Peter Diesch wird es nicht langweilig

Peter Diesch

Peter Diesch

Peter Diesch hat anscheinend Spaß am regieren und gibt schon zwei Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist zur Bürgermeisterwahl in Bad Buchau ein Exklusiv-Interview in der Schwäbischen Zeitung. Ganz revolutionär kamen die Fragen dabei von den Lesern selbst. Auch AmFedersee.de beteiligte sich an der Aktion und sammelte fleißig Fragen die den Bürgern auf der Seele brennen. Anders als auf AmFedersee.de wird bei der SZ aber ausgewählt welche Fragen man stellen darf und welche nicht. So schaffte es überraschenderweise keine der Fragen unserer Kommentatoren ins Interview, stattdessen wird über Stuttgart21, Bad Schussenried und den Federseesteg geplaudert.

So wird auch in der letzten Frage gleich die nächste Amtszeit angesprochen, welche scheinbar nur noch pro forma von den Buchauern abzunicken ist. Als wichtigste Errungenschaft der letzten 8 Jahre, so lobt der Bürgermeister, sei es den Kernhaushalt vollständig konsolidiert zu haben. Gleich wie seine Kollegen auf Landes- und Bundesebene sieht er den Grund dafür natürlich nicht im außergewöhnlich starken Wirtschaftswachstum, welches die Steuereinnahmen nach der Jahrtausendwende durch harte Anstrengungen der hiesigen Unternehmen und Arbeitnehmern sprießen ließen, sondern allein in der Arbeit des Rathauses.

Die ungekürzte Version des Interviews ist auf der Webseite der Schwäbschen Zeitung erschienen.

Verschlagwortet mit |

11 Responses to Peter Diesch wird es nicht langweilig

  1. MRW sagt:

    Ja klar stellt die Schwäbische keine kitzligen Fragen! Glaubt ihr tatsächlich noch, dass die Medien in Deutschland noch frei und unbefangen sind?! Ist doch ganz klar, wie in der Wirtschaft: Angebot und Nachfrage regeln den Preis! Exklusivinterviews gibts nur, wenn man die richtigen Fragen stellt, ansonsten wird die Zeitung, der Sender oder insgesamt gesehen, der Medienkonzern gewechselt. Funktioniert in der großen, sowie auch in der kleinen Medienlandschaft.
    Gut aber man muss auch mal fair bleiben sei hier gesagt! Gewiss bin ich kein Fan unseres BMs, aber das heißt nicht, dass er während seiner Amtszeit alles falsch gemacht hat. Natürlich schmückt er sich gerne mit einem konsolidiertem Haushalt und das darf er auch! Trotzdem wäre mir bei einem BM Rechtschaffenheit, Ehrlichkeit, Linientreue, Kompetenz und Transparenz lieber. Wie man sich irgendwie durchmogelt und dabei am besten und schönsten dasteht, wie man das Rechtssystem beugt und biegt, wie man am Bürger vorbei im stillen Kämmerchen regiert, die Beispiele haben wir von Biberach über Stuttgart, bis nach Berlin zu genüge und auf Europaebene brauchen wir gar nicht erst anfangen! Es ist schade, dass sich die große Politik vielmehr in ein pragmatisches Kasperletheater verwandelt hat, wo es nur noch um Wählerfang und Imagepflege geht und die eigentliche Politik, eher nebensächlich wird.
    Was wäre denn so schlimm gewesen, wenn der BM sich zur Befangenheit beim Punkt Jugendmusikschulleiter bekannt hätte. Was wäre so schlimm dran gewesen, wenn er erklärt hätte, dass beim probeweisen Aussetzen der Ausschüsse ein Formfehler unterlaufen ist?! Aber immer dieses herausreden und alle anderen sind schuld und besonders der Weiss ist sowieso schuld an allem… Kindergartenkacke!

  2. leserin der SZ sagt:

    Sind ganz schön schwammige Antworten, keine Fragen zur Entschuldigung des Missbrauchs und die größte Unverfrorenheit ist die Antwort zur Götzburg/ S21
    Frage. Die flapsige Bemerkung, dass es in Buchau beim Abriss nicht so viele Demonstranten geben würde wie in Stuttgart, zeigt, wie wenig der BM für diesen Beruf geeignet ist. Da hätte ich mehr Sensibilität in dieser heiklen politischen Situation gewünscht.
    Schließe mich Biberradio hiermit an: vergleichbar mit Mappus.

  3. Bettina sagt:

    In Sachen Götzburg tut sich recht wenig. Wieder kein Wort zum Missbrauch – eine Schande! Was ist bitte schön ein Kernhaushalt?
    Jetzt wird so getan als wäre es Buchau davor schlecht getan und der Bürgermeister hätte uns gerettet! Ich kann mich nicht erinnern dass Buchau schlecht dran war und selbst wenn, das Rathaus kann da nicht viel zu tun. Entweder die Wirtschaft läuft und Geld kommt rein oder eben nicht. Bei dem vergangenen Boom der letzten Jahre gabs reichlich Steuern, damit kann ja jeder „konsolidieren“. Aber natürlich muss man mit dem Geld auch vernünftig umgehen. Denn kaput machen kann man viel – siehe Schussenried.
    Von dem Versuch nach Berlin abzuhauen war auch kein Wort zu lesen. Aber so wie es aussieht, hätte er dort ganz gut hingepasst.

  4. Rudi sagt:

    Nachdem das Verkehrsamt 2004 oder 2005 aus dem städtischen Haushalt als Eigenbetrieb ausgegliedert wurde, war man praktisch schon schuldenfrei. Also nur eine taktische Verschiebung der Schuldenlast, und schon kann man sich brüsten, ohne etwas geleistet zu haben. Wenn das mit anderen Sachen auch so ähnlich gelaufen ist, bleibt nicht mehr viel übrig für Herrn Diesch.

  5. Prinz sagt:

    Habt ihr die Antwort zu den Kindergartenöffnungszeiten gelesen.. Herr Diesch schreibt, dass in seiner Amtszeit die Langzeitgruppe und die Kleinkindgruppe eingeführt wurde.
    Was er nicht dazu sagt, das man von seiten der Stadt die Langzeitgruppe vor kurzem abschaffen wollte (lt. Stadt hat man Befragungen macht, die nie stattgefunden haben)… was dank dem Elternbeirat nicht gemacht wurde.
    Er rühmt sich mit etwas was er abschaffen wollte.
    Herr Diesch, für wie blöd halten sie die Buchauer denn eigentlich!!!

    • Rudi sagt:

      Ja, mit Ehrlichkeit, Wahrheit, Einsicht und Stehvermögen haben wir mit unserem Bürgermeister schon immer Schwierigkeiten gehabt Wie ein roter Faden zieht sich dies durch 8 Jahre Amtszeit. Wenigstens ein Faden der Zuverlässigkeit.

      • Heinz Weiss sagt:

        Sie sprechen mir aus der Seele. Das erlebe ich in den Sitzungen des öfteren persönlich, und nicht nur 3-4 mal. Lügen im Sitzungssaal sind sowohl für unseren Bürgermeister Diesch sowie für Rat Karl Sandmaier (CDU) kein Problem und das mit Duldung aller Anwesenden Räte. Trotz belegbarer Wahrheit wird weiter gelogen, auch in der öffentliche Sitzung! (Gott Lob und sei Dank habe ich amfedersee.de zu meiner Verteidigung).
        Tolle Sache diese Einigkeit in Sachen Ehrlichkeit. Werde bei Gelegenheit eine Liste von Unehrlichkeit hier vor stellen.

  6. aufunddavon sagt:

    Abwarten, in 2013 Jahren wird Bürgermeister Diesch Frau Elisabeth Jeggle beerben wollen als CDU- Nachfolger im EU-Parlament für die Region Württemberg-Hohenzollern.
    Wollte das unbedingt fragen. Wer weiß eine Antwort darauf? Plötzlich stehen wir wieder vor dem Problem neuer Bürgermeisterwahlen, und dann? Besser nicht.

  7. Irel sagt:

    Sie werden doch so kurz vor Ende der Bewerbungsfrist und auch vor der Wahl nicht ernstlich erwarten, eine ehrliche Antwort zu bekommen. Aber fragen können sie ja.

  8. Fledermaus sagt:

    Herr Diesch schämen Sie sich nicht in Grund und Boden, wenn Sie das Rathaus betreten und daran denken, wie Sie es bezüglich Glaubwürdigkeit, Wahrheit, Ehrlichkeit und Gesetzestreue herunter gewirtschaftet haben? Wenn Sie noch einen Funken Charakter besitzen, nehmen Sie Ihren Hut!