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Bad Buchau am Federsee Rathaus

Spatenstich verschiebt sich auf Frühjahr

Neuanfang auf dem Bad Buchauer Götzburg-Areal verzögert sich um halbes Jahr

Nicht viel los auf dem Buchauer Götzburg-Areal: Eigentlich hätten hier längst die Bagger anrollen sollen – stattdessen verzögert sich der Baustart für die Geschäfts- und Wohnhäuser um ein halbes Jahr.

 

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  (Foto: Klaus Weiss)

Bad Buchau Eine einsame Kabelrolle, eine Holzpalette, ein großer Kieshaufen, der sich in der Pfütze spiegelt: Auf dem Bad Buchauer Götzburg-Areal herrscht gähnende Leere. Eigentlich hätten hier schon längst die Bagger anrollen sollen. Stattdessen ist der Baustart für die Geschäfts- und Wohngebäude um ein halbes Jahr verschoben worden. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

 

Irgendwie scheint im Zeitplan des Götzburg-Projekts der Wurm zu sein. Erst verzögert sich der Abbruch der Industriebrache, der ursprünglich auf Herbst 2012 terminiert war. Nun rückt auch der für Mitte November geplante Spatenstich für Rewe- und NKD-Markt um einige Monate nach hinten. Helmut Müller, Hauptamtsleiter im Buchauer Rathaus, wirbt um Verständnis: „Schon die Verhandlungen für den städtebaulichen Vertrag haben mehr Zeit gebraucht.“ Mit Stadt, Rückbauunternehmen Libare und Investor Development GmbH waren hier gleich drei Parteien beteiligt – eine wahre „Herkulesaufgabe“ also, sagt Müller, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen.

 

Alle Missverständnisse konnten dabei dennoch nicht ausgeräumt werden. So erhielt die Libare Holding GmbH & Co. KG zunächst von der Stadt 540000 Euro für Freilegung und Entsorgung der ehemaligen Fabrikgebäude. Allerdings sei das Unternehmen der Auffassung gewesen, die Zuwendung in vollem Umfang zu erhalten, ohne den Abzug der Mehrwertsteuer zu berücksichtigen, so Müller. Weil die Nettozuwendung nicht für die Deckung der Kosten ausreichte, habe Libare um eine Erhöhung der Zuwendung gebeten: 642000 Euro gewährte die Stadt schließlich für den Abbruch, bevor das leergeräumte Gelände am 15. August fristgerecht übergeben wurde.

Nun hätte der Bau der beiden Märkte mit seniorengerechten Wohnungen eigentlich beginnen können. Doch die Schemmerhofer Activ-Development GmbH & Co. KG , mittlerweile Eigentümer des Geländes, hatte gleich mit zwei Schwierigkeiten zu kämpfen. Zum einen gestaltete sich die Suche nach einem Generalunternehmen als äußerst problematisch. Zum anderen musste das Baugesuch noch einmal geändert werden.

Bauunternehmer sind ausgebucht

„Momentan haben die Generalunternehmer eben alle volle Auftragsbücher“, sagt Frank Dörflinger, Geschäftsführer der Actic-Development: „Da war es schwierig, überhaupt marktgerechte Angebote zu bekommen.“ Zumal die Activ-Development Wert auf Anbieter aus der Region lege: „Wenn das Unternehmen vor Ort sitzt, hat man es viel leichter bei Mängelbehebungen und auch bei Baubesprechungen.“ Mit der Firma Schmid aus Baltringen habe die Activ- Development nun einen Bauunternehmen gefunden, der diese Bedingung erfülle.

Allerdings hat mittlerweile die kalte Jahreszeit begonnen, ein Spatenstich ist also frühestens im Frühjahr möglich. Gleichzeitig befasst sich der Buchauer Gemeinderat derzeit mit einer Änderung des Baugesuchs. Sie war notwendig geworden, weil sich die Wohnungen im Obergeschoss der beiden Gebäude mit bis zu 120 Quadratmeter als zu groß dimensioniert erwiesen hatten. Das habe die Vermarktung erschwert, so Dörflinger. Mit dem kleineren Zuschnitt von etwa 70 bis 75 Quadratmeter, der nun noch genehmigt werden muss, sei nun aber auch die Nachfrage gestiegen: Von den insgesamt 13 Wohnungen – zehn über dem Rewe-Markt, drei über dem NKD-Gebäude – seien bereits fünf verkauft.

Möglich geworden ist dies aber nur, weil die Buchauer Räte in nichtöffentlicher Sitzung einer Änderung des Bauzeitenplans zugestimmt haben: Die Fertigstellung der Gebäude und damit der Neuanfang auf der Götze ist nun bis 15. April 2015 vorgesehen. Etwas später also als geplant – aber insgesamt betrachtet vertretbar, wie Hauptamtsleiter Müller findet: „Jetzt haben wir 25 Jahre lang in Buchau eine Brache gehabt, jetzt kommt es auf die paar Monate auch nicht mehr an. Wichtig ist, dass hier etwas städtebaulich Sinnvolles entsteht.“  (SZ rie) Annette Grüninger

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