Sie können sie ihren Garten weiterhin gießen wann sie wollen, er wird nicht verbrennen – das sagte damals nur die Oma

 Ab heute gieße ich nicht mehr bei Nacht den Garten – alles klar liebe Oma, bitte versteh mich – danke.

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Wer bei Sonne und Hitze Blumen gießt muss mit deren Verbrennungen rechnen. Hartnäckige Gießgerüchte die kaum einem Versuch stand halten. Ich gieße jeden Tag in der Mittagshitze und seit Jahren ist noch keine Blümchen geschweige ein Bäumchen verdorrt oder etwa eingegangen. Das wäre ja die Idee wenn einem ein Strauch oder Teil einer Hecke im Garten nicht mehr gefällt. Einfach gießen bei Hitze und schon ist alles abgestorben. Das funktioniert so nicht – leider . Gras, Unkraut und Edelpflanzen gedeihen auch durch gießen bei großer Hitze.

Was die Oma immer sagte ist Gärtnerlatein:  bei Hitze gießen verbrennt die Pflanze: das ist einfach falsch und gibt es nicht! Obwohl ich das erst heute wieder am Kaffehaus gehört habe.

 

http://www.gutefrage.net/frage/rasen-in-der-mittagssonne-giessen

Ich bin seit 15 Jahren Gärtner und habe noch nie einen durch Wassertropfen verbrannten Rasen gesehen, auch keine anderen Pflanzen.

Sprengen zur Mittagszeit ist deshalb nicht zu empfehlen, weil ein Großteil des Wassers durch die Hitze direkt wieder verdunstet und gar nicht erst in die Pflanze gelangt. Abends ist die beste Zeit zum Wässern, da kann das Wasser über Nacht in den Boden eindringen und steht dem Rasen den kommenden Tag über zur Verfügung. Und GANZ WICHTIG: Nicht häufig kleine Mengen bewässern, sondern weniger oft, dafür aber stärker wässern. Sonst dringt das Wasser immer nur oberflächlich in den Boden ein und die Wurzeln wachsen nur in der obersten Bodenschicht – der Rasen wird so nie eine Trockenperiode ohne Bewässerung auskommen, da die Wurzeln nicht in tiefere Bodenschichten wachsen. Die Wurzeln wachsen nämlich der Feuchtigkeit regelrecht hinterher.

Alles klar , dann können sie ihren Garten weiterhin gießen wann sie wollen, er wird nicht verbrennen  – höchsten verdursten! Die Annahme, dass Wassertropfen auf den Blättern die Sonnenstrahlen so stark bündeln, dass die Blätter der Pflanze verbrannt werden, ist falsch. Das Gerücht hält sich aber immer noch  – allerdings nur bei einigen Feierabend-Gärtnern und die können das ja am Vormittag nicht unbedingt ausprobieren.

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Die Strahlen viel zu schwach gebündelt , um auf der Pflanze Schaden anzurichten. In Wirklichkeit ist die Form des Wassertropfens aufgrund des Gleichgewichts zwischen Schwerkraft und Oberflächenspannung flacher als eine Halbkugel (vorausgesetzt, die Oberfläche des Blatts nicht hydrophob, also sind hier Lotusblüten ausgeschlossen), was dafür sorgt, dass der Brennpunkt noch weiter hinten liegt, die Strahlen also noch schwächer gebündelt werden. Außerdem tritt hier auch noch Dispersion auf, da die Sonnenstrahlen parallel einfallen, die Tropfenoberfläche aber nicht parabolisch geformt ist. Das heißt auf deutsch, dass die Strahlen, die weiter außen auf den Tropfen treffen, gar nicht erst in den Brennpunkt gebündelt werden, sondern daran vorbeilaufen.

Wenn Wassertropfen die Sonne wirklich so bündeln würden, dass es die Blätter verbrennt, würde es uns ja auch die Haut verbrennen, wenn wir aus dem Wasser kommen. Und der Grund, wieso man beim oder nach dem Schwimmen angeblich leichter Sonnenbrand bekommt als sonst, ist, dass dann erstens die Sonnencremeschicht (auch „wasserfeste“) teilweise oder ganz weg ist und man zweitens dank der Verdunstungskälte die Temperatur viel eher als angenehm statt als brennend heiß einstuft, deshalb die Sonnenstrahlung unterschätzt und zu spät in den Schatten geht (im Gegensatz zu dem Fall, dass man nicht Schwimmen war und von der Sonne spürbar gebraten wird).

Eine bessere Erklärung für das Vertrocknen von Pflanzen, die man nur mittags gießt, wäre folgende: Die Erde ist viel ausgedörrter und die Luft viel heißer als am Abend. Also verdunstet das Gießwasser viel stärker und schafft es nicht so gut, die Erde um die Wurzeln der Pflanzen nass genug zu halten, dass die Pflanze genug davon abkriegt. Die Verdunstung von innen über die Blätter der Pflanze ist natürlich auch stärker. Das heißt, wenn man mittags statt abends gießt, müsste man schon wesentlich mehr Wasser verwenden, um dasselbe Ergebnis zu erhalten.

Die Aussage,dass die Tropfen dadurch Verbrennungen anrichten, dass sie das Sonnenlicht spiegeln, ist noch falscher, weil die Tropfen wegen ihrer gewölbten Oberfläche die Lichtstrahlen bei der Spiegelung außeinanderlaufen lassen, aber nicht zusammen (auch wieder geometrische Optik) alles klar , dann können sie ihren Garten weiterhin gießen wann sie wollen, er wird nicht verbrennen  – höchsten verdursten! Soviel zu den Stammtischparolen im Hochsommer und einigen Vertretern die das immer noch behaupten:  Der Garten verbrennt wenn er bei Hitze gegossen wird.                                         

für ganz großen Zweifler hier mal klicken:   http://www.gutefrage.net/frage/rasen-in-der-mittagssonne-giessen

 

One Response to Sie können sie ihren Garten weiterhin gießen wann sie wollen, er wird nicht verbrennen – das sagte damals nur die Oma

  1. grünerdaumen sagt:

    Ganz im Gegenteil: „Gerade in der Mittagshitze ist das Gießen besonders sinnvoll, denn der Rasen braucht bei hohen Temperaturen nicht nur Wasser, sondern profitiert insbesondere vom Kühleffekt, den das Wässern mit sich bringt“. Der Mythos beruht vermutlich ursprünglich auf einer Wasserspar-Empfehlung, die besagt, insbesondere mittags nicht zu gießen, da in der Hitze der Verdunstungsanteil höher ist und damit weniger Wasser den Boden erreicht bzw. mehr Wasser verbraucht wird.