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Bad Buchau am Federsee

Stadtstreicher Nr. 59

Stadtstreicher Nr. 59

§ 20 a Gemeindeordnung für B.W.

Bürgerversammlung (Auszug)

1. Wichtige Gemeindeangelegenheiten sollen mit den Einwohnern erörtert werden. Zu diesem Zweck soll der Gemeinderat in der Regel einmal im Jahr, im Übrigen nach Bedarf eine Bürgerversammlung anberaumen. ……

Jetzt endlich ist es wieder so weit, Bürgerversammlung in Bad Buchau. Interessant ist allerdings die Einladung unseres Bürgermeisters für diese Bürgerversammlung im Federseejournal vom 23. November schon. Ein wirklich einmaliger Einstieg. Wirft er darin doch den Bürgern nun auch noch vor, sie würden zahlreiche Gerüchte und Fehlinformationen in der Stadt kursieren lassen. Also mit anderen Worten ausgedrückt, man würde völlig uninformiert nur leeres Stroh dreschen. Da habt Ihr‘s. Wer hat uns denn Informationen vorenthalten? Eure Langmütigkeit und Euer Warten auf Sachaufklärung werden zum Bumerang umfunktioniert. Aber nun gilt‘s. Jetzt muss diese einmalige Möglichkeit des Informationsaustausches aus erster Hand auch genutzt werden, damit endlich Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden sind. Die Dichtung, das ist das gedroschene Stroh und die Wahrheit wird der Bürgermeister verkünden. Warum dann noch anregende Gespräche, frage ich mich? Die Sache ist doch schon völlig abgeklärt. Oder wagt gar jemand an der verkündeten Wahrheit des Bürgermeisters zu zweifeln? Es gibt doch sicher nur eine Wahrheit, nämlich die des Rathauses.

Wie heißt es in der Gemeindeordnung? Wichtige Angelegenheiten sollen mit den Einwohnern erörtert werden. Erörtert? Da ist doch irgendetwas nicht richtig verstanden worden? Oder doch? Es heißt ja nur „Soll“. Eine Bürgerversammlung kann also durchaus auch ein Befehlsempfang der Wahrheit sein und keine Erörterung zur Meinungsbildung der Bürger. Hier gilt ebenfalls, überall wird das anders praktiziert. In Bad Buchau ist es eben der Weg Diesch. Das sind wir gewohnt und er hat sich eingespielt. Also bitte keine Wehmut. Glauben Sie halt einfach an die Verkündigungen unseres Bürgermeisters, wenn Sie schon an der Kirche zweifeln. Er wird’s schon richten. Alles klar, oder?