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Bad Buchau am Federsee

Stadtstreicher Kolumne Nr. 81

Stadtstreicher Nr. 81

In „amFedersee.de“ spielt die Bürgermeisterwahl in Biberach eine nicht unbedeutende Rolle. Vielleicht haben wir in Bad Buchau ja mehr Interesse für die OB-Wahl in Biberach als bei unseren Bürgermeisterwahlen. Was auswärts geschieht ist manchmal bewegender als im eigenen Ort. Vor allem kann man sich hier erlauben, frei weg das zu sagen, was man bei uns verschweigt. Eigentlich schade. Aber Bad Buchau hat eben sein ganz eigenständig erprobtes Profil „hinter vorgehaltener Hand“ zu diskutieren. Das umgebende Moor verschluckt aber auch alles.

Die Ferienzeit geht so langsam zu Ende. Zumindest im August hat die Sonne uns zusätzlich verwöhnt. Ruhig war die Zeit nicht für Jeden. Denkt man bloß an die vielen Feste, die in dieser Erholungsphase abgehalten wurden. Ohne Unterbrechung geht bei uns das Feiern das ganze Jahr hindurch. Man glaubt gar nicht, aus welchen Anlässen sich nicht ein Fest machen lässt. Der Einfallsreichtum kennt hier keine Grenzen. Aber auch sonst war nicht überall Stillstand. So hat man in der Ferienzeit den Schulwegeplan sehr verantwortungsvoll erarbeitet und sogar als Faltblatt schön und bunt gestaltet. Die Freiwillige Stützpunktfeuerwehr Bad Buchau hat eine moderne Drehleiter bekommen, damit Heinz Weiss seine Panoramabilder leichter aufnehmen oder in Zukunft sich einen besseren Überblick über unser Geschehen erarbeiten kann. Am Kindergartenneubau haben die Bauarbeiter ohne Unterbrechung geackert, was das Zeug hält. Selbst bei über 35 Grad Sonnenhitze. Dafür konnte das Städt. Freibad Auferstehung feiern und wieder einmal seine wichtige Bedeutung hervorheben. Nur die Minigolfanlage kommt nicht so richtig in Schwung und führt selbst bei größter Sommerhitze ein Schattendasein. Deswegen hat die Stadt dort auch die letzten Schattenspender noch entfernt. Dafür braten jetzt die armen Wohnwagenbesitzer am dortigen Standplatz so vor sich hin, bis sie gar sind. Naja, man kann es einfach nicht allen recht machen. Die Benzinpreise haben sich auch den sommerlichen Temperaturen gut angepasst. Federseemuseum und Bachritterburg überschlugen sich mit Sonderangeboten. Die Bachritterburg wurde sogar von fremden Horden „überfallen und abgebrannt“. Das besorgten früher die Buchauer alleine. Aber die Zeiten ändern sich. Heute haben wir genug mit uns selbst zu tun, wenn wir mit Feuerstein und Zunder in unserem Weltkulturerbe „a reachts Feuerle“ machen wollen. Günstige, wenn auch nicht brandgünstige Angebote bieten unsere Hotels in dem neu aufgelegten Faltprospekt übersichtlich als Pauschalangebote an. Wie wäre es denn, in den schlechter besuchten Monaten einen zusätzliche Rabatt als weiteres Lockangebot anzubieten? Vergessen? Es gäbe noch so manche Gegebenheit aus der Ferienzeit, benannt zu werden, aber zu politisch sollte man da nicht werden.

Ach so, jetzt warten wir nach den Sommerferien auf den Beginn der Abbrucharbeiten beim Götzburgareal. Es wäre eine günstige Gelegenheit jetzt bei den kommenden Herbstnebeln diese staubige Arbeit zu vollziehen. Über die finanziellen Hintergründe dieses Deals zu blicken, ist diese Jahreszeit wohl auch besser geeignet. Hier hat der Bürgermeister noch ein Versprechen zur Aufklärung einzulösen. Sicher ist nicht nur der Stadtstreicher auf die kommenden Wochen gespannt, was da alles abgefahren wird. Aber bis jetzt weiß, dank der Geheimpolitik unseres Rathauses niemand ganz gewiss, ob es tatsächlich soweit kommen wird. Die Spannung hat aber einen neuen Höhepunkt erreicht. Da wird uns nicht einmal die OB Wahl in Biberach ablenken können, fürchte ich.

Die einzig wirklich Betroffene des Sommerlochs jedoch war eindeutig die Schwäbische Zeitung und ich als deren eifriger Leser. Die vielen Wiederholungen von gleichen Artikeln, die vor 14 Tagen oder einer Woche schon einmal erschienen waren oder auch am gleichen Tag sogar zweimal auftauchten haben mich wirklich total durcheinander gebracht. So konnte ich den August tatsächlich zweimal durchleben, weil ich immer wieder gedanklich zurückgeworfen wurde. Ich dachte immer, da war doch schon einmal ….. . So betrachtet ist der Monatspreis unserer einzigen Tagespresse wirklich sehr günstig. Aber nein, selbst unter solch einmaligen Voraussetzungen macht man auch noch eine Lesegemeinschaft.