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Bad Buchau am Federsee

Spenden für die Orgel von Bad Buchau

Puzzle: 2500 Pfeifen der Stiftskirche werden auf Vordermann gebracht

Bei Holger Wiedenmann (links) und Matthias Seredsus wird  jede einzelne Pfeife auf etwaige Beschädigungen geprüft.

Bei Holger Wiedenmann (links) und Matthias Seredsus wird jede einzelne Pfeife auf etwaige Beschädigungen geprüft. (Foto: Klaus Weiss)

Bad Buchau Einige Wochen müssen die Buchauer Kirchenbesucher nun auf die vertrauten Klänge der Riegerorgel beim Gottesdienst in der Stiftskirche verzichten. Die 1967 eingebaute Orgel bedarf einer gründlichen Reinigung.

Seit 2001 war die Generalreinigung geplant, aber immer wieder kamen dringende anderweitige Sanierungsarbeiten dazwischen, die keinen Aufschub duldeten. Nach der aufwändigen Sanierung der Orgelempore 2009, war nun kein Aufschub der Generalreinigung der Orgel mehr möglich.

Mit der Orgelbaufirma Wiedenmann aus Oberessendorf wurde ein Fachbetrieb mit der Reinigung beauftragt. „Ausreinigung“ heißt das – ein lapidares Wort, das sich beim näheren Hinsehen als ein riesengroßes Puzzle entpuppt: Die gesamte Orgel muss zur Generalreinigung abgebaut werden. Allein 2500 Orgelpfeifen, die kleinste gerade mal zwei Zentimeter, die größte mit etwas über fünf Meter und etwa 80 Kilo schwer, müssen dazu herausgenommen werden. Jede einzelne Pfeife wird mit Druckluft ausgeblasen, der austretende Staub wird dabei gleich wieder mit dem Staubsauger aufgefangen. Die Rundbürsten in verschiedenen Größen fungieren hier als Pfeifenreiniger. Die Holzteile, wie Windlatten und Rasterbretter, werden feucht abgewischt und ebenfalls auf einer der Emporen gelagert.

Penibel überprüft Juniorchef Holger Wiedenmann jede einzelne Pfeife auf etwaige Beschädigungen während Mitarbeiter Matthias Seredsus, selbst auch Orgelbauer, sich der Reinigung der Rastbretter annimmt. Rasterbretter sind die Halterungen für die einzelnen Pfeifen, auf denen die vergangenen Jahrzehnte sichtbare Spuren hinterlassen haben.

Was für den Betrachter nach Chaos pur aussieht, meint Holger Wiedenmann, hat für die beiden Orgelbauer aber durchaus System, denn schließlich müssen alle Teile nachher wieder in das leere Orgelgehäuse reinpassen. Und funktionieren sollte die Orgel auch wieder perfekt.

Aber das, so sind die beiden überzeugt, bekommen sie sicher wieder hin.  37000 Euro werden wohl für die Reinigung anfallen, sofern nicht noch gravierende Mängel und Schäden während den Reinigungsarbeiten sichtbar werden. Obwohl schon einige Aktionen zugunsten der Orgelreinigung etwas Geld eingebracht haben, die Kirchengemeinde aber keinen Zuschuss erhält, muss der gesamte Betrag selbst aufgebracht werden. von Klaus Weiss

Spendenaufruf an alle Leser von www.amfedersee.de

Wer sich noch mit einer Spende an den Kosten beteiligen möchte,kann dies bei der KSK Biberach Konto 761569 (BLZ 654050070) gerne tun.

2 Antworten auf „Spenden für die Orgel von Bad Buchau“

2.500 Pfeifen zu 37.000 Euro ergibt im Durchschnitt pro Pfeife ca. 15,00 Euro. Nach meiner Überlegung dürfte das bezahlt sein, wenn jeder Buchauer Katholik diesen Betrag spendet. Kein Problem. Oder doch? Wenn natürlich nur die regelmäßigen Kirchenbesucher eine Pfeife übernehmen, wird das kaum ausreichen. Ich schätze, da müsste mindestens jeder 100,00 Euro spenden. Da wird das schon für viele zu einer Überzeugungstat.

Kann für Herrn Weiss nur hoffen, dass er mit seiner großzügigen, edel motivierten Spende wenigstens in Bad Buchau einige Stufen in seinem Ansehen aufsteigt oder wenigstens noch viele ehrgeizige Nachahmer findet. Beides würde mich verwundern.

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