Stadtstreicher Kolumne Nr. 87

Texas im Oberland und am Federsee – einmalige Zukunftsentwicklung steht bevor – tiefschürfende Gedankenspiele des Stadtstreichers.

Man hört es in größeren Abständen immer wieder. Erst in den letzten Tagen wurde es erneut von den Geologen bestätigt, das Oberland ist unterirdisch ein Wasser-, Öl- und Gasspeicher von nicht unerheblichen Ausmaßen. Nun in den vergangenen Jahrzehnten hat man auch schon gebohrt und auch schon gefördert (Bereich Pfullendorf/Ilmensee und anderswo). Bei Aulendorf hat man vor ca. 30 Jahren nach Öl gebohrt und einen Thermalwasserspeicher entdeckt. Da hatten wir bei unseren Thermalwasserbohrungen 1985 und 2005 ja unwahrscheinliches Glück, dass wir in Bad Buchau kein Öl gefunden haben. So völlig unvorbereitet. Stellt Euch mal vor, ein Ölbad in unserer schönen Thermenlandschaft. Dabei sind unsere Gäste schon bei einem Moorbad mit Afrikanern zu verwechseln. Ein Ölbad wäre ja noch schlimmer als ein Sektbad in der Keltensauna.

Was stand da am 17. November (also nicht am 11.11.). in der SZ zu lesen:“Bürger wehren sich gegen Gas- und Erdölförderung – Unternehmen vermutet große Ölvorkommen am Federsee.“ Später wird diese Meldung noch präzisiert: Man vermutet fünf Millionen Barrel Öl, die im Bereich Bad Buchau/Bad Schussenried vorhanden seien. Das ist ja unglaublich. Jetzt weiß ich auch warum in den Moorgräben und auf den Wiesen immer wieder Ölschlieren auftauchen. Da hieß es bis jetzt, das sei ein Zersetzungsprozess bestimmter Algen. Von wegen. Das sind die aufsteigenden Petro-Dollars aus dem Untergrund. Unsere geheime Federseewährung nach der Euro-Kriese (eine eigene Währung hatten wir schon mal bei der Inflation in den zwanziger Jahren).

Es ist also höchste Zeit, dass wir nun doch umsteigen. Die Zeichen der Zeit aufnehmen und weiter entwickeln! Das Thermalbad sollte beim nächsten Umbau unbedingt zu einer Ölraffinerie umgestaltet werden. Aber vielleicht sind die im Moorheilbad auch schon weiter als man denkt. Man forscht ja angeblich an einer Geotherme. Das ist wahrscheinlich nur ein unverfänglicher Deckname für die in Zukunft aufgehende Ölförderung. Wer hätte je an einen solchen Reichtum im Oberland gedacht. Moor-, Thermalwasser- und Ölbad. Wer da nicht in jeder Beziehung völlig gesund wird, gehört tatsächlich in die Schloßklinik zur psychosomatischen Behandlung. Aber die ist auch in Bad Buchau. Also wir sind total krisenfest und einmalig aufgestellt. Wenn man bis jetzt auch noch nichts merkt in unserer Stadt. Aber die Zukunft wird phantastisch. Bleibt nur noch die völlig unwichtige Frage: Macht bei den Ölfördertürmen im Federseegebiet der Naturschutz und die Denkmalpflege mit? Die wollen ja nicht einmal den neuen Parkplatz genehmigen. Da ist es vielleicht doch besser, wenn in der Nachbarschaft auf der Schwäbischen Alb ein Atomendlager hinkommt. Hier könnten wir als Bad dann längerfristig noch auf ein viertes Bein aufbauen: nämlich auf Radiologie.

Ob all diese Gedankenspiele bei unserem Gemeinderat überhaupt schon angekommen sind, darf bezweifelt werden. Das müsste nämlich alles sehr systematisch vorbereitet und geplant werden. Und da sind unsere Volksvertreter nicht die Stärksten. Dabei könnte man in den leeren Schaufensterscheiben die Zukunftspläne der Stadt bestens präsentieren. Dann wäre es endlich an der Zeit, sich tatsächlich um eine Landesgartenschau zu bewerben. Bei der derzeit überaus zufriedenstellenden Finanzlage unserer Stadt, kein Risiko. Wenn die Bohrfördertürme, tatsächlich gut eingebettet in eine schöne Gartenlandschaft, erstellt würden, wäre vielleicht auch der Naturschutz zu gewinnen. Bei einer solchen Entwicklung bei uns wäre Stuttgart 21 nur ein Pinaz……….. Als Stadtstreicher werde ich da völlig aufgeregt und fürchte natürlich um meine vom Landratsamt bereits abgesprochene Gartenlaube im Taubried. Aber immerhin darf dort jetzt der Wald nach den Holzeinschlägen wieder aufgeforstet werden. Schließlich braucht man den Wald, um in einigen Millionen Jahren neue Energiequellen im Federseegebiet zu finden. Das ist vom Naturschutz wirklich sehr weitsichtig gedacht. Also keine Vorwürfe mehr, diese Vertreter würden Bad Buchau platt machen wollen.

Bad Buchau – reif für den nächsten Nobelpreis

Platt bin ich allerdings, als ich las, das renovierte Lehrschwimmbecken in der Federseeschule habe rd. 2 Millionen verschlungen. Wirklich überaus großzügig. Aber ein aufgeweckter Geist in einem trainierten Körper hat halt seinen Preis. Da war die Sanierung des Freibades vor ein paar Jahren im Verhältnis zur Nutzung ja zum Taschengeld möglich. Da soll einer sagen, die Stadt würde zur Förderung und Bildung unserer Jugend nichts ausgeben. 5,2 Millionen für die Federseeschule und 3,2 Millionen für das Kinderhaus. Das sind nur 8,5 Milliönchen Euro und der Mensaanbau steht auch noch auf dem Programm. Da kann man nur hoffen, dass aus dem Federseegebiet endlich wieder einmal ein Nobelpreisträger hervorgeht. Also liebe Kinder und Jugendliche, lasst mal die Köpfe rauchen.

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