Stadtstreicher Kolumne Nr. 57

Da hat die Fraktion der FWV es doch gewagt, in der letzten Gemeinderatssitzung eine Anfrage einzubringen. Es dürfte wohl der erste Vorstoß einer solchen Initiative gewesen sein. Und das auch noch in öffentlicher Sitzung. Man wollte wissen, wie es bezüglich Bürgerbüro/Rathausumgestaltung, Aktuelle Situation JUZE, Weiterentwicklung Federseejournal und geplanter Bürgerversammlung mit dem Schwerpunktthemen Götzburgareal und Kindergartenneubau steht. Anscheinend Themen, die auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters schon längere Zeit unerledigt parken oder nicht richtig vorankommen. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an den Stadtstreicher Nr. 55 unter dem Motto: Eile mit Weile. Um allen Vermutungen vorzubeugen, es hat keine Absprachen zwischen FWV und Stadtstreicher gegeben. Anscheinend merkt man so langsam auf breiterer Front , dass im Rathaus einiges nicht so flüssig läuft, wie man es gerne hätte, d.h. bei der Erledigung der Aufgaben immer wieder längere Denkpausen eingelegt werden, die man nicht so richtig erklären kann. Die Anfrage ist daher begründet und wirklich ein Fortschritt im Gemeinderat, die Erwähnung verdient. Hoffentlich keine Eintagsfliege. Fast schon ein Buchauer Demokratiewunder, was da passiert ist.

BM Diesch nahm auch zum aktuellen Sachstand der Fragen Stellung. So weit, so gut. Mehr ist im Federseejournal leider nicht zu lesen. Aber gerade diese Auskunft wäre natürlich nicht nur für den Stadtstreicher sondern vor allem für die Bürger interessant. Was hat der BM denn geantwortet bzw. versprochen? Was gedenkt er zu tun, um so etwas abzustellen? Die Antwort im Federseejournal ist umfassend: Schweigen im Walde! Und das soll ein Amtsblatt sein? Das Sprachrohr des Rathauses? Der Bürger fühlt sich auf den Arm genommen. So ist man halt weiter auf Vermutungen und Deutungen angewiesen. Man muss schon sagen, die inhaltliche Umgestaltung des Federseejournals ist mehr als dringend. Oder sind sie anderer Ansicht? Dann schauen sie sich einmal im Internet um, wie es andere Gemeinden handhaben. Bessere Beispiele gibt es zuhauf.

Na, also, der Biber hat auch das Federseemoor erreicht und errichtet zur Zeit einen Damm zum Schutze seiner Wohnburg beim Wackelwald in Bad Buchau. Erfreulich, wenn auch bei den Landwirten sicher mit gemischten Gefühlen begrüßt. Aber immerhin ein alter Bewohner unserer Landschaft kehrt zurück. Wann passiert das schon? Wenn schon kaum mehr Bauinteressenten für Neubauten in den erschlossenen Wohnbaugebieten vorhanden sind, so ist ein neuer Bauherr, der sein Handwerk versteht, bei uns immer willkommen. Vielleicht bringt so eine Konkurrenz, nicht nur das Baugewerbe in unserer Stadt wieder auf Vordermann. Das Rathaus sollte sich hier eine neue Werbestrategie ausdenken. Das wäre schon längst fällig gewesen, bevor die restlichen Bauflächen als Naturdenkmale ausgewiesen oder demnächst vom Biber einverleibt werden. So wird man aus Träumen aufgeschreckt. Vieles kann man von der Natur lernen. Überhaupt kann man – wenn man die Berichte so liest oder sich in der Stadt umsieht- langsam den Eindruck gewinnen, dass es (gegenwärtig?) im Federseemoor mit der Renaturierung wesentlich schneller vorangeht als mit der infrastrukturellen Weiterentwicklung und Attraktivität in unserer Stadt.

Überhaupt das Rathaus verwaltet halt mehr oder weniger und reagiert meist nur noch auf „Druck“, anstatt selbst aktiv und kreativ vorauszueilen. Das ist einfach zu wenig, um den Veränderungen und der Konkurrenz die Stirne bieten zu können.

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