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Schadensträchtiger Betrug an einem gutgläubigen Rentnerehepaar

Memmingen: Rentnerehepaar übergibt Geld – „Schockanrufer“ erfolgreich

Am Dienstag, den 04.02.2020, war es in Memmingen zu einem schadensträchtigen Betrug an einem gutgläubigen Rentnerehepaar durch einen sogenannten „Schockanruf“ gekommen.
Die Ehefrau hatte einen Anruf eines vermeintlichen Bekannten erhalten, welcher ihr vorspielte, in einen Verkehrsunfall verwickelt worden zu sein und nun dringend mehrere Tausend Euro zur Abwendung einer drohenden Gefängnisstrafe benötigen würde. Um dem Betrugsgebaren eine gewisse Vertraulichkeit zu geben, meldete sich unmittelbar an dieses Gespräch eine falsche Bankmitarbeiterin, die der Rentnerin bestätigte, dass ihr „geliehenes“ Geld bereits am Folgetag wieder ihrem Konto gutgeschrieben würde. Unter dem Druck der Dringlichkeit und der vermeintlichen Notlage ihres Bekannten übergab das Ehepaar letztlich wenige Stunden später das geforderte Bargeld an ihrer Haustüre an einen vereinbarten Abholer.

Diese sogenannten „Schockanrufe“ setzen darauf, die Opfer zu unüberlegten Handlungen aufgrund des erzeugten Schockmoments zu bewegen. Den Geschädigten wird vorgetäuscht, dass sich Verwandter oder naher Bekannter in einer Notlage oder Gefahr befände, die nur durch finanzielle Hilfe der Opfer abgewendet werden kann.

Diese Betrugsmasche war in den Jahren 2014 und 2015 recht verbreitet, zuletzt verzeichnete die Polizei diesbezüglich weniger Anzeigen.

Im Jahr 2018 gab es in gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums gerade einmal einen gemeldeten Fall, 2019 dann aber bereits 34, davon einer im Unterallgäu. Im laufenden Jahr steht offenbar die Stadt Memmingen im Fokus: Es sind bereits fünf Anzeigen dazu bei der Polizei eingegangen, alle aus dem Stadtgebiet.

Im Zusammenhang mit dem oben geschilderten Fall bittet die Polizei dringend um Hinweise:
Wem ist am fraglichen Tag zwischen 10.30 Uhr und 11.30 Uhr eine verdächtige Person im Bereich der Eduard-Flach-Straße bzw. Machnigstraße in Memmingen aufgefallen, die offensichtlich ständig telefonierte und als Abholer des Geldes fungierte?

Die Person wird wie folgt beschrieben: Sie war männlich, offenbar Deutscher, etwa 40 Jahre alt und zirka 165-170 cm groß, schlank, sprach Hochdeutsch, trug dunkle kurze wellige Haare, einen dunkelgrauen Wollmantel und machte einen gepflegten Eindruck.

Die Kriminalpolizeiinspektion Memmingen hat die Ermittlungen in vorliegenden Sachverhalt aufgenommen. Zeugenhinweise werden erbeten bei der Polizei Memmingen, unter der Telefonnummer 08331/100-0.

Die Polizei rät:

  • Seien Sie bei Anrufen von vermeintlichen Bekannten misstrauisch, wenn Geldforderungen gestellt werden. Legen Sie auf und rufen Sie selbst unter der Ihnen bekannten Nummer zurück.
  • Geben Sie generell am Telefon keine Auskunft über persönliche oder finanzielle Verhältnisse. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen, Verwandten und Bekannten über diese Betrugsmasche.
  • Falls Sie einen verdächtigen Anruf erhalten, informieren Sie unter der Notrufnummer 110 unverzüglich die Polizei.