Kreativ: Bunter Zug begeistert Biberach

Hunderte von Schülern präsentieren fantasievolle Kostüme – Das Wetter spielt mit
Kreativ:                   Bunter Zug begeistert Biberach

Kreativ: Bunter Zug begeistert Biberach

Von Gerd Mägerle

Biberach Vielleicht haben zumindest die Biberacher Schüler einen guten Draht zum „Herrgöttle von Biberach“, denn entgegen aller schaurigen Wetterprognosen nahm der Bunte Festzug am Montag größtenteils bei Sonnenschein seinen Weg durch die Altstadt. Vorweg wie immer die Märchenwagen und die kleinen Schauspieler des Schützentheaters, die mit ihren „Hoch, hoch, hoch“-Rufen das Publikum zum Mitmachen animierten.

Als Spezialeinheit für Sicherheit präsentierten sich die Kleinen Schützentrommler und Pfeifer. Diese Sicherheit war auch notwendig, folgten doch kurz danach die „Räuber vom Schwarzen Bach“ der Schwarzbach-Schule . Als Paradiesvögel in weiß, rot und blau glitzernden Kostümen hatten sich die Braith-Grundschüler verkleidet. „Gut behütet“ zeigten sich die Kinder von der Birkendorf-Grundschule , die die Biberacher Stadtfarben gelb und blau für ihre Hutkreationen verwendet hatte. Kleine Maurer, Maler, Astronauten oder Schmuck-Designer stellten die Sprachheilschüler dar. Ihr Motto lautete „Berufe“. Eine Reise in den Urwald von Afrika unternahm das Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben . Ihre eigene Großbaustelle verarbeiteten die Waldorfschüler zum Motto „Raus aus dem Matsch“. Kleine Baurbeiter sollen dafür sorgen, dass die neue Schule pünktlich zum Schuljahresbeginn fertig wird.

Hoch hinaus zog es die Mittelberg-Grundschüler als „Gipfelstürmer“. Felsmassive aus Pappmaché hatten die kleinen Kraxler mit dabei. „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“, spielte die Musikkapelle Hochdorf passen zum wechselhaften Wetter der vergangenen Tage,, als sie auf den Marktplatz marschierte. Zusammen mit den anderen Kapellen und Spielmannszügen sorgte sie für den guten Klang im Festzug.

Bunter Zug hat Wetterglück

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Bunter Zug hat Wetterglück

Wie lustig es beim Englisch lernen in der Gaisental-Grundschule zugeht, zeigten die Schüler, die sich als „Frog Familiy“ (Froschfamilie“) oder „Tooth Fairys“ (Zahnfeen) verkleidet hatten. „Willkommen hier im roten Land, auch Bunten reichen wir die Hand!“ grüßten die Grundschüler aus Stafflangen , wobei nicht ganz klar wurde, ob sich das auf die SPD-Mitgliedschaft des Oberbürgermeisters bezog oder auf das Integrationskonzept der Stadt.

Als übergroße, knallbunte Pralinen und Lollies zogen die Pflugschüler durch die Stadt. „Wir sind süß“, lautete das Motto. Dass einem zu viel Süßigkeiten aber gar nicht gut bekommen, stellte einer der Schüler eindringlich dar. „Fliegen ist schön“ fanden die Schüler des Bischof-Sproll-Bildungszentrums und näherten sich diesem Thema unter ganz unterschiedlichen Aspekten als kleine Flugkapitäne, Stewardessen, Astronauten in großen Raumanzügen, Fledermäuse oder als Heißluftballone.

„Wir wollen ein Jugendhaus“

Den Biberacher Malern Mali, Bräckle und Pflug eiferten die die Mali-Schüler nach. Großformatige Leinwände hatten die kleinen Künstler in ihren Kleckse-Jacken dafür bemalt. Wovon die Dollinger-Realschüler nach der mittleren Reife träumen zeigten sie mit ihrem Motto „Zu Berufen berufen“: Ob Schauspieler, Supermodel, Managerin, Krankenschwester oder Pizzabäcker – die Liste der Berufswünsche war riesig. Dazwischen sorgte die Breakdancer-Gruppe „Funky Kids“ für Stimmung und unterstrichen auf der Ehrentribüne noch einmal ihren Wunsch: „Wir wollen ein Jugendhaus in Biberach.“

„Vielleicht ist das achtjährige Gymnasium doch nicht so schnell“, meinte Monika Lessmeister vom Moderatorenplatz aus, als zwischen Dolli und Pestalozzi-Gymnasium eine mehrere Hundert Meter lange Lücke im Festzug bildete. Vielleicht hingen die PGler aber einfach ihrem Motto „Träume“ nach. Als Traumschülerinnen präsentierten sich die Mädels vom PG-Spielmannszug in ihren kurzen Schuluniformen, andere träumten vom Uniabschluss, vom Schlaraffenland vom Fliegen oder – wer mag’s verdenken – vom Urlaub.

Im Don-Kosaken-Stil war die Stadtkapelle unter der Leitung von Andreas Winter unterwegs, eine Anspielung auf die kürzlich erfolgte Russlandreise. Den guten Schluss bildete wie immer das Wieland-Gymnasium , angeführt von den WG-Trommlern im Rambo-Look mit Patronengurten – auch eine Möglichkeit das Motto „Im WG – immer gut behütet“ zu interpretieren. Es folgten exquisite Hutmodelle, wahlweise geschmückt von Kuscheltieren oder Biberacher Altstadthäusern im Miniformat.

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