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Bad Buchau am Federsee

Stadtstreicher Nr. 60


Marktmeister Wunderbar, nicht nur Bürgermeister werden verabschiedet. Auch ein Marktmeister findet zumindest eine würdigende Zeitungsveröffentlichung. 33 Jahre, über eine ganze Generation hinweg, hat Erich Zoll dieses verantwortungsvolle Nebenamt nervenstark, humorvoll, ausgleichend und einfühlsam geführt. Unsere Nachforschung ergab, dass sich in dieser Zeit sehr viel verändert hat. Gerade auch beim Wochenmarkt, der bei Aufnahme seiner Tätigkeit überaus bescheiden bestückt war. Gleich geblieben in seiner Bedeutung ist der berühmte Satz aus dem Mittelalter: „Marktluft macht frei“. Hier gibt es ungeschriebenes Brauchtum und die Händler sind meist eine eigene „Zunft“. Nicht immer ganz „gewöhnlich“, durchaus selbstbewusst und auch nicht auf den Mund gefallen. Sie haben ein empfindliches Gespür für Gleichheit und Gerechtigkeit, versuchen aber immer auch einen kleinen Vorteil zu erhaschen. Da musste Zoll schon seinen Einfallsreichtum und seine „Schlagkraft“ auspacken und trotzdem einiges „einstecken“. Aber letztlich gab es eben nur einen Marktmeister, auch weil er im Rathaus seinen Rückhalt hatte. Wenn er bei seinen Kunden, den Marktbeschickern, geschätzt und anerkannt ist, so ist das aber sein alleiniger Verdienst. Besonders harte Jahre brachten für den Marktmeister die Innenstadtumgestaltung. Erst die Herausnahme des Durchgangsverkehrs durch den Bau der Poststraße und dann die eigentliche Marktplatzsanierung. Oft musste Zoll seine Standpläne umzeichnen und seine Kreativität durch Improvisieren ausschöpfen. Trotzdem konnte natürlich Unruhe bei den Standbesitzern nicht ganz vermieden werden. Nur mit dem Versprechen, dass es später wesentlich mehr Platz geben und viel besser, schöner und komfortabler auch für den Markt würde, konnte dies überbrückt werden. Aber auch diese wichtige Übergangszeit wurde von Zoll gemeistert. Ja, konnte überhaupt nur von ihm so stilvoll und bravourös überbrückt werden. Als Stadtstreicher haben wir vieles um den Buchauer Markt aufmerksam verfolgt und sagen danke, einen vielfältigen und unvergessenen Dank.

Bürgerversammlung Nun die Bürgerversammlung ist gelaufen. Das hohe Besucherinteresse ist wohl schon allein ein Indiz dafür, dass so eine Veranstaltung überfällig war. Es bestand ein regelrechter Informations- und Erörterungsstau. Das Bedürfnis, endlich etwas Offizielles über die Objekte zu erfahren, war übermächtig. Also ein überfälliges Geschehen, auf das man lange genug warten musste und auch vom Stadtstreicher immer wieder angemahnt wurde. Die Berichte des Rathauses in „BadBuchau.de“ <Rathaus aktuell > geben einen doch umfassenden Überblick über die abgehandelte Tagesordnung. Bisher völlig ungewohnt und daher umso erfreulicher. Erstmals kann man die Überlegungen im Gemeinderat – auch Pro und Contra der Sachargumente – und damit die Entscheidungsfindung halbwegs nachvollziehen und beurteilen. Da keine allgemeine Aussprache stattfand, ist es schwer einzuschätzen, inwieweit die Bürger bei den Einzelgesprächen noch weitere eigene Anregungen vorbrachten oder Bedenken äußerten. Vielleicht haben sich die Bürger auch nur auf die Schulter geklopft?

Dies ist allerdings beim Götzburgareal sowieso unbedeutend, da der Gemeinderat einen Tag vor der Bürgerversammlung den Bebauungsplan bereits beschlossen und damit Tatsachen aufgetischt hatte. Zumindest die Vorstellungen der Stadt sind jetzt aber klar aufgezeigt. Die Planungsgestaltung hat sich verbessert und die vorgesehene mehrfache Nutzung ist für diesen wichtigen Platz akzeptabel. Ob die angedachte Nutzung Markt und altersgerechtes Wohnen zusammenpassen und sich diese Ideen, voll, teilweise oder überhaupt umsetzen lassen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Stadt hat zwar die Planungshoheit ist aber nicht der Eigentümer und der Ausführende. Wird die entgegen kommende Planung und der städtische Zuschuss allein ausreichen, die Kuh vom Eis zu bringen? Ob der nicht gerade billige Ankauf des früheren Stocker Grundstückes durch die Stadt jetzt noch etwas günstig beeinflussen kann? Wenn alles so verwirklicht werden kann, wie in der Bürgerversammlung so bunt und einträchtig vorgestellt, wäre es ein wirklich achtbares Ergebnis. Wenn nur der Markt kommt allerdings recht bescheiden. Warten wir ab und fiebern wir weiter.

Beim Kindergarten kann man nur hoffen, dass sich die Baukosten nach der Planung nicht noch weiter steigern. Innerhalb weniger Wochen steigerte sich das Vorhaben um die Kleinigkeit von einer halben Million Euro von 2,8 auf 3,3 Millionen. Das sind fast 18%. Die Kosten steigern sich schneller als bei Stuttgart 21.

Diesch und Weiss

Nun dass der Bürgermeister eher ein Gegner von „amfedersee.de“ ist, ist bekannt. Das verhindert allerdings nicht, dass immer wieder einmal ein schönes Foto von Ihm hier veröffentlicht wird. Also so eine kleine Werbung ist halt immer gerne gesehen, egal von wem. Es sei dem BM gegönnt. Allerdings sehen das seine Anhänger gar nicht gerne. So ein Foto mit Stadtrat Weiss zusammen in Eintracht und in gelöster Stimmung ist natürlich schon eine schwer verdauliche Kost für alle Hardliner. Aber jetzt gönnt doch Eurem BM auch mal eine kleine Freude mit seinem alten „Freund“ Weiss . Sie werden einander nicht gleich um den Hals fallen oder einen Bruderkuss tauschen. Und wenn?