Schloß Bad Buchau, Kinderheilstätte vor 30 Jahren

Erinnerungen-

Diese Einladung zum Tag der offenen Tür am 16.1.2011 für den Anbau an die Schlossklinik weckt Erinnerungen an vergangene Zeiten. Wer hätte sich träumen lassen, dass nach dem Aus für die Kinderheilstätte im Jahr 1981 – nach Unterkunft für Asylanten und Vietnamflüchtlingen, nach fast 10 jähriger Suche um eine neue Verwendung – in diesen historischen Mauern je wieder einmal die Fenster so hell erleuchtet wären? Eine solch dynamische Entwicklung bevorsteht? Ja, wer hätte gedacht, dass die 18.000 qm Nutzflächen der Stiftsgebäude nicht einmal mehr ausreichen würden? Dass innerhalb des Stiftsbezirks und sogar in der Seegasse noch Anbauten entstehen würden? Dass hier etwa 150 Arbeitsplätze neu entstehen? Dass das Schloss die Infrastruktur der Stadt so beleben und stärken könnte? Die Kinderheilstätte Caritasstift Bad Buchau vor der Einstellung des Betriebes 1981

25 Antworten auf Schloß Bad Buchau, Kinderheilstätte vor 30 Jahren

  1. Chameur sagt:

    An diese Zeit erinnere ich mich sehr, sehr gerne, waren doch immer hübsche Erzieherinnen dort beschäftigt. Für uns Buchauer Jungens die Gelegenheit eine nette Freundin zu finden. War immer spannend wer wohl die eine oder andere Erzieherin als Beziehung gewinnt. Heute gibt es in Bad Buchau einige verheiratete Frauen welche damals als junge Mädchen im Schloß Bad Buchau ihren Dienst antraten und Bad Buchau treu geblieben sind. Nette Erinnerung für viele hier.

  2. Harald Müller sagt:

    Ja, wer kann sich noch an das „Schwarze Loch“ inmitten unseres Stadtzentrums, neben unserer Stiftskirche, erinnern? Neben den Flüchtlingen und Asylanten hatte sich während des Rathausumbaus auch die Stadtverwaltung im Kavaliersbau einquartiert. Manche dachten auch über den Erwerb des Stiftsgeländes durch die Stadt nach. Das Städt. Verkehrsamt unter Herrn Neugebauer versuchte durch verschiedene Aktivitäten, wie Kunstausstellungen, die verlassenen Gemäuer etwas zu beleben und damit der Vergessenheit zu entreißen. Aber die denkmalgeschützten riesigen Gebäudekomplexe waren ein sehr hohes Risiko für eine Neunutzung. Der Stadt wären allein für notdürftige Unterhaltung und Heizung jedes Jahr hohe fünfstellige Kosten entstanden. Sollte man allein den Kavaliersbau für ein erweitertes (neues) Rathaus erwerben? Man befürchtete jedoch, wenn das Filetstück aus der Anlage herausgebrochen würde, wäre das restliche Areal noch fragwürdiger an den Mann zu bringen. Über zwei Dutzend „Kaufinteressenten“ wurden durch die Gebäude geführt. Die anfängliche Kaufbegeisterung war aber meist nach zwei bis drei Stunden des Durchgangs merklich abgesunken. Nach einigen Tagen folgte Absage um Absage. Auch zweifelhafte Organisationen waren an dem in sich abgeschlossenen Areal interessiert. Das wiederrum galt es zu verhindern, was nur mit dem Deutschen Caritasverband (und der Kirche) als Eigentümer möglich war. Dann, endlich 1989, hatte sich der damals sehr engagierte Altersheimbetreiber aus Maierhöfen bei Isny, Herr Karras, in diesen historischen Komplex verliebt (oder vielmehr seine Frau als Nachfolgerin des Turn- und Taxischen Schoßherrn). Er kaufte das Areal mit der Auflage eines Umbaus zur Reha-Klinik für neurologische und psychosomatische Erkrankungen. Als Pächter und Betreiber gewann er im November 1990 Reinhard Dengg aus Bad Rothenfelde, einem erfahrenen Klinikfachmann, der wiederrum mit der Moorheilbad gGmbH eng kooperierte (Therapiezentrum Federsee). Die denkmalüberwachte Generalsanierung war mit 22 Millionen DM angesetzt, kostete dann aber im Mai 1993 bei der Einweihung (Umbau mit Anbauten) fast 50 Millionen DM, was den Eigentümer Karras in den Konkurs trieb. 1994 erwarb die Moorheilbad gGmbH das Schloßareal um das zwischenzeitlich erfolgreich angelaufene Konzept der ganzheitlichen Rehabilitation (Therapiezentrum Federsee) auf gesicherten Eigentumsverhältnissen fortsetzen zu können. Nach 3 jährigem Intermezzo der RHM- Altenheim-und Klinikgruppe von Rolf-Henning Mayer, Bad Dürkheim als neuen Pächter und Klinikbetreiber übernahm dann die LVA Württemberg diese Aufgabe selbst. Seit 1998 hat sich diese Formation und dieses Konzept weiter bestens bewährt und weiterentwickelt.

  3. D.Grafen sagt:

    Vor nun 50 Jahren war ich im Schloss untergebracht.

    Ich war im Jahre 1962 im Rahmen einer Heilbehandlung in der Kinderheilstätte für 6 Wochen untergebracht. Meine Mutter war gerade beim 4.Kind im Wochenbett verstorben, so dass ich auf Grund von Trauer und Essstörungen (Untergewicht) in diesem Kinderheim zu Erholung war. Auf Grund meiner zum teil noch guten Erinnerung sind wir Kinder damals von Nonnen betreut und beaufsichtigt worden.Ich werde nie die abendliche Prozedur vergessen, wo die Kinder die Blutarmut hatten, einen Esslöffel voll Lebertran zu sich nehmen mussten (ekelhaft). Aber damals war das wohl so. Die Wanderungen durch die Schilflandschaft auf Holzstegen habe ich ebenso nicht vergessen, wie die einzelnen Streich die wir als Kinder schon inne hatten ( Reste vom Apfel in der Nonnenkleidung (Seitentasche) versteckt. Obwohl es im nachhinein sehr schön dort war, vergesse ich nie das Heimweh was wir als Kinder alle hatten. Einige mussten sogar früher wieder die Heimreise antreten. In Zimmer wo wir untergebracht waren und wo geschlafen wurde, hatten sehr hohe Decken mit einem Lampenschirm, in dem gelegentlich ein Paar Socken landeten, weil wir vor dem Schlafen gehen immer eine Socken-schlacht gemacht hatten. Zur Strafe mussten einige sodann am anderen Tag ohne Socken spielen! Ansonsten war es ein schöner Aufenthalt den ich bis heute nicht vergessen habe.

    Darum schöne Grüße aus Stotzheim an Bad Buchau a.Federsee

  4. G.Reuter sagt:

    Hallo,
    nach langem suchen im Web habe ich das erste mal etwas über die Kinderheilstätte gelesen. Auch ich habe schöne Erinnerungen an die Zeit in Bad Buchau. Ich war, als 11 jähriger im März 1972, 6 Wochen in dieser Kinderheilstätte. An viele Dinge kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, aber an die Störche, die Stege am Federsee und natürlich an das große Heimweh in den ersten Tagen, da habe ich noch eine ganz gute Erinnerung daran. An den Schulunterricht kann ich mich auch noch erinnern, wenn jemand mit dem Stuhl geschaukelt hat, ging der Lehrer unauffällig hinter den schaukelnden und schlug ihm mit einer Jacke oder einer Decke den Stuhl unter dem Hintern weg, so das man plötzlich auf dem Fußboden saß.
    Unsere Pflegerin kam aus dem Haus neben an, ihren Namen habe ich leider vergessen.
    Ich wäre froh wenn ich noch mehr über diese Zeit in Bad Buchau erfahren könnte. Gibt es vielleicht Bilder aus der Zeit, die man sich ansehen kann?
    Unsere Gruppe hieß, so glaube ich St. Michael.
    Schöne Grüße aus der Eifel

  5. Martina Dorn sagt:

    Im Jahr 1963, es war vor meinem 4.Geburtstag würde ich für 6Wochen zusammen mit meiner 11jährigen Schwester zur Erholung in dieses Heim geschickt. Noch heute habe ich diese Zeit als Hölle in Erinnerung. Meine Schwester und ich würden aufgrund des Altersunterschieds in getrennten Gruppen untergebracht. Der Schlafsaal war riesig und ich lag alleine da mittendrin. Zum Frühstück gab es nichts außer einer angebrannten Milchsuppe. Von freundlichen Nonnen habe ich nichts in Erinnerung. Nur nörgelnde genervte Erzieherinnen. Das Essen war ansonsten so schlecht, dass ich abmagerte und kurz vor Ende der Kur die Masern und darauf die Windpocken. Ich musste länger bleiben. Meine Schwester wurde alleine nach Hause geschickt. Jedoch nicht ohne eine schriftliche Mitteilung an meine Eltern. Die sich sofort mit dem Auto auf den Weg machten um mich dort raus zu holen. Lange Zeit haben mich die psychischen Folgen dieses Kuraufenthalts leiden lassen. Dies konnte ich dank Psychotherapie Gott sei Dank verarbeiten. Allerdings erst als Erwachsene.
    Erstaunlich, dass es Leute mit guten Erinnerungen an das Kinderheim gibt.

    • Bernd Walters sagt:

      Genau so war es 1962 und 1963, 6 Wochen die Hölle. Es wurde nicht wie ein Kinderheim geführt, sondern so führte man Erziehungsheime in den 50er -70er Jahre. Ich habe nur schlechte Erinnerungen an diese beiden Aufenthalte. Mieses Essen und strenge Betreuer die mit aller Gewalt versuchten unseren Kinderwillen zu brechen. Ein riesen Schlafsaal in dem wir untergebracht waren, die Bettnässer mussten die Socken über den Bettpfosten hängen und wurden nachts bis zu zweimal geweckt und gezwungen auf die Toilette zu gehen. Alle anderen wurde dabei automatisch wach. In genau diesem Schlafsaal wurde man tagsüber gesteckt wenn man seinen Teller nicht leer aß, bis er leer war durfte man den Saal nicht verlassen auch nicht zur Toilette. Hab ich persönlich durchgemacht und das Porreegemüse in den Nachtischschränken an den Betten in der oberen Schublade hinten rechts in die Ecke gedrückt. Muss irgendwann schwer geschimmelt haben. Ha, das war meine Rache für den Zwang in diesem ach so katholischem Haus. Hab damals noch Ziegenpeter (Mumps) dort bekommen und war 14 Tage auf einer Isolierstation. Einfach nur der Wahnsinn in diesem Haus. Einzig die Moorbäder und die Ausflüge zum Federsee sind mir in einiger guter Erinnerung geblieben. Das Personal war obwohl es schon ein Grundgesetz gab nicht gewillt sich daran zuhalten. In der heutigen Zeit würde ich dafür sorgen das alle Angestellten entlassen würden, und zu dem hasse ich Sie alle noch Heute. Was da abgegangen ist im Namen der katholischen Kirche war der Grundstein meines Hasses auf solche Scheinheiligkeit.

    • Gerli sagt:

      Für mich zählt der Aufenthalt in Bad Buchau auch zu den schlimmsten Erinnerungen an meine Kindheit. Einzig den See habe ich in schöner Erinnerung.
      Der Erzieherinnen und die anderen Kinder waren sehr nett zu mir, ich hatte allerdings furchtbar Heimweg und bin mehrmals davongelaufen und zu meiner Mutter zu gelangen, die in der Nähe auf Kur war. ich musste immer wieder zurück. Mein kleiner Bruder, der getrennt von mir untergebracht war, schien weniger Probleme mit der Situation zu haben.
      Wir waren dort untergebracht, weil meine Mutter zur Kur musste und es keinen anderen Platz für uns Kinder gab. Meine Indikation war dann Übergewicht (ich war bischen pumelig, aber nicht wirklich dick), was dazu führt, dass alle Kinder Nachspeise bekamen, nur ich nicht.

    • Marita sagt:

      Hallo Martina. So gute Erinnerungen habe ich auch nicht. Ich war ca 1968 als 9 oder 10 jährige dort. Mir war bis heute aber nicht bewusst dass es ein Schloss ist.Eine Erzieherin war Asiatin die mir so eine gescheuert hat dass ich fast vom Stuhl gekippt bin. . Ich lag auch in einem großen Schlafsaal.Ich kann mich Gott sei Dank nicht mehr an viele Dinge erinnern Aber an die vielen Schnecken auf der Straße bei Regen…Störche hab ich gesehen. Wir sind auch nicht viel rausgegangen, Nur hinten war ein kleiner Spielplatz .Und das Heimweh war schrecklich. 6 Wochen sind eine lange Zeit. Ohne jeglichen Kontakt nach Hause. Was unsere Eltern uns früher zugemutet finde ich heute sehr sehr schlimm.
      LG Marita

  6. E.mayer sagt:

    ich war im jahr1969 in bad buchau das war heute genau vor 46 jahren ich kann mich ja noch an vieles erinnern zum beispoiel an frl, gerrei so wie an frau neeb, ich muss sagen ich hatte eine schöne zeit kurz bevor wir heimfuhren war fasenacht ,und der umzug war sehr sehr schön danach wurde gefeiert ich war da allerdings schon 14 jaher alt ich kam dort hin nur das ich mich erholen konnte bevor ich aus der schule kam denn wir waren ja noch nicht eimal 15 jahre als wir unsre lehre beginn. ich würde mich sehr freuen wenn von dieser zeit jemand bilder hätte.

  7. Ursula Löhe sagt:

    Ich mußte 1974 für 6 Wochen mit 14 Jahren in diese Höllenkur. Ich wurde sofort von meinem Bruder getrennt und von allen Jungen. Zum Jungenhof waren sogar Gitter vor den Fenstern. Ich kam aus einer wohl behüteten Familie in die Hölle! Die teilweise asozialen Anderen Kurkinder waren kriminell und klauten in den nahegelegenen Geschäften wie die Raben und verschenkten ihre Beute an ahnungslose andere Kinder , sodass die Polizei im Haus war und alle bestraft wurden, nachdem sie bei allen Kindern die Beute eingesammelt hatten …. es war ein Abtraum für Kinder, die aus einer rosaroten Welt dahin kamen! Wir waren mit Bettnässern und fetten Kindern zusammen … und ich sollte zunehmen … denn ich wog nur 39 kg, aber war gesund. Viele Kinder hatten heimweh und die Betreuerinnen waren mega ungerecht. Einmal unterstellten sie mir, eine Schwester beleidigt zu haben , ausgeschlossen bei meiner Schüchternheit. … aber wenn ich es nicht zugäbe und mich entschuldig, würde die ganze Gruppe bestraft . Ich weinte nur noch … dann brachen die Läuse aus. Es war die Hölle und eine Frau Neeb war die Oberhexe. Ich habe auch noch Bilder von damals. Meinen Bruder durfte ich kaum sehen. Unsere Eltern besuchten uns gottseidank. Es war nichts anderes als ein großes Kindergefängnis mit teilweise kriminellen und drogensüchtigen Kindern … grauenhaft !!!!

  8. Lothar Grigorjew sagt:

    Mein Name ist Lothar Grigorjew Jahrgang 1950 , wohne in Östereich in der nähe von Insbruck seid ende Januar 2014. Urspünglich bin ich aus Delbrück Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfahlen. Damals war mein Name Lothar Thieme. Ich hatte Pfegeeltern.
    Im Jahre 1961 und 1963 von März bis Mai (6 Wochen) war ich in der Kinderheilstätte in Buchau. 1961 war ich bei der Gruppe Sankt Chritopherus und 1963 in Sankt Bonifazius und Sankt Martin. Ich war wegen Bettnässen dort. Ich mochte das Heim nicht. Es war damals sehr streng Katholisch überall nur Nonnen. Ich war Evangelisch. Aber es gab auch gute Seiten. Jeden Sonntag durfen wir mit eine handvoll Jungs alleine zum Evangelischen Gottesdienst in der Evangelische Kirche gehen. Auch die Wanderungen in der näheren Umgebung waren toll. Habe gute freundschaften geschlossen die über Jahre anhielten. Alles im allem eine gute Erholung tozt damaliger strenge. Sie hat mir geholfen. Mein Bettnässen hörte kurz nach der zweiten Behandlung im Jahre 1963 auf,
    bis heute. Im September 2014 war ich nach über 50 Jahren wieder mal in Bad Buchau,
    damals hieß es noch Moorheilbad Buchau. Das Gebäude ist immer noch das gleiche.
    Und ich finde es gut, das es immer noch medizinisch genutzt wird, Ich wünsche dem gesamten Team der „Anstalt“ alles gute für die Zukunft.

    Lothar Grigorjew 6122 Fritzens (Tirol)

  9. Holger Worpenberg sagt:

    Ich war im Januar 1965 in der Kinderheilstätte Buchau.wer hat noch Bilder,Berichte oder Unterlagen usw darüber ?.
    Liebe Grüße
    H.Worpenberg

  10. kornmeier wolfgang sagt:

    hallo an alle die von 1970 -bis 1973 diese drei jahre dort waren..also mehrmals .wollte ich mal grüßen ..mir fällt nur kein name mehr ein auch nicht von den betreuern..finde ich sehr schade ,weil die zeit dort hat mir bis heute gut getan ..also an alle ein freudiges hallo ..

  11. Holger Benscheidt sagt:

    Guten Abend, endlich habe ich diese Seite gefunden. Ich war 1971 dort zur Kur, die schrecklichste Zeit meines Lebens. Große Schlafräume, ca. 6 Betten mit Konsole auf der re. Seite, auf der li. ebenso. Sehr hohe Decken mit Hängelampen, 2 st. Die Jungs und Mädchen waren in verschiedene Abteilungen, die durch einen langen Flur getrennt waren. Eine Sr. Paula die ca. 25 Jahre alt war, ist damals so eine Art stille Postbotin im Nachtdienst und verteilte oder überbrachte Handgeschriebene Liebesbriefe, danke Sr. Paula. Im Hof gab es ein altes Karussell, ca. 3-4 Meter im Dm, von innen durch Muskelkraft angetrieben, von uns Kindern. Dort lernte ich meine erste große Liebe kennen, im einen roten Hosenanzug, Tanja Fabi*** hieß sie, und wohnte in Dortmund auf der Glück- Auf-Straße. Da wir damals nicht so viel an Kleidung besaßen, ist mir die Farbe gut in Erinnerung geblieben.
    Die Sache mit dem Socken ist mir dank dieser Seite wieder in Erinnerung gekommen, da ich einen Socken von einem Zimmerkameraden auf die Hängelampe geworfen habe.
    Welche Strafe ich dafür bekommen habe, weiß ich nicht mehr. Es gab des Öfteren Prügel für Belanglosigkeiten.
    Viele Grüße aus Gladbeck sendet Holger.

  12. gabi voigt sagt:

    Hallo ich war 1965 in der Kinderheilstätte 6 Wochen zur Kur,das war die reinste Hölle
    Ich kann mich noch an die schreckliche Zeit erinnern. Ich war 5 Jahre alt und hatte schreckliches Heimweh, habe nur am Fenster gestanden und habe geweint weil ich nach Hause wollte. Hatte sogar hohes Fieber bekommen.Ich kam wegen unter Ernährung dort hin, die haben mich regelrecht gezwungen zu Essen, ich musste so lange dort sitzen bleiben bis ich aufgegessen habe.Das Essen hatte so Mies geschmeckt das ich alles ohne zu kauen nur so runter geschluckt habe, ich kann mich noch so daran erinnern da war so eine ältere Oberin die hat mir sogar an den Haare gezogen wen ich nicht gegessen habe, das war in meinen Augen keine Kinderheilstätte, sondern ein Haus der Züchtigung. Der See war sehr schön und konnte so mein Heimweh ein bisschen vergessen lassen. Viele Grüße aus Recklinghausen sendet Gabi.

    • Holger Worpenberg sagt:

      Hallo Gabi.
      Genau das mit dem Essen habe ich auch erlebt,es war schrecklich.
      Habe auch viel Heimweh gehabt und wollte nach Hause. Alle waren sehr hart zu den Kindern. Ich war auch 1965 dort.Liebe Grüße
      Holger

  13. Jürgen Wolf sagt:

    Die Einrichtung der kath. Caritas gab es schon Ende der 40er Jahre. Im Jahr 1947, noch vor der Währungsreform wurde ich wegen Unterernährung nach Buchau „verschickt“. In dieser Zeit war jeder Ortswechsel ein Abenteuer. Hier sollten Kinder aus Mainz, die in der knappen Versorgungslage der Stadt Mainz gelitten hatten, gesundheitlich gestärkt werden. Die Frage: „War es in Buchau besser? Konnte ein fünfjähriger Junge dort „FETT“ werden?“ – Zurück betrachtet NEIN. Die sechs Wochen, die ich dort verbringen mußte, waren sehr hart. Die Betreung war lieblos, die Kost war mager und das Heimweh war groß. Heute sammele ich Gelder, um bedürftige Kinder „heimatnahe“ Betreung und Bildung zuermöglichen. Buchau war hart, hat jedoch meine Sinne und meinen Blick für die wirklich Bedürftigen geschärft.

  14. Rudi Fries sagt:

    Hallo ,
    Ich war so um 1967-1968 herum in Bad Buchau. Ich kann mich noch an unseren Betreuer, Herrn Ullrich und an Fräulein Rothaar erinnern. Herr Ulrich hat mich nach der Kur bei sich Privat eingeladen. Er hatte selbst 2 Kinder mit denen ich mich sehr gut verstanden hatte. Somit hatten mich meine Eltern noch 1 Woche dort gelassen. wir hatten dann noch ca. 1 Jahr kontakt, dann verloren wir uns aus den Augen.

  15. Petra Beinert sagt:

    Ich war auch 6 Wochen in Bad Buchau. Es war die Hölle. Die Gruppe fuhr nicht geschlossen wieder nach Hause. Sondern an einem bestimmten Tag fuhren in einer zwanzigköpfigen Gruppe 14 Leute nach hause. Die restlichen 4 Leute, die zwei Wochen später eingetroffen waren, mussten sich dann wieder auf einen neuen Großtransport in der Gruppe einstellen. Der Trennungsschmerz war schon schlimm genug. Aber mit so wenig Leuten in der Gruppe auf die nächsten neuen Leute zu warten war seelich grausam. Dazu gab es jede Menge tote Fliegen im Essen. Und war man krank und musste auf die Krankenstation, wurde man dort eingeschlossen und bekam einen Pisstopf hingestellt. Es war unzumutbar. Frau Neeb hasste mich. Es gab immer eine Person, die vor der ganzen Gruppe gedemütigt wurde. Am schlimmsten war es für mich, als unsere Gruppe mit einer anderen Gruppe und einer jungen netten Erzieherin abends ins Kino ging, und ich allein auf der Krankenstation lag, nur um nicht mit ins Kino zu gehen zu können. Als ich mal unerträgliche Schmerzen bei der Periode hatte, durfte ich mich nicht hinlegen, sondern musste noch mit diesen unerträglichen Schmerzen beim Spaziergang mit spazieren gehen. Ich kam traumatisiert wieder nach Hause. Ich bereute später, dass ich gegen Frau Neeb und Frau Dr. Wörle rechtlich nichts unternommen habe. Es waren Folterknechte. Sicher gab es auch Jungen und Mädchen, die gut behandelt wurden. Es waren Gymnasiasten. Da traute man sich keine Misshandlungen. Aber wehe den benachteiligten Menschen. (Z.B. Sonderschüler, oder denen, deren Eltern Hilfsarbeiter waren. Die waren übel dran.

  16. P. W. sagt:

    Petra W.
    Ich war schon zweimal in Bad Buchau. Die Erinnerung daran war alles andere als schön.
    Aber es gab dort auch einige nette Menschen. Die Aufenthalte waren 1972 Ostern und Hochsommer 1975.

    Namen der Leute 1972: Freundin Marina Hermsen aus Oberhausen. Ich hatte damals beim Abschied bitterlich geweint. Melde dich doch mal bei mir. Wir waren in der Gruppe St. Adelindis. Unsere Gruppenleiterin hieß Frau Neeb. Ich möchte so gern wissen, wie es dir geht. Vielleicht kann mir jemand, der Marina kennt oder kannte, mir Bescheid geben, ob sie noch lebt.
    Weiter Vornamen der Mädchen (Nachnamen weiss ich nicht mehr) Sylvia, Giesela und Renate, die sich nicht als Mädchen, sondern als Junge sah, und offenbar auch so empfand.

    1975: Leiterin Frau Neeb, weitere Erzieherin: Frau Schmiederer, damals etwa 30 Jahre alt, die ich ganz besonders mochte. Wie geht es Ihnen? Bitte melden auch Sie sich mal bei mir.
    In der Gruppe waren Sabine Beerenbrink, Hannelore Ernst, Karin Jansen, Gertrud, Maria. Auch hier weiss ich nicht mehr alle Nachnamen.

    Meine Emailadresse: Andrea.barley@gmx.de

  17. Alfred Meckes sagt:

    Hallo,
    Ich war , genau weiß ich es nicht mehr, 1964 oder 1965 in der Anstalt. 6 Wochen, um zuzunehmen. Ich erinnere mich an viele Dinge die in anderen Erinnerungen hier beschrieben worden sind. Heimweh, Angst und die Nichteinsicht warum ich überhaupt da sein musste! Zum Essen gezwungen, in Schlafräume gezwängt, aus Angst vor der Nacht 2 Socken ans Bettende gebunden und trotzdem ins Bett gemacht. Damit es keiner merkt habe ich die nasse Bettdecke versucht zu verstecken.
    Und an die strickten Ruhezeiten erinnere ich mich, die unter Zwang durchgesetzt wurden. Dabei gab es auch mal Prügel, das kannten viele der Kinder aber auch von Zuhaus.
    Um am Abend noch mal weg zu kommen habe ich mich damals oft zur Beichte gemeldet. Dösige Idee wahrscheinlich, ist mir aber im Gedächtnis geblieben.
    Gerne erinnere ich mich an das Fußballspielen im Innenhof. Das lenkte uns Kinder an von der besch…Lage. Natürlich haben wir auch gerne, wenn wir durften, am See gespielt. Wenn meine Erinnerung stimmt federte der Boden dort wenn wir Kinder rumsprangen.
    Entschuldigt meinen ungeordneten Bericht. Habe grad diese Seite gefunden und mich erinnert an diese Zeit.
    Ich komme aus Paderborn. Habe dort mit einem Jungen aus Salzgitter viel Zeit verbracht. Wir haben uns sogar durch Zufall mal in Salzgitter in einer Kirche getroffen. Falls jemand sich angesprochen fühlt würde ich mich über eine Antwort freuen!!

  18. Hallo, ich war 1971 für sechs Wochen wegen Bettnässen in Bad Buchau. Ich war noch Vorschulkind. Ich kann mich nicht mehr an viele Einzelheiten erinnern, nur dass ich großes Heimweh hatte. Die Erzieherinnen habe ich als sehr nett in Erinnerung. Bei den anderen Kindern gab es welche, die mich ständig geärgert haben und z. B. im Schlafsaal meine Kleider versteckt haben. Ich war ein sehr schüchternes Kind und konnte mich nicht wehren. Soweit ich mich erinnere, hat das aber keine Erzieherin bemerkt oder zur Kenntnis genommen bzw. eingegriffen. Na ja, die Kur hat jedenfalls gewirkt, mit dem Bettnässen war es danach bei mir vorbei.
    Ich denke noch oft an diese Zeit, denn es war schon ein großer Einschnitt in meiner Kindheit und hat sich mir eingeprägt, deshalb habe ich mal nach dem Kinderheim gegoogelt und bin hier gelandet. Ich wollte einfach mal wissen, was aus dem Heim geworden ist.

  19. Thomas Baßler sagt:

    Ich war 1972 für 6 Wochen in der Kinderheilstätte zur Kur in der Gruppe St. Laurentius. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Gewalt und Willkür bestimmten den Aufenthalt. Am Schlimmsten war eine „Betreuerin“ namens „Frau Fuch…h“, die uns morgens gerne mit „Guten Morgen Saubande“ begrüßte. Ich sollte dort eigentlich zunehmen, habe dann aber in 6 Wochen 9 Kilo abgenommen. Dann das Beten und die Sonntägliche Beichte unter Zwang und Drangsal. Ich bekam dort die Krätze, andere hatten Läuse und ich lag bei Bettnässern und Lernbehinderten. Die Briefe nach Hause wurden kontrolliert; es war die Dirktatur des Grauens. Kinder wurde mit nassen Putzlappen geschlagen. Es gab oft verschimmelte Kartoffeln und Quark. Wir Kinder waren ausgeliefert und litten unter der „Christlichen Barmherzigkeit“.

  20. Alexander Braun sagt:

    Ich war im Sommer 1974 dort, meiner Erinnerung nach Gruppe St. Michael. Anscheinend habe ich etwas Glück gehabt und bin wohl auch ein wenig in die Veränderungen der pädagogischen Atmosphäre damals „reingerutscht“, denn als Horror konnte ich das nicht empfinden, und mit dem Heimweh mussten wohl alle Kinder irgendwie zurechtkommen. Das Essen war nicht Spitzenklasse, aber in Ordnung. Die metallenen Teekannen waren mit ihren Hagebutten- und Früchtetees unerschöpflich, aber voll die Overdose! Brauchte Jahre, bis ich von mir aus wieder mal zu sowas gegriffen habe. Eine betagte Schwester erzählte uns Kids hin und wieder eine Räuberpistolen-Legende als Gutenacht-Geschichte, und wenn das Licht aus war, streiften wir aufgeputscht noch durch die Gänge, immer mit dem Nervenkitzel, erwischt zu werden.
    Im Hof war eine etwas ramponierte Minigolf-Anlage, überhaupt war Sport angesagt (Ich war eine Null! 🙂 ), die Landschaft am und um den See war wunderschön, aber nach einiger Zeit waren die Ausflüge Gewohnheit und ritualisiert.
    Ach ja, dann war da noch das Fußball WM-Finale Deutschland-Niederlande, dafür wurde extra ein Fernsehgerät (ausnahmsweise) zur Verfügung gestellt.
    Wenn jemand dabei war: Soll sich ruhig melden! 🙂

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