
Getreu dem Motto „Dabei sein ist alles“ wird die Polizei zu Beginn des neuen Schuljahres im gesamten Landkreis verstärkt unterwegs sein. Schulen, Bushaltestellen, Fußgängerüberwege und sonstige belebte Schülerstrecken werden verstärkt überwacht. Oberstes Ziel der Reviere, Posten und der Verkehrspolizei ist es, durch uniformierte Anwesenheit mehr Ruhe und Ordnung in die Straßen und Plätze zu bringen.
Die Polizei nimmt den Schulanfang zum Anlass für einen generellen Appell an alle Verkehrsteilnehmer. Weil die Straßen am Montag (12.9.) wieder voller als in der bisherigen Ferienzeit sind, dauert manche morgendliche Fahrt etwas länger. Also lieber früher aufstehen, einige Minuten vorher losfahren und gelassen bleiben, anstatt bei aufkommender Zeitnot schon früh morgens hektisch und nervös zu werden. Eltern und Erwachsene sollten an ihre Vorbildfunktion denken. Kinder lernen bekanntlich durch Zuschauen und Zuhören. Das fängt schon im „Eltern-Taxi“ mit dem Fahrstil von Papa und Mama an, geht weiter mit dem Verhalten von Radfahrern und Fußgängern, beispielsweise an Ampeln oder an Zebrastreifen. Absolute Negativbeispiele sind das Nichtanschnallen durch Erwachsene, der fehlende Kindersitz beim Nachwuchs oder andere häufige Verkehrssünden.

Die Polizei wird in den kommenden Tagen und Wochen im Rahmen ihrer Möglichkeiten insbesondere morgens und zur Mittagszeit präsent sein. Mit wachen Augen werden die Beamten im Bereich von Schulen auf die Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht achten, die Geschwindigkeit der an- und abfahrenden Eltern taxieren sowie die Einhaltung der Verkehrsregeln auf Radwegen, an Fußgängerüberwegen, Bushaltestellen sowie an Kreuzungen prüfen.
Im Biberacher Stadtgebiet gilt die besondere Aufmerksamkeit der Polizei wie schon im Vorjahr dem Verhalten von Radfahrern an Zebrastreifen. Die häufige Unsitte, Zebrastreifen fahrend zu überqueren, ist höchst gefährlich, wie manche Unfälle zeigen. Zur rechtlichen Klarstellung sei angefügt, dass man den besonderen Schutz auf Zebrastreifen nur genießt, wenn man zu Fuß oder mit einem Krankenfahr- oder Rollstuhl unterwegs ist. An fünf Fußgängerüberwegen in Biberach mahnen auch in diesem Jahr Zusatzschilder mit der Aufschrift „Radfahrer bitte absteigen“ zu korrektem Verhalten. Solche Schilder finden sich auf der Riedlinger Straße, Höhe Ritter-von-Essendorf-Straße, auf der Waldseer Straße, Höhe Kino, sowie an den Einmündungen Saulgauer-/Kolpingstraße, Rollinstraße/Saudengasse und Bismarckring/Pfluggasse.
Ein weiteres aktuelles Thema gerade bei jugendlichen Verkehrsteilnehmern sind Kopfhörer und Ohrstöpsel. Laute Musik im Ohr lenkt Fußgänger oder Radfahrer massiv ab, beeinträchtigt die Wahrnehmung anderer Verkehrsteilnehmer und ist im Extremfall lebensgefährlich. Aus diesem Grund verbietet die Straßenverkehrsordnung eine solche Beeinträchtigung des Gehörs und sieht für Verstöße eine Geldbuße vor.
Eltern von ABC-Schützen tun gut daran, sich schon vor der Einschulung Gedanken über den künftigen Schulweg zu machen. Eltern-Taxi, sprich die Fahrt mit dem Auto, ist die eine Möglichkeit. Dann ist es wichtig, den passenden Kindersitz parat zu haben. An der Schule angekommen, sollte man die Kleinen so aussteigen lassen, dass sie die Straße nicht überqueren müssen, sondern zur Schule hin aussteigen können. Eine andere Schulwegalternative ist ein Fußmarsch, den Experten insbesondere bei kurzen Entfernungen empfehlen. Kommt ein solcher in Betracht, sollten Eltern schon jetzt einen geeigneten Schulweg auszusuchen, diesen einige Male mit den Kindern gemeinsam gehen und diesen Tipps zu geben. Nach einigem Üben sollten die Kinder zur Kontrolle heimlich beobachtet werden.
Schulweg per Fahrrad ist ein weiteres Thema. Hier empfiehlt die Polizei, Kinder erst nach Absolvierung der Fahrradausbildung (vierte Klasse) per Drahtesel loszuschicken. Dann erst beherrschen sie Theorie und Praxis auf zwei Rädern. Was nicht fehlen darf, ist ein Fahrradhelm. Immer wieder haben es Polizei und Rettungsdienst nach Radunfällen mit Kopfverletzungen zu tun, die mit Helm nie passiert wären. Auch das Stichwort Fahrradsicherheit sollten Eltern im Auge haben. Bremsen, Beleuchtung einschließlich Rückstrahler und Klingel müssen funktionieren. Ein entsprechender Check vor Schulbeginn und gelegentliche Kontrollen schaden nicht. Eine eingeschaltete Beleuchtung ist bei den kürzer werdenden und teils schon nebeligen Tagen das Eine, helle, auffallende Kleidung das Andere. Dies gilt für Radfahrer ebenso wie für Fußgänger. Wichtig und nützlich sind auch Reflektoren. Egal, ob diese fest an Schulranzen, Kleidung und Schuhen angebracht sind oder als zusätzliche Anhänger glitzern und funkeln; die übrigen Verkehrsteilnehmer sind für einen solchen Wink stets dankbar.
Das Thema Schulweg beschäftigt nicht nur die Polizei. Auch der Landkreis, Städte und Gemeinden, Verkehrssicherheitsverbände; Schulen und Medien nehmen sich darum an. In manchen Kommunen mahnen Spannbänder und Schilder zu besonderer Vorsicht. Und auch bei Tempokontrollen muss man nicht nur mit der Polizei, sondern auch mit Messtrupps des Landkreises und der Gemeinden rechnen.
In der kommenden Woche wird die Polizeidirektion Biberach verstärkt in Sachen Verkehrssicherheit unterwegs sein. Kontrollen zum Schulanfang stehen ebenso auf den Dienstplänen der Reviere und Posten wie das Thema Sicherheitsgurt. Dass es gerade am Gurt häufig hapert, belegen vergangene Kontrollen und auch die Unfallstatistik. Die Polizei kontrolliert aber nicht nur, sie appelliert auch. Und zwar gemeinsam mit der Kreisverkehrwacht, die auf mehreren vielbefahrenen Bundesstraßen Brückenspannbänder mit dem Motto „Anschnallen! Die beste Versicherung“ angebracht hat.
Obwohl alle Vorschriften, Erfahrungen und auch der gesunde Menschenverstand für den Sicherheitsgurt sprechen, findet er im Verkehrsalltag nicht die notwendige Akzeptanz. Experten zufolge hat er es längst zum „Lebensretter Nummer 1 „ gebracht und – was viele nicht beachten: Auch Airbags bieten nur zusammen mit dem angelegten Sicherheitsgurt optimalen Insassenschutz. Dennoch wird er von rund jedem fünften Fahrzeuginsassen ignoriert. Dies stellte die Polizeidirektion Biberach bei zurück liegenden Kontrollwochen immer wieder fest. Bei stets etwa zwei Dutzend Kontrollen wurden regelmäßig zwischen 150 und knapp 300 Fahrzeuginsassen wegen des nicht angelegten Sicherheitsgurtes beanstandet. Und auch Zahlen aus der Unfallstatistik sprechen eine eindeutige Sprache. Eine Auswertung der Europäischen Union zeigt, dass das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes die zweithäufigste Ursache für den tödlichen Ausgang von Verkehrsunfällen ist. Auf Platz 1 der Ursachen liegt überhöhte Geschwindigkeit.
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