Stadtstreicher Kolumne 126 – Aktivitäten oder Bauchlandung

Gestalterische Aktivitäten oder Bauchlandung?
Die Ausbildungsmesse durch den Amitie´-Club in Alleshausen ist zu einem echten Event im Federseegebiet und darüber hinaus geworden. Hier treffen sich die Anbieter der Region in werbewirksamer Aufmachung in der SZ im Südfinder und weiterer Werbemittel. 39 Aussteller in Alleshausen aus Industrie, Handwerk, Dienstleistung, Gesundheit, Soziales und Bildung!

Da kann sich die WGB Bad Buchau bei ihren Veranstaltungen, was Auftreten anbelangt, eine Scheibe abschneiden.

Was doch kleine Gemeinden auf die Füße stellen, wenn man etwas Einfallsreichtum hat und nicht nur darauf wartet, dass gebratene Tauben vom Himmel fallen oder sich mit leeren Händen an die Klagemauer stellt. Wer glaubt, dass man mit aufwendigen Gutachten oder vermessenen Leerständen alleine verstaubte Schaufensterscheiben füllen kann, hat die Zeit überlebt. Etwas mehr Kreativität wäre da schon angebracht und wie Alleshausen beweist, geht das sogar ohne Gutachten, dafür aber mit mehr Gestaltungswillen. Natürlich ist das unheimlich schwer, nachdem Bad Buchau durch mangelhafte Anziehungskraft sowie fehlender Angebotsvielfalt des Handels und Handwerks bei der Kundschaft schon längere Zeit ein negatives Image hat. Im Gegensatz zu Bad Schussenried, wo das Einkaufsleben noch pulsiert und auch die Bad Buchauer gerne ausweichen.
Aus der Informationszeitschrift über die parlamentarische Arbeit der CDU-Landtagsfraktion vom November 2014 (S. 8) entnehmen wir auszugsweise ein Interview mit Landtagspräsident Guido Wolf:  Frage:  Steht der direkte Draht zu den Bürgern heute mehr im Mittelpunkt als früher? „Absolut…………Wir müssen aktiv auf die Menschen zugehen, mit Ihnen reden und hören, was sie uns zu sagen haben. Vielleicht haben wir das in den vergangenen Jahren ein bisschen verlernt? Die Nähe zu den Menschen muss aber wieder unser Markenzeichen werden.“ Das passt für die Kommunalpolitik in Bad Buchau wie zugeschnitten. Bei der Vorstellung der Agenda 2014 könnte da ein Neuanfang gesetzt werden – natürlich nicht mit dem Vorlesen des romanstarken Standartwerkes, sondern in etwas konkreterer und realitätsverbundener Zwiesprache wie der nachfolgende Absatz aufzeigt.

Unser Finanzchef auf dem Rathaus hat das Jammern noch nicht verlernt (SZ vom 13.11.14).

Natürlich hat er die Aufgabe, vor zu großen Hoffnungen zu warnen. Aber er trägt doch etwas stark auf. „Auf Höhenflug folgt Bauchlandung“ oder „ein fürchterliches Werk“ und ähnliche Sprüche sollen wohl den voreiligen Durst der neuen Gemeinderäte stillen. Ein Engpass zwischen guten oder sehr guten Jahren bringt Bad Buchau nicht an den Rand des Ruins. Schließlich hat der Kämmerer entsprechende Rücklagen angesammelt. Mehr als interessant, wenn nicht gar fatal, ist das Gejammer nach der Klausurberatung der 200 seitigen Agenda unseres Bürgermeisters. Wurde da diese Realität ausgeblendet? Oder haben die beiden sich nicht koordiniert? Der eine baut Luftschlösser, der andere haut eine Vollbremsung rein? Das innerhalb eines Monats. So werden beide nicht gerade vertrauenswürdiger. Das bezeugt auch die Überraschung des Bürgermeisters: “Das habe ich in den zwölf Jahren meiner Amtszeit noch nie erlebt.“ Es war auch stets eine gute Situation! Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Aber das ist nichts Neues. Einigen wir uns auf die Formel: Auf recht hohem Niveau geht es Bad Buchau finanziell noch nicht ganz schlecht. Natürlich ist Wachsamkeit angebracht. Gegenwärtig braucht man allerdings noch nicht alle Heiligen anflehen.

 

 

 

 

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