Stadtstreicher Kolumne Nr. 77

Schon wieder eine kleine „Schnappszahl“ beim Stadtstreicher. Beim Skatspielen gibt es hier eine Freirunde. Allerdings glauben wir nicht, dass wir hier einen Spender finden. Aber das Geschehen in Bad Buchau ist auch viel zu ernst, als dass wir auf solche Gepflogenheiten Rücksicht nehmen können.

Feuerbestattung

Kaum zu glauben, aber noch vor den Sommerferien hat sich der Gemeinderat in seinen schnuckeligen Platz (  Artikel SZ – Satz von Ordnungsamtsleiter der „einen wirklich schnuckeligen Platz“ auf dem Friedhofsgelände entdeckt hat im Februar 2011.  ) zurückgezogen. Bei dem schnuckeligen Platz  handelt es sich um die neuen Urnengräber auf dem Friedhof. Wer hätte nach eineinhalb Jahren gedacht, dass man sich daran tatsächlich noch erinnert. Also nicht nur Gottes Mühlen mahlen langsam, auch unser Rathaus, wie sattsam bekannt, bewegt sich im Schneckentempo. Und das in unserer schnelllebigen Zeit. Irgendwann muss man da wohl den Anschluss an die Gegenwart verpassen oder zumindest mit nicht aufholbarem Abstand hinter her hächeln.

Auf dem Friedhof hat man viel zu wenig Platz für Bestattungen, deshalb hat man schon vor Jahren Grünanlagen herausgerissen und Gräberfelder angelegt. Das ist auch jetzt wieder ein (künstlich aufgebauschtes) Problem. Platzmäßig überaus beengt und auf wenige Quadratmeter zusammengepfercht aber dafür pietätvoll soll das alles gestaltet werden. Eine Stelenanlage und keine „Schließfächer“ wird es geben. Für eine solch wichtige Infrastrukturmaßnahme unserer Stadt, oder besser gesagt für unsere Verstorbenen, braucht man eben seine Zeit für „großzügige“ Lösungen. Schließlich ist es ja auch eine Ruhestätte für die Ewigkeit. Als Lebender sollte man sich da nicht zu sehr beeilen.

Weltkulturerbe-Funde dürfen nicht gefährdet werden (SZ vom 14.07.12)

Vor kurzem hat man da doch großartige Pläne gewälzt, wie man dieses Weltkulturerbe im Federseemuseum und deren Außenanlagen besser vermitteln könnte. Pläne, die ebenfalls schon seit Jahren im Gespräch sind, an deren Verwirklichung man kaum mehr zu glauben hofft. Jetzt urplötzlich und verdammt schnell stellt sich heraus, dass die 25 Jahre alte Klimaanlage im letzten Winter schon defekt wurde. Also bevor man an neues denkt, sollte man erst einmal das alte in Betrieb halten. 14.000,00 Euro soll das kosten. Das wirft natürlich die gesamte Finanzplanung Bad Buchaus mit rund 10.000.000,00 Euro durcheinander. Ausgeprägtes Heulen und Wehklagen geht durch den Gemeinderat. Da bringt dieses Sümmchen den Gemeinderat fast um den Schlaf, um den defekten „Kulturträger Nr. 1“ unserer Stadt wieder auf Vordermann zu bringen. Kann das sein?

Als Stadtstreicher wird das bestritten und auch eindeutig begründet. Einen Tag vor dieser „Hiobsbotschaft“, also am 13.07. steht in der SZ: „Federseesteg macht sich bezahlt“. Dank dem Fremdenverkehrslastenausgleich aber vor allem wegen der Mehreinnahmen aus den jüngst beschlossenen Parkplatzgebühren Federsee sowie den verdoppelten Gebühren für den Federseesteg konnte beim Eigenbetrieb Touristikmarketing 2011 das Defizit von geplanten 183.400,00 Euro auf sage und schreibe 49.970,00 Euro gesenkt werden. Die Stadt musste also dem Eigenbetrieb gegenüber der Kalkulation 133.430,00 Euro weniger Ausgleich erstatten. Und da macht man so ein Geschrei wegen 14.000,00 Euro unerwarteter Ausgaben beim Federseemuseum. Scheinheiliger und unverschämter kann man in diesem Gremium wirklich nicht mehr argumentieren. Die Bevölkerung wird hier veräppelt und zwar nach Strich und Faden. Oder will man hier Probleme vorschieben, die gar nicht vorhanden sind?

Vergleiche angebracht?

Übrigens hat der Stadtstreicher bei den Beschlüssen über die Gebühren Parkplatz und Federseesteg 2011 bereits darauf hingewiesen, dass die Kalkulationsvorgaben der Verwaltung „gezinkt“ sind, was die Abrechnung nunmehr ja eindeutig belegt hat. Für wie „einfältig“, werden wir denn in Bad Buchau verkauft? Wahrscheinlich ist es bei uns so wie im Bundestag beim Meldegesetz: Hinterher will es keiner gewesen sein. Dabei wusste man gar nicht was man beschließt. So etwas soll angeblich auch bei uns im Gemeinderat vorkommen. Das muss doch ein Trost für unseren fachkundigen Bürgermeister und vor allem Touristikmann sein.

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