Der Stadtstreicher:

Die Kolumne aus und über Bad Buchau.

Der Stradtstreicher von Bad Buchau

Gestatten, ich bin der Stadtstreicher, und schreibe hier sporadisch was mich bewegt, beeindruckt und fasziniert, gerade so wie ich eben Lust darauf habe. Als solcher habe ich Zeit zu beobachten, mir ein Bild zu machen von dem, was vorgeht in unserem Buchau, darüber nachzudenken oder auch zu sinnieren und um es in dieser neuen Internetkolumne den Buchauern zum Lesen und Schmunzeln zu präsentieren. Der Stadtstreicher hat nichts zu tun, er hat keine Interessen, schon gar keine geschäftlichen. Er und seine Gedanken sind frei, er darf sich vor allem fragen: was soll dies, was bedeutet jenes, warum so und nicht anders. Alles Fragen, die sich auch mancher Bürger immer wieder stellen mag. Fragen, gestellt mit einem humorvollen Augenzwinkern, gerne auch mal scharfsinnig, aber nie verletzend, denn der Stadtstreicher hat dem Ärger dieser Welt den Rücken gekehrt. Bis bald euer unbekannter stadtstreicher.

Der neue Stadtstreicher No. 124 “ das und jenes“ ist erschienen.

Das und jenes und doch Wichtiges
Es ist ja angenehm, wenn man sich um Bürger bemüht, bloß fragt man sich, muss man deswegen einen ganzen Bezirk vom Verkehr „abriegeln“ und damit vielen Mitbürgern einen Umweg aufzwingen? Das Fazit daraus: man muss in Bad Buchau nur recht hartnäckig sein, dann kann man was erreichen. Täglich mehrmals im Rathaus anrufen und Rabatz machen, das ist es. Also liebe Bürger auf geht’s mit Ihren Sorgen – auch wenn es sich nur um Gegebenheiten handelt, die in wenigen Tagen wieder vorbei sind. Allerdings hört man von vielen Bürgern, das Rathaus sei nicht ganz so schnell, um Anliegen zu erfüllen oder gemeldete Beanstandungen zu beheben. Diese haben wohl noch nicht die richtige Taktik erprobt oder sind nicht ganz so stur und unbelehrbar, wie jene Eckhausbewohner, die eine Straße als ihr Privateigentum betrachten. Mit den Duldsamen treibt man die Welt um – auch hier in Bad Buchau. Wirklich sehr entgegenkommend, dass der Bürgermeister diese Verkehrsbeschränkungen beim Landratsamt nicht veranlasst hat. Natürlich weist er diese Verantwortung weit von sich. Immer, wenn es Ärger gibt, ist das Rathaus unschuldig. Manchmal mag das ja sogar stimmen.
Schön, dass es in Bad Schussenried – Kleinwinnaden im Zuge der L 284 demnächst eine Umgehungsstraße gibt. Es sei diesen Einwohnern vergönnt. Ob man in Bad Buchau noch an die östliche Umgehung unserer Stadt im Zusammenhang mit dem eventuellen Ausbau der Oggelshauser Landstraße denkt? Auch die Anlieger der Schussenrieder- und der Poststr. wären sehr dankbar. Hiervon hört und sieht man seit vielen Jahren überhaupt nichts mehr. Dabei soll angeblich dieses Thema im Zusammenhang mit der Ausweisung des Naturschutzgebietes „Südliches Federseeried“ für den Gemeinderat einmal so unheimlich wichtig gewesen sein, so die Recherchen. Heute einfach vergessen oder nur unnötige Umsicht von ehemals Verantwortlichen?
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und jedem Bürger wurde es bei Geburt eingeimpft, unserer Stadt Buchau war schon immer und ist bis heute bettelarm. Schon seit Jahren wendet sich dieser Zustand langsam aber sicher nicht unwesentlich. Gewerbesteuer und Einkommensteuer spülen Geld in die Stadtkasse SZ vom 06.10.14) und was früher Schulden waren, liegt heute auf der hohen Kante als Rücklage bei den Banken. Dumm ist nur, dass man dafür kaum Zinsen bekommt aber früher bei leerer Kasse sehr hohe Schuldzinsen bezahlen musste. Dennoch ist der Wandel doch mehr als erfreulich, wenn man den Hintern nicht mehr so zusammen zu klemmen braucht und man sich etwas mehr leisten kann zur Festigung oder Ertüchtigung der Infrastruktur. Jetzt müssen nur noch die Ideen geboren werden, wie man dieses Geld langfristig sinnvoll und gewinnbringend zum Wohlergehen der Stadt und seiner Menschen umsetzt. Wenn man das verantwortlich machen will, ist das nicht weniger mühevoll, als aus einem leeren Sack noch etwas hervorzuzaubern. Aber immerhin eröffnen sich jetzt Chancen für reale Kreativität und Bürgergemeinschaft. Es dürfte wohl das erste Mal in der langen Vergangenheit sein, dass Buchau seinem Bürgermeister und seinen Räten einen solchen Gestaltungsspielraum einräumt. Das verpflichtet.
Es wird immer bescheidener, wie die Werbegemeinschaft Bad Buchau-Federsee e.V. bei Sonderaktionen auftritt. Während in der Nachbarschaft seitenlang um die Gunst der Kunden geworben wird, sind es hier noch fünf Anzeigen. Davon ist eine Versicherung/Bank, die Kreissparkasse und die Adelindistherme. Diese haben aber gar keine Waren anzupreisen sondern vermitteln nur Dienstleistungen. Attraktiver geht es nun wirklich nicht mehr bei einem verkaufsoffenen Sonntag mit zwei gewerblichen Werbeanzeigen. Aber da ist noch der anonyme Kunsthandwerkermarkt als Rettungsanker. Kunsthandwerk in Bad Buchau? Bescheidene Ansätze, aber vielleicht wäre das ein Ausweg für die leeren Schaufenster das Jahr hindurch.

 

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Der neue Stadtstreicher No.123 ist erschienen zum Thema Steuerverschwendung oder nicht.

Steuerverschwendung ?
Vor überschaubaren Jahren hat man die Straße zwischen dem Marktplatz und der
Inselstraße mit Kreisel ausgebaut. Nun wird das Herzstück dieser neuen Straße mit einem weiteren Kreisel an der Hofgartenstraße nachgebessert. Wieder ein
erheblicher Geldaufwand. Der Steuerzahlerbund würde das sicher in der Nähe einer Geldverschwendung rücken. Aber so ist das halt bei unüberlegten und
kurzfristigen Planungen der Stadt ohne langfristiges Konzept.

Zu vieles überlässt man der zufälligen Entwicklung oder reagiert nur spontan ohne Weitblick. Um dieses Geld hätte man die desolate Karlstrasse schon früher neu ausbauen können. Es ist an dieser Stelle schon öfters auf diesen Planungsmangel in der Gemeindepolitik hingewiesen worden. Zu viele Gemeinderatsbeschlüsse mussten schon nachgebessert werden, weil sie sich als unausgereift entpuppt haben. Nicht immer ist also die Flexibilität des Rathauses zu begrüßen, schon gar nicht mehr, wenn dieses als Reparaturbetrieb geführt wird.…und anderem Ärger

„Um den Kreisel läuft es nicht immer rund“ hieß es in der SZ vom 01.10.14. Die
Umleitungsausschilderung ist mehr als mangelhaft für unsere Besucher und Gäste. Man könnte meinen, man wolle diese in Bad Buchau auf jeden Fall verärgern. Einmal Bad Buchau, aber nie wieder! Auch eine Art Fremdenverkehrswerbung – zwar schlechter dafür aber viel billiger, als wenn man auf Messen geht. Ähnlich wie die Abzocke auf dem Federseeparkplatz mit den Parkgebühren, welche später etwas abgemildert wurde. Ja, wer ist an dieser schlechten Ausschilderung schuld? Natürlich die Baufirma! Und wer hat die Baufirma beauftragt? Die Stadt Bad Buchau als Bauherr. Und wer bezahlt, der sagt wo es lang geht. Es fehlt eben an Durchsetzungskraft, mit einem Kaffeeschwätzchen ist es nicht getan.

Das gleiche gilt für die verlegten Bushaltestellen. Wenn man nur immer
andere beschuldigen kann, um seine eigenen Schwächen zu vertuschen. Da ist
unser Rathaus immer sehr kreativ.
„Noch etwas Geduld ist auch bei der Sanierung der Oggelshauser Straße gefragt.
Nach einem Gespräch mit Georg Stolz, Leiter des Straßenbauamts am Landratsamt, rechnet Diesch aber damit, dass das Vorhaben wie versprochen 2015 umgesetzt wird.“ SZ vom 30.09.14. Bitte genau lesen: „rechnet Diesch“ nicht Stolz mit der Umsetzung des Vorhabens. Da könnte ein kleiner Unterschied liegen, wenn es nicht klappen sollte. Manchmal liegt ja zwischen den Zeilen die Wahrheit.

Die Beschmierung der Rathaustür dürfte wohl kaum rassistische Züge tragen. Eher könnte man das mit der Vermüllung und dem Vandalismus im Bereich der Gottlieb- Gnannt-Straße in Zusammenhang bringen. Die Treffpunkte werden laufend verlegt, einmal bei der Kreissparkasse/Marktplatz, bei Bushaltestellen Bahnhof und Hauptstrasse, hinter der Haupt- und Werkrealschule/Förderschule, jetzt an diesem Gehweg. Vielleicht will man ja auf sich aufmerksam machen, dass man in Bad Buchau keine zwanglose „Bleibe“ hat. Der, der die Wurzeln des Problems am ehesten erkennt, scheint wohl Herr Wissussek zu sein. Es fehlen die Plattformen für ernsthafte Gespräche und das Zuhören der Generationen untereinander.

Herr Weiss ist mit seinem Vorschlag des Jugendgemeinderats 2010 gescheitert und der kläglich ins Leben gerufene Kompromiss ist kaum zum Leben erwacht, schon wieder verstorben.
Von realen, durchhaltenden Anstrengungen des Rathauses kann man sicher nicht
sprechen.

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Stadtstreicher No.122 – Bad Buchau’s aktuelle Kolumne

Stadtstreicher 122
Hoffnungsvoller Neubeginn
Jetzt schlagen wir neue Seiten auf, die mindestens für den Gemeinderat unbefleckt vor ihm liegen. Der BM hat bei der Einführungssitzung sehr eindrucksvolle Rede gehalten in deren Mitte „Vertrauen ist die Basis“ steht. Vielleicht hat er die Offenheit und Klarheit noch vergessen, ohne die Vertrauen nicht geht. Ansonsten ist theoretisch gesehen dem Vortrag kaum etwas hinzuzufügen.

Jetzt kommt es nur noch auf die Praxis an. Vertrauen ist nämlich ein feines Gewebe. Wenn da eine „Laufmasche“ drin ist, bekommt man dies kaum mehr in den Griff. Aus der Vergangenheit sollten da Lehren gezogen werden.
Der BM hat Recht, wenn er den Gemeinderat auffordert, die Stadt im positiven Sinne weiter zu entwickeln und zu gestalten. Die Erfahrung sagt uns aber auch, dass die eigentlichen Initialzündungen hierzu in erster Linie vom BM und der Verwaltung mit seinen Verwaltungsfachleuten ausgehen muss. Die ehrenamtlichen Kräfte des Gemeinderats wären hier oft überfordert. Ihre Aufgabe ist es, solche Ideen einzufordern, abzuwägen und zu bereichern oder gar Alternativen zu unterbreiten.

Noch eines:“ Ein weiteres wichtiges Ziel dieser Wahlperiode sieht BM Köhler (Ertingen) darin, Bürgerbeteiligung und Transparenz weiter auszubauen und zu stärken. Dazu gehöre, die Bürger frühzeitig und umfassend über alle anstehenden Planungen zu informieren und sie in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Denn sie sind es, die damit leben müssen, was Rat und Verwaltung für richtig befinden.“ SZ vom 24.07.14.

Wie wäre so etwas in Bad Buchau zu verwirklichen? In der Vergangenheit gab es fast nur Tatsachenkonfrontierungen! Punktum! Ausnahme: Bau des Kinderhauses und Einführung der Gemeinschaftsschule.
Sicher ist jeder Gemeinderat nach so viel Aufmunterung von dem Willen beseelt, es recht zu machen und das Gelöbnis durch Taten zum Leben zu erwecken.
Da macht die FWV als Gruppierung und Fraktion einen hoffnungsvollen Neuanfang. Sie stellt an die Verwaltung schriftliche Anträge und Auskünfte, mit der sich die Verwaltung sachlich auseinandersetzen muss. Das hat Stadtrat Weiss in der Vergangenheit allerdings auch schon getan, doch als Einzelperson hatte er nicht das politische und rechtliche „Gewicht“ besessen, seine Ideen ernsthaft zu diskutieren. Mit Lächeln wurden diese abgeblockt.

Wenn solche Initiativen von der FWV nun aber als geschlossene Gruppe ernsthaft verfolgt werden, geht das ohne wirkliche Auseinandersetzung im positiven Sinn nicht mehr über die Bühne des Gremiums. Und dies hoffentlich auch in öffentlichen Sitzungen.
Man darf gespannt sein, ob die FWV diesen Anfang auch wirklich durchhält und sich nur mit klaren Auskünften der Verwaltung zufrieden gibt und diese Aussagen weiterhin ernsthaft bis zur tatsächlichen Umsetzung beharrlich verfolgt.
Die Bevölkerung wird das mit Aufmerksamkeit verfolgen. Hier haben die Bürger den „fünften Sinn“.Stadtstreicher No.122 – die neue Kolumne ist da.

 

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Stadtstreicher Nr. 121 Bilanz vor dem Adelindisfest.

Bilanz

Was haben das Rathaus in Bad Buchau und der Vatikan in Rom gemeinsam? Zwei Dinge sind nur schwer zu bekommen: Ehrlichkeit und eine Tasse starken Kaffee zum Wach werden.

Der bisherige Gemeinderat ist verabschiedet. Die Amtszeit gehört in das Archiv der Stadt. Sie bereichert die Ortsgeschichte.

Natürlich ist das ein Ereignis, über das der Stadtstreicher nicht ohne Kommentar hinweggehen kann. Dafür waren die Jahre zu intensiv in politischer wie menschlicher Hinsicht geprägt. Die örtliche Demokratiepraxis hat einen Schatten hinterlassen. Das dürfte ganz im Hintergrund auch den nahezu völligen Rücktritt der bisherigen Gemeinderäte teilweise erklären. Man hat sich in einigen Punkten verrannt und den Ausstieg nicht mehr gefunden. Das Gezeter nagte an den Nerven und an der Moral so manches Vertreters. Ob tatsächlich nur die guten Erinnerungen im Gedächtnis bleiben? Wer zwischen den Zeilen den Zeitungsartikel aufmerksam liest, kann da berechtigte Zweifel hegen. Immerhin gedachte man des Konfliktes „Missbrauchsvorwurf“, der das Klima aufheizte und das Miteinander belastete (man beachte die Wortwahl!).Nach wie vor vermisst man die Einsichten aus den Fehlern dieses Falles. Der Bürgermeister verlor damit die letzte Chance, sich dafür mitverantwortlich zu zeichnen und zu entschuldigen. Das wird also so stehen bleiben.

Anders das Verhalten von Herrn Rolf Preißing, der als Stellvertretender Bürgermeister und Konrektor der GHWRS in dieser Sache in eine Situation geschlittert ist, die er nun zu erklären versucht hat. Ihm ging es darum, die Bedeutung des Gemeinderats in der Öffentlichkeit zu schützen und dessen Arbeit nicht in ein schlechtes Licht zu rücken. Aber genau das hat er getan! Auf den Fehler des Bürgermeisters setzte er noch den Fehler des Stellvertreters hinzu, nämlich: Fehlende Kontrolle des Gemeinderats gegenüber der Verwaltung. Einer Demokratie ist es immer abträglich, einen Fehler durch einen anderen Fehler verbessern zu wollen. Wir kennen diese Salamitaktik. Immerhin hat er gewisse Einsicht kundgetan und sich wenigstens für die Wortwahl entschuldigt. Das ist Ihm hoch anzurechnen.

Wegen Urlaub fehlt Altstadtrat Dr. Karl Sandmaier auf dem Abschiedsfoto der SZ. Auffallend ist, dass er in der Bildunterschrift gar nicht erwähnt wurde. Lediglich bei den Ehrungen steht er schmucklos in der Reihe der Ausgeschiedenen. Das sind 20 Jahre Gemeinderat.

Ansonsten sind die Maßnahmen der Stadt aufgezählt, die in dieser Amtszeit gelungen sind. Das ist gerechtfertigt und unbestritten. Nicht alles war schlecht, was gemacht wurde. Das gehört auch zu einer gerechten Beurteilung. Aber das eine und andere hätte mit mehr Nachdruck und Anstrengung auch noch besser laufen können. Bei Verbesserungen waren Unsicherheiten bemerkbar. Auch bei so mancher Korrektur der Beschlüsse wurden Ungereimtheiten aufgedeckt.

Nun gilt es auch seitens des Stadtstreichers für das Opfer an Freizeit für die Allgemeinheit insgesamt einen herzlichen Dank auszusprechen. Die Belastungen sind nicht zu unterschätzen, wie jeder Gemeinderat sicher ganz persönlich gemerkt hat. Das muss bei aller Kritik im Einzelfall generell herausgestellt werden.

Ob der neue Gemeinderat die Aufgaben und Angelegenheiten der Stadt etwas kritischer begleiten und vielleicht sogar gegenüber dem Bürger aufgeschlossener gestalten wird? Fragen, Erwartungen, Hoffnungen – bei einem fundamentalen Gemeinderatswechsel sind sie erlaubt.

Aber jetzt feiern wir erst einmal das Adelindisfest. Viel Spaß!

 

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Der Stadtstreicher Kolumne Nr. 120 ist erschienen.

Adelindisfest 2014 – 90 Jahre

„Zur Erinnerung an diesen Festtag, der Tausende nach Buchau führte und mit der Aufhebung des Stiftes 1802 endete, gründeten Buchauer Bürger nach dem Ersten Weltkrieg den Adelindisverein und gestalteten 1924 das Adelindisfest neu als Heimat- und Kinderfest.“ So steht es in der Einleitung in „Bad Buchau.de“.

Haben Sie von diesem 90. Jubiläum schon einmal etwas gehört?

Nein? Schämen Sie sich! Dafür wissen wir dieses Jahr von kompakten und risikoreichen Umstellungen des Festablaufs. Das heißt, wer das Federseejournal vom 27. Mai 2014 Ausgabe 11 liest, auch wieder nicht. Hier liest man folgendes: „Die altbewährten Festbestandteile wie Adlerschießen, Festgottesdienst, Vergnügungspark, Schülerbewirtung am Montagvormittag und der Höhepunkt des Festes, der historische Festumzug am Sonntag, haben ihre festen Plätze im Festverlauf…“.

Kein einziger Hinweis, dass dieser Festverlauf doch erheblich durcheinander gewirbelt worden ist. Oder doch nicht? Vielleicht war es eine Falschmeldung in der SZ? Soll ja laut Rathaus immer mal vorkommen. Im Jahreskalender der Kreissparkasse Biberach ist das Adelindisfest gar auf das Wochenende 27. bis 29. Juni 2014 angekündigt. Also bei so viel Umstellung und Durcheinander ein würdiges 90. Jubiläum zu feiern ist nicht einfach. Die einen werden 1 Woche zu früh kommen, die anderen zu falschen Uhrzeiten des Festablaufs, die man nun schon jahrzehntelang gewohnt ist.

Da kann man nur noch beten: „Oh, heilige Adelindis, vergib uns unser Durcheinander und stärke unseren Mut zu Veränderungen. “, wenn man überhaupt den Festgottesdienst in der Stiftskirche findet. Wer um 13,30 Uhr am Sonntag den Festumzug besuchen will, hat diesen leider verpasst und kann höchstens noch ein paar klägliche Reste im Festzelt antreffen. Aber nun wissen Sie wenigstens zuverlässig, dass wir das 90. Jubiläum des Adelindisfestes feiern. Ein doch stolzes Ergebnis. Jetzt kann man doch erwarten, dass Petrus dies auch respektiert und ausnahmsweise einmal ein Sonnenscheinwochenende bereit hält. Also dann viel Spaß!

Noch eine Besonderheit ist zum Jubiläum nachzutragen. Erstmals in der Geschichte wird ab 2015 ein Mitgliedsbeitrag eingeführt. Der Zuschuss der Stadt wurde auf 5.000 Euro um ein mehrfaches erhöht. Bisher reichte die breite ehrenamtliche Mitwirkung und der zahlreiche Spendeneingang aus der Bevölkerung sowie von den Betrieben/Handel immer aus, das Fest abzuwickeln, ja sogar wesentlich auszuweiten und auszustatten. Darüber nachzudenken lohnt sich.

Europa- Kreistags- und Gemeinderatswahlen

Der Wahlmaraton ist gelaufen. Wie üblich, ist die Wahlbeteiligung bei allen drei Wahlen in Bad Buchau nicht unerheblich unter dem Kreisdurchschnitt. Das gehört zur Tradition. Ansonsten liegen die Veränderungen bei der Europawahl im Trend des Kreises. Das gilt im Prinzip auch für die Kreistagswahl. Im Wahlkreis VI Bad Schussenried/Bad Buchau sind im Bereich Bad Schussenried zwei neue Kreistagsmitglieder gewählt, für Bad Buchau die bereits bekannten drei Vertreter Diesch, Scheffold und Mayenberger.

 

Die größten Veränderungen erfolgten zwangsweise im hiesigen Gemeinderat.

Die drei verbliebenen Bewerber aus dem alten Gemeinderat konnten sich wieder behaupten. 11 Gemeinderäte ziehen neu ein. Zweifelsohne eine Chance für einen neuen Anlauf des Gesamtgremiums, das sich „freiwillig“ aufgelöst hat. Entsprechend hoch sind die Erwartungen in mancherlei Beziehung. Jetzt sind alle Beteiligten gefordert, die verbliebenen wie die neuen Räte und vor allem auch die Verwaltungsspitze des Rathauses. Es wird nicht einfach werden, wenn man die alten Schienen nicht verlässt. Offenheit und Ehrlichkeit nach innen und außen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Diesbezüglich und vom Sachverstand her, hat die Verwaltung gegenüber den neuen Gemeinderäten zunächst eine uneigennützige Bringschuld und Aufklärungspflicht. Ebenso die Verhandlungsführung im Gemeinderat durch den Bürgermeister setzt maßgebende Akzente. Hier werden die Maschen aufgenommen, die später das Stricken der Muster ermöglichen.

In der Hoffnung, dass es kein Kettenhemd sondern ein wohliger, attraktiver Pulli für unsere Stadt wird und damit der Stadtstreicher seine Kolumnen verringern oder auf unpolitische Dinge verlagern kann, seien Sie gegrüßt. Es würde uns wirklich freuen.

PS.

Die FWV Fraktion hat zwei Sitze verloren (Verlust 25%), die CDU einen gewonnen; neu hinzugekommen ist der DU-Sitz. Im Gemeinderat selbst ist damit Stadtrat Weiss das Zünglein an der Waage. Aber der Bürgermeister hat auch Stimmrecht. So könnte auch er das Zünglein an der Waage werden. Man weiß ja sowieso oft nicht, wie er sich bei Beschlüssen entschieden hat. Er hält sich in der Meinungsäußerung wie beim Bekennen gerne vornehm zurück.

 

 

 

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Stadtstreicher die Kolumne Nr. 119 ist gerade erschienen

 

Gemeinderatswahlen in Bad Buchau- ein Fundus für Demokratie?

Die Kandidatenvorstellung bei Gemeinderatswahlen von Kolping ist eine gute Einrichtung, nun schon seit Jahrzehnten. Daran gibt es keinen Zweifel. Erfreulich, dass auch immer das Haus voll ist. Das gibt Hoffnung, dass in Bad Buchau das Demokratieinteresse noch nicht ganz abgeschrieben ist.

In erster Linie will man die Bewerber studieren. Wenn von 14 bisherigen Gemeinderäten nur noch 3 sich einer Neuwahl stellen, ist das nicht verwunderlich.

Dahinter verbergen sich manche Fragen, die einer sachlichen und kritischen Analyse würdig wären. Erschöpfung oder Frustration? Oder beides? Normal ist das nicht. Eine Sache zum gründlichen Nachdenken auf jeden Fall. Aber dazu ist die Kandidatenvorstellung nicht geeignet.

Der neue Gemeinderat hat ein völlig neues Gesicht, ob er auch bessere Politik und Kontrolle der Verwaltung machen wird, wird sich ergeben. Allein vom Ansatz her, könnte man das vermuten. Die Chance ist einmalig aber gleichzeitig überaus mühsam, denn die bescheidenen Ansätze, die die Verwaltung vorgibt, sind die gleichen und die liegen schwerpunktmäßig beim reinen Verwalten und nicht beim freudigen, offensiven Gestalten um die Zukunft Bad Buchaus. Vielen Bürgern scheint das Verwalten völlig zu reichen. So trottet man halt weiter, Hauptsache man hat seine Ruhe und sein Dach über dem Haus. Diese Gefahr verbirgt sich im Hintergrund. Demokratie ist nun mal anstrengend.

Genau das ergibt auch die Umfrage in „amfedersee.de“ bezüglich der Frage nach der Opposition. Die meisten halten eine Meinung und einen Kurs für völlig ausreichend. Das Rathaus bzw. der Bürgermeister wird es schon richten. Fertig! Also einen Gemeinderat nur zum Abnicken, wie in der Vergangenheit? Opposition ist nicht generelles dagegen sein. Opposition heißt neben Kontrollaufgaben ein kritisches Auseinandersetzen mit Ideen und das Aufzeigen von Alternativen. Das Ringen um die beste Idee ist übrigens neben der Wahrung der Grundrechte und der Gewaltenteilung ein Vorzug, ja Baustein der Demokratie. Wenn wir das in Bad Buchau nicht brauchen, auch gut. Ein Rathaus, das zur rechten Zeit und am rechten Ort immer alles richtig macht. Bravo, das gibt es nur bei uns! Jetzt wissen wir, warum wir was Besonderes sind. Im Prinzip könnten wir also ohne Gemeinderat existieren und trotzdem würde jeden Tag die Sonne erstrahlen. Wahlen nur noch aus Anstandsgründen? Oder weil es halt zum guten Ton gehört und man auch hier nicht unangenehm auffallen will?

Bei solchen Einstellungen muss eine lebendige Demokratie erlahmen. Was man bei uns auch an der Wahlbeteiligung gegenüber anderen Gemeinden ablesen kann. Insofern ergibt die Abstimmung in „amfedersee.de“ nichts Neues. Wie weit kann man doch in der Freiheit und im Wohlstand abstumpfen? Aber Gott sei Dank gibt es noch andere Demokraten, die über ihre eigene Hausschwelle hinausblicken.

Jetzt warten wir mal bis nach dem 25. Mai.

 

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Stadtstreicher Kolumne Nr. 118

Transnationales LEADER-Projekt: ,,innovative, barrierearme Wohnformen mit Betreuung für ältere Menschen“

Aufgrund eines Zeitungsartikels aus der SZ Riedlingen haben wir aus Unlingen folgendes in Erfahrung gebracht:

Im Jahr 2013 wurde mit professioneller Unterstützung im Auftrag der Gemeinde und unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern das Leitbild “Unlingen 2028“ erarbeitet. Dabei wurde in 4 Gruppen mit unterschiedlichen Themen herausgearbeitet, was in den nächsten 15 Jahren für unsere Gesamtgemeinde wichtig ist.

Wir haben das große Glück, dass wir in zwei Programme aufgenommen worden sind, bei denen wir, ebenfalls mit professioneller Unterstützung, die dringendsten Schwerpunktthemen, wieder mit hoffentlich viel Bürgerbeteiligung bearbeiten können. Ziel dabei ist, die konkrete Umsetzung von Maßnahmen.

Zum einen handelt es sich dabei um das ,,lntegrierte Managementverfahren:

Familienfreundliche, bürgeraktive und demografiesensible Kommune“.

Bei diesem Programm geht es schwerpunktmäßig um den Bereich Kinderbetreuung, Schule, Jugend und Vereine. Unterstützt und betreut werden wir bei diesem Verfahren durch den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS).

Zum anderen handelt es sich um das ,,Transnationale Leader-Projekt:

lnnovative, barrierearme Wohnformen mit Betreuungsmöglichkeiten für ältere Menschen zur Belebung der Ortszentren“.

Der Bewilligungsbescheid des Regierungspräsidiums Tübingen hierzu ist erst vor wenigen Tagen bei der Gemeinde eingegangen.

Bei diesem transnationalen Projekt (Europäisches Förderprogramm), an dem mehrere LEADER-Aktionsgruppen aus Baden-Württemberg und zwei aus Osterreich beteiligt sind, geht es um die Entwicklung von Konzepten für innovative, barrierearme Wohnformen mit Betreuungsmöglichkeit bis zur Rund-um-die-Uhr-Betreuung für ältere und hilfsbedürftige Menschen.

Unter aktiver Bürgerbeteiligung (Bürgerschaftliches Engagement) sollen Projekte erarbeitet und entwickelt werden, die maßgeschneidert für die jeweilige Gemeinde sind und auch umgesetzt/verwirklicht werden können. Enthalten sind dabei Fachvorträge, Workshops und das Aufzeigen von gelungenen Projekten in anderen Kommunen. Erfahrungen, die in anderen Gemeinden in diesem Bereich bereits gemacht worden sind, dienen letztendlich dazu, Projekte in gleicher oder ähnlicher Art in andere Kommunen zu übernehmen.

 

Anmerkung:

Die Gemeinde Unlingen zeigt mit diesem Bespiel auf, wie man Projekte in anderen Gemeinden bürgernah/-freundlich erarbeitet. Auch Bad Buchau gehört zum Leader- Fördergebiet und hätte theoretisch die gleichen Chancen für solche Unternehmungen.

Bad Buchau besitzt nach den Recherchen als einzige Stadt im Landkreis weder ein barrierefrei begleitetes Wohnprogramm noch betreute Wohnungen oder Wohngemeinschaften. Die früheren Wohnungen in den Walz-Hochhäusern genügen dem heutigen Standard schon lange nicht mehr. Auch die jetzt im Götzburgareal entstehenden „altengerechte“ Wohnungen sind ohne jegliche betreuerische Begleitmaßnahmen. Der demografische Wandel mit infrastruktureller Anpassung scheint in Bad Buchau trotz idealer Voraussetzungen als Kurort ein Fremdwort zu sein. Auch das wird dem Zufall überlassen.

 

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