Segensreiche Gier: EKD will auf Kirchensteuer nicht verzichten

in der aktuellen Krise – doch wenn es an die eigene Schatulle gehen soll, werden die Pfaffen widerborstig.

Kirchensteuer (Symbolbild:Imago/Steinach)

Die Reaktion war zu erwarten: Von einer Abschaffung der Kirchensteuer will man bei der evangelischen Kirche nichts wissen. Von den Vermögenden verlangt sie zwar „Solidarität“ und Sonderabgaben, gerade in der aktuellen Krise – doch wenn es an die eigene Schatulle gehen soll, werden die Pfaffen widerborstig.

Dem linksgrünen Zeitgeist konform positionieren sich gerade die Kirchenfürsten der deutschen Evangelen nicht nur pro Klimawandel, pro Migration und zeigen eine bemerkenswerte Blauäugigkeit gegenüber der schleichenden Ausbreitung des Islam, sondern nehmen auch eine wirtschaftskritische, leistungsfeindliche Haltung ein. Hohe Gewinne und Gehälter sind unmoralisch, Globalisierung und Privatisierung sind tendenziell schlecht und der Neoliberalismus eine Geißel.

Dass die beiden großen Kirchen in Deutschland zu den mit Abstand größten Grund- und Immobilienbesitzern gehören und ein nirgends lückenlos ausgewiesenes Sondervermögen im vermutlich dreistelligen Milliardenbereich an Grundstücken, Kirchen und Körperschaften besitzt, gerät da gerne in Vergessenheit – ebenso wie der Umstand, dass alleine die EKD jährlich zwischen 250 und 280 Millionen Euro von den Bundesländern als „Entschädigung“ für vor über 200 Jahren im Zuge der Säkularisierung erfolgte Einteignungen kassiert.

Kein Interesse am Leistungsprinzip

Die jährlich rund 10 Milliarden Euro Kirchensteuer, die beide großen Kirchen gemeinsam vereinnahmen, wären da durchaus zu verschmerzen. Ausgerechnet ein katholischer Erzbischof, Gregor Maria Hanke aus Eichstätt, hatte denn auch kürzlich in einem Interview gefordert, über „neue Möglichkeiten der Kirchenfinanzierung“ nachzudenken.

Widerspruch kam nun prompt – von der EKD. Die Kirche, die von anderen Verzicht und Freigiebigkeit verlangt, denkt nicht daran, auf die Steuergelder zu verzichten. Die Kirchensteuer sei ein „gewachsenes Modell“, so EKD-Chef Heinrich Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist. Wie das Portal „evangelisch.de“ schreibt, „klebe“ er zwar nicht an der Kirchensteuer, doch er sei gegen die „romantische Vorstellung“ von einer Kirche ohne Kirchensteuer und Staat. Eine solche würde bedeuten, dass die Kirche Spenden sammeln müsse, wie in Frankreich oder den USA. Dies würde angeblich zuviel „Zeit“ kosten.

Kommentare sind geschlossen.