Reha zu begeben. Also muss sich Bad Buchau, wie alle anderen Tourismusorte auch die Frage stellen: Was haben wir dem Gast zu bieten, damit er zu uns kommt und nicht in einer anderen Gegend seinen Urlaub verbringt?

Die grundsätzliche Ausrichtung der Tourismusaktivitäten findet sich in der Beantwortung dieser Frage. Klingt natürlich einfacher, als es in Wirklichkeit ist.

Sie stellen lediglich zwei Themen in Ihrem Kommentar dar.

Ferienwohnungen waren, wie Sie richtig schreiben, vor vielen Jahren der Renner! Mittlerweile will der Gast bevorzugt qualitativ (hochwertige) Hotels, in denen er sich ein Verwöhnprogramm gönnt. Das bekommt er in einer Ferienwohnung nicht. Der Gast will sich oftmals auch morgens nicht selbst das Frühstück zubereiten müssen, sondern sich an einem schönen Buffett bedienen. Viele Appartementanlagen in Deutschland bieten Vollverpflegung an, weil die Gäste das so wünschen.

Wohnmobile liegen im Trend und wie der andere Kommentarschreiber richtig bemerkt, sind das keine armen Leute. Wer sich so ein Gefährt kaufen oder mieten kann, hat Geld und die Bereitschaft, es auszugeben. Wie hier auch schon geschrieben wurde, man muss mit seinen Angeboten mit der Zeit gehen und wenn nach einem Stellplatz bei der Therme stark nachgefragt wird, sollte man darauf regieren.

Was die Problematik mit den Bad Buchauer Ferienwohnungen anbelangt sollte man auch nicht vergessen, dass das Therapiezentrum Federsee selbst mit dem Haus in den Torwiesen eine Appartementanlage geschaffen hat und somit dieses Angebot selbst hat.

Warum hat beispielsweise ein Europa-Park mittlerweile vier eigene Hotels? Weil Herr Mack erkannt hat, dass der Park immer größer wird, an einem Tag fast nicht „zu schaffen“ ist und warum sollten dann die Leute nicht gleich im Park übernachten können? Das Nachsehen haben selbstverständlich ein wenig die Hotels in der Region um den Europa-Park.

Also es entstehen immer mehr „All-in-one“-Angebote. Die Märkte veröndern sich. Und darauf muss man reagieren.

Allerdings muss ich ergänzen, dass Bad Buchau mit seinem Bürgermeister Peter Diesch einen ausgewiesenen Tourismusexperten hat, der sicher dieses Thema immer im Blick hat. Man muss weiterhin berücksichtigen, dass Bad Buchau weder beim Therapiezentrum Federsee und beim Naturschutzgebiet Federsee, noch beim Thema Museum/ Museumsdorf und damit Archäologie direkten Einfluss auf die Entwicklung hat. Diese wird im Schwerpunkt von anderen Stellen bestimmt.

Das Thema Tourismus ist sehr vielschichtig und nicht einfach, und trotzdem meinen viele, sie könnten hier mitreden. Liegt vielleicht daran, dass sich mancher für einen Tourismusexperten hält, nur weil er gerne in Urlaub fährt… aber es ist ein gewaltiger Unterschied: Ahnung davon zu haben, wie man dieses Produkt erstellt oder Ahnung davon zu haben, wie man dieses Produkt „konsumiert“!

Ich wünsche Ihnen, Herr Weiss und allen Usern von amfedersee.de einen schönen und erholsamen nächsten Urlaub und Bad Buchau eine glückliche Hand bei den zukünftigen Entscheidungen zum Thema Tourismus.

Ehemaliger

Der Kommentar des „Ehemaligen“ gibt nicht nur Nachdenkenswertes. Er kennt sich in der Situation/Problematik allgemein und in der von Bad Buchau im besonderen ausgezeichnet aus (zumindest in der Darstellung). Mit ganz wenigen Ausnahmen, kann ich alles unterstreichen. Schade, dass er sich nur anonym zu erkennen gibt.
Aber da wären Wissensgrundlagen vorhanden, auf dem bisher Erreichten, weitere entscheidende, aufbauende und umsetzbare Entwicklungen für Buchaus Zukunft auf diesem Sektor zu ergänzen, aber auch neue praktische Schritte anzustossen. Tourismus erfolgreich umzusetzen – und das gar langfristig -, ist ein „hartes Brot“, an denen viele knabbern, aber nur wenige „Speck ansetzen“.

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