Tod in der Falltrommel : Warentest zerstört iPhone X – doch Schrott?

Montag, 13. November 2017

Tod in der FalltrommelWarentest zerstört iPhone X

Das iPhone X ist für Stiftung Warentest „kein gelungenes Jubiläums-Präsent“. Das liegt vor allem an der besonderen Bauweise des Geräts, die in einer besonders harten Prüfung zum Totalversagen führt.

In den Laboren von Stiftung Warentest müssen alle getesteten Smartphones die gleichen standardisierten Prüfungen absolvieren – egal wie edel und teuer ein Gerät auch sein mag. Jetzt war das iPhone X an der Reihe und scheiterte in einer Disziplin kläglich – was eigentlich absehbar war.

Klasse Display

Grundsätzlich sind die Warentester vom OLED-Display angetan. Dass es fast die gesamte Front einnimmt, sehe „sehr schick“ aus. Zwar sei das neue 18:9-Format gewöhnungsbedürftig und noch seien dafür nicht alle Apps angepasst. Qualitativ sei der Bildschirm aber „über jeden Verdacht erhaben: Mit seiner extrem hohen Auflösung von 1125 Pixel 2436 Pixel ist es knack­scharf und gehört zu den hellsten und kontrast­reichsten am Markt.“

Noch besser schätzt Warentest die Doppelkamera des Geräts ein, die durch den zweiten optischen Bildstabilisator noch bessere Bilder als das iPhone 8 Plus liefere. „Damit nimmt es dessen Spitzen­platz auf der Liste der besten Smartphone-Kameras ein.“ Und auch die Gesichtserkennung schneidet gut ab. Sie habe im Test zuverlässig funktioniert, schreiben die Prüfer. Das System habe die Tester auch bei wenig Licht, oder wenn sie ihr Äußeres mit Brillen oder Mützen veränderten, erkannnt. Das dem fehlenden Home-Button geschuldete neue Bedienkonzept mit Wischgesten beurteilt Stiftung Warentest neutral, einen Vorteil können die Prüfer darin aber nicht erkennen.

Der Schwächling unter den iPhones

So weit die Pluspunkte, die das iPhone X bei Stiftung Warentest sammeln konnte. Weniger gut schnitt es bei seinen Telefonfunktionen ab, weil es mit schwachen Handynetzen schlechter zurechtkomme als die 8er-Modelle. Noch kritischer sehen die Prüfer die Laufleistung des Geräts. Das iPhone X hielt nur 16 Stunden durch, während es von einem Roboter einen festgeschriebenen Testzyklus mit Telefonieren, Navigieren, Fotografieren, Youtube-Videos und Nachrichtenempfang unterzogen wurde. Das iPhone 8 kam hier auf 19 Stunden, Akku-Sieger Lenovo Moto Z Play auf fast 35 Stunden, das Galaxy S8 auf 26 Stunden.

Zum Verhängnis wurde dem iPhone X allerdings die berüchtigte Falltrommel der Stiftung Warentest. Dabei wird der Sturz auf eine Steinplatte aus 80 Zentimetern Höhe simuliert. 100 Mal muss ein Smartphone dies weitgehend unbeschadet überstehen. Doch beim iPhone X war bei einem von drei Testgeräten danach die gläserne Rückseite zersplittert, bei den beiden anderen war das Display defekt und zeigte Streifen. Warentest kürte das Handy daher „zum zerbrechlichsten iPhone aller Zeiten“. Kleiner Trost für Apple: Sein Flaggschiff ging nicht als erstes Gerät mit 18:9-Bildschirm und gläserner Rückseite in der Trommel unter. Auch Samsungs Galaxy S8, das S8+ und das Note 8 fielen zersplittert durch den Falltest. Viel Glas und schmale Rahmen sehen eben gut aus, machen ein Smartphone aber auch zerbrechlicher. Überraschend ist das nicht.

Quelle: n-tv.de , kwe

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