Mehrheit der Wirte stört sich nicht an frühem Zapfenstreich

Stadt befragt Buchauer Gastronomenzur umstrittenen Sperrzeitenregelung
Früher Feierabend: Viele Bad Buchaue Wirte haben wohl nichts dagegen, ihr letztes Bier schon etwas früher auszuschenken.

Früher Feierabend: Viele Bad Buchaue Wirte haben wohl nichts dagegen, ihr letztes Bier schon etwas früher auszuschenken. (Foto: dpa)

Von Annette Grüninger

Bad Buchau Bad Buchaus Wirte scheinen mehrheitlich hinter den verlängerten Sperrzeiten zu stehen. Das legt eine Umfrage der Stadtverwaltung nahe, die allerdings noch nicht komplett abgeschlossen sei, sagt Bürgermeister Peter Diesch auf Nachfrage der SZ. Von den insgesamt 25 Buchauer Gastronomen hätten bislang 19 ihre Fragebögen zurück ans Rathaus geschickt. Die Tendenz: Zwölf Wirte – das sind 76 Prozent – sprechen sich für die Regelung des Gemeinderats aus, sieben wünschen sich die gesetzlich zulässigen, kürzeren Sperrzeiten zurück.

Ein Stimmungsbild

Die Buchauer Stadträte hatten bereits in ihrer Sitzung am 9. Oktober 2012 verlängerte Sperrzeiten beschlossen (siehe Kasten). Junge Kneipenbummler haben jedoch mit ihrem spontanen Protest in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag und der folgenden Diskussion im Gemeinderat das Thema Sperrstunde wieder auf den Tisch gebracht. In einer der nächsten Sitzungen, voraussichtlich im April, will das Gremium nun erneut über das Thema verhandeln. Die Umfrage unter den betroffenen Wirten soll, so Diesch, für die anstehende Entscheidung ein Stimmungsbild liefern.

Der versandte Fragebogen stellt zwei Optionen vor: Wollen die Wirte die vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene oder die gesetzlich zulässige Sperrzeitenregelung? Für beide Möglichkeiten werden verschiedene Begründungen vorgeschlagen, die von den Gastronomen mit eigenen Angaben und Anmerkungen ergänzt werden können.

In einer dritten Frage besteht ebenfalls die Möglichkeit, zusätzliche Bemerkungen hinzuzufügen. So können sich die Wirte etwa für „eine großzügigere Handhabung von Befreiungsanträgen“ aussprechen oder auch eine Kompromissregelung vorschlagen, was einige der Umfrage-Teilnehmer auch gemacht hätten, berichtet Diesch. Ansonsten habe es auch ein paar Kommentare gegeben, die jedoch keine neuen Argumente erbracht hätten.

Bis zur April-Sitzung wolle er nun die Fragebogen auswerten und die Angaben anonymisieren, so der Bürgermeister, und auch bei den bislang noch nicht an der Umfrage beteiligten Gastronomen nachfassen. Zudem wolle er sich im Vorfeld mit den Vertretern der Ratsfraktionen austauschen.

Beim Fragebogen, den Diesch in Rücksprache mit den Verwaltungsmitarbeitern entworfen hat, habe man darauf geachtet, Suggestivfragen zu vermeiden. Fragen also, die den Befragten beeinflussen und indirekt schon eine bestimmte Antwort nahelegen. „Wir haben versucht, die Fragen so neutral wie möglich zu formulieren“, sagt Diesch. „Aber es ist klar, dass dieser Vorwurf kommen wird. Ich denke, dass die Dinge emotional überlastet sind.“

„Den Ball flach halten“

Allerdings erhalte er auch andere Rückmeldungen aus der Bürgerschaft: „Viele verstehen nicht, warum das im Moment das wichtigste kommunalpolitische Thema in Buchau sein soll“, meint Diesch ironisch. „Ich finde, wir sollten den Ball flach halten, sachlich diskutieren und dann nochmal darüber reden: Ist die Entscheidung damals richtig gewesen oder nicht.“

(Erschienen: 15.03.2013 09:55)

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