Museum bereitet sich auf die Landesausstellung 2016 vor

Mit vorsichtiger Hand inspiziert Restaurator und Ausstellungstechniker Fabian Maier vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz die Originalfunde im Federseemuseum.<br /><br /><br />
Foto: Federseemuseum<br /><br /><br />

Mit vorsichtiger Hand inspiziert Restaurator und Ausstellungstechniker Fabian Maier vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz die Originalfunde im Federseemuseum.
Foto: Federseemuseum


Winterzeit heißt Umbauzeit im Buchauer Federseemuseum
Artikel aus der Schwäbischen Zeitung von Annette Grüninger, 10. November 2015
Den ganzen Winter lang bleibt das Federseemuseum Bad Buchau für Besucher geschlossen. Erst zur Großen Landesausstellung am Sonntag, 16. April, öffnet das Museum wieder seine Pforten. Bis dahin tut sich aber so einiges hinter den Kulissen.
Vom 16. April bis zum 9. Oktober 2016 ist das Federseemuseum Teil der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg zum Unesco-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ mit dem Schwerpunktthema „Bronzezeit“. Herausragende Exponate aus den bronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen werden dann erstmalig im Federseemuseum zu sehen sein.
Denn unter den rund 2000 archäologischen Objekten, die an den beiden Standorten Bad Buchau und Bad Schussenried ausgestellt werden, zählen „viele, teilweise auch spektakuläre Neufunde“ der jüngsten Ausgrabungen, blickt Museumsleiter Dr. Ralf Baumeister voraus. Und neben bronzezeitlichen Relikten aus dem Federseeraum sollen auch Leihgaben aus dem Bodenseegebiet, ja aus dem gesamten Alpenraum präsentiert werden.

Neue Vitrinen werden aufgestellt
Bis dies jedoch soweit ist, tut sich sehr viel hinter den Kulissen: Zunächst werden Vitrinen und Klimaanlage so umgerüstet, damit die wertvollen Exponate ins rechte Licht und optimal präsentiert werden können. Derzeit sind Mitarbeiter des Archäologischen Landesmuseums in Konstanz dabei, die bisher ausgestellten Funde aus den Vitrinen zu entnehmen, zu inspizieren und zu verpacken.
Während der Umbauarbeiten werden die Funde von den jeweiligen Leihgebern aufbewahrt, erklärt Museumsleiter Baumeister. Bei einem Großteil der Objekte handle es sich um Leihgaben des Buchauer Altertumsvereins, das über ein eigenes Magazin zur Aufbewahrung der archäologischen Funde verfügt. Weitere Leihgaben stammen aus dem Archäologischen Landesmuseum, der Universität Tübingen oder den verschiedenen Landesämtern für Denkmalpflege.
Nur ein Teil dieser Objekte wird auch während der Landesausstellung zu sehen sein. „Der Fokus liegt 2016 klar auf der Bronzezeit“, sagt Baumeister. Von den steinzeitlichen Exponaten, die jetzt aus den Vitrinen geräumt werden, verabschiedet sich das Federseemuseum deshalb für längere Zeit. Erst 2017 gelangen sie dann in der neuen Dauerausstellung wieder ans Licht der Öffentlichkeit.
Auch die Vorbereitungen darauf haben bereits begonnen. „Das Museum ist, was die Dauerausstellung betrifft, im Zustand von 1989“, sagt Baumeister, der die Ausstellung deshalb neu konzipieren möchte. Durch die Landesausstellung ergeben sich nun einige Synergieeffekte, wird das Museum doch etwa die eigens angeschafften Vitrinen auch nach 2016 nutzen können. Von den neuen Funden, die sich in Landesbesitz befinden und den Federseeraum tangieren, hofft Baumeister weiterhin profitieren zu können. Die naturkundlichen Objekte, etwa der große ausgestopfte Wels, sollen dagegen „nicht mehr ins Federseemuseum zurückkehren“, das sich damit konsequent auf die Archäologie konzentriert. Dies sei zwar schade, aber die Ausstellungsfläche sei mit knapp 500 Quadratmetern eben beschränkt, argumentiert Baumeister.
Wenn es zum April wieder öffnet, wartet das Federseemuseum also mit einigen Veränderungen auf. Und bis dahin bittet das Museumsteam um Verständnis und Geduld – und auch um Vorfreude und Neugier auf das, was jetzt im Federseemuseum in Vorbereitung ist.

Das Federseemuseum Bad Buchau, Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, ist bis einschließlich 15. April 2016 geschlossen. Weitere Informationen: Telefon 07582/8350, www.federseemuseum.de

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