Der Stadtstreicher:

Die Kolumne aus und über Bad Buchau.

Der Stradtstreicher von Bad Buchau

Gestatten, ich bin der Stadtstreicher, und schreibe hier sporadisch was mich bewegt, beeindruckt und fasziniert, gerade so wie ich eben Lust darauf habe. Als solcher habe ich Zeit zu beobachten, mir ein Bild zu machen von dem, was vorgeht in unserem Buchau, darüber nachzudenken oder auch zu sinnieren und um es in dieser neuen Internetkolumne den Buchauern zum Lesen und Schmunzeln zu präsentieren. Der Stadtstreicher hat nichts zu tun, er hat keine Interessen, schon gar keine geschäftlichen. Er und seine Gedanken sind frei, er darf sich vor allem fragen: was soll dies, was bedeutet jenes, warum so und nicht anders. Alles Fragen, die sich auch mancher Bürger immer wieder stellen mag. Fragen, gestellt mit einem humorvollen Augenzwinkern, gerne auch mal scharfsinnig, aber nie verletzend, denn der Stadtstreicher hat dem Ärger dieser Welt den Rücken gekehrt. Bis bald euer unbekannter stadtstreicher.

Stadtstreicher Nr. 74

Zunächst sollte man dem einsamen Wanderer von Oggelshausen nach Bad Buchau gewisse Anerkennung aussprechen. Er hat einen bewundernswerten Humor. Darüber, dass es in Bad Buchau in den letzten Jahren immer etwas länger dauern kann bis man was merkt und schließlich auch noch zur Tat schreitet, ist an dieser Stelle schon wiederholt eingegangen worden. Aber wozu übertriebene Eile, wenn es auch langsamer geht? Solange die Leute zufrieden, harmonisch und wohlverhalten sich in den Sesseln zurücklehnen, braucht das niemand zu stören. Selbst der Stadtstreicher sollte sich endlich an dieses erholsamere Tempo gewöhnen. Oder wartet man mit der Sanierung des Fußweges vielleicht auf den grundlegenden Ausbau der Landstraße oder gar auf die Ost-Umgehung von Bad Buchau? Für beide Vorhaben legen sich die Oggelshauser und Bad Buchauer nämlich so ungeheuer beharrlich ins Zeug.

Dann ist es ein hoffnungsvolles Zeichen, wenn nach 73 Kolumnen scheinbar der Stadtstreicher noch von ein paar besonders wagemutigen Lesern wahrgenommen wird. Wieso wir das folgern? Der Berichtigungskommentar in der SZ zeigt’s auf. Schließlich hat dieses Thema allein der Stadtstreicher in der letzten Nummer aufgegriffen.

Also, verehrte Einwohner, nehmt es zur Kenntnis:“ Das Ziel an sich (also das Vollgymnasium) habe die Schule aber nicht ad acta gelegt.“ Aber vielleicht das Rathaus? Außer diesen einen Satz hört man ja schon rein gar nichts mehr. Schließlich ist Schweigen auch eine Antwort, mit dem es sich hierzulande durchaus leben lässt.

Beim Kindergartenneubau läuft alles optimal. Demnächst werden hierzu größere Aufträge im Gemeinderat vergeben. Dies wird sicher nur wenig Zeit in Anspruch nehmen. Schließlich ist alles von den Fachleuten bestens vorbereitet. Normalerweise gibt es schon verschiedene Alternativen einer Gewerkausführung – vor allem was das Material anbetrifft -, aber diese Varianten müssten bereits bei der Ausschreibung mit aufgenommen werden. Das heißt, der Gemeinderat hätte sich vorher grundlegend mit diesen Problemen auseinandersetzen müssen. Gehört hat man darüber aber nichts. Früher hat sich hier der Bauauschuss die Köpfe heiß geredet. Jetzt geht alles viel einfacher und unkomplizierter sowie sicher auch viel effizienter und billiger. Was sind heute auch schon 3 Millionen Euro.

Allerdings so ganz einfach macht es sich die Verwaltung nicht immer. Beim jüngsten Rechenschaftsbericht über die Gästezahlen und- übernachtungen 2011 hat das Verkehrsamt in mühevoller Kleinarbeit 44 Seiten zusammengestellt. Diese Zahlen wurden von hinten bis vorne von oben bis unten und von jeder Seite aus eingehend beleuchtet und bewertet. Mehr als eine beeindruckende Vergangenheits-bewältigung. Ein neuer Ordner im Bücherregal des Rathauses. Hoffentlich hat man daraus auch entsprechende Zukunftsanalysen gezogen. Bei der Beratung hat es aber nur geheißen, man habe das zur Kenntnis genommen und durch Fragen ergänzt. Nichts Konkretes. Mit viel Glück kommt vielleicht mal ein Bürger oder Vermieter an diese geheime, überdurchschnittliche Bilanz.

Freuen Sie sich auf weitere eingehende Informationen.

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Stadtstreicher Nr. 73

Unser Federseejournal- Heftle

ist trotz fieberhafter Bemühungen seitens des Gemeinderats immer noch nicht viel besser geworden. Seinen Umfang verdankt dieses Blatt allein, den sich laufend wiederholenden Werbe- und Amtsamitteilungen. Manchmal in derselben Ausgabe oder auch hintereinander. Dabei sind das nicht die amtlichen Bekanntmachungen, die ja jeder Ort für sich bringen muss. Nicht nur, dass die gleichen Mitteilungen aus den Orten mehrfach erscheinen, sondern sie wiederholen sich oft nochmals bei den gemeinsamen Mitteilungen. Das erhöht nicht gerade die Freude des Lesers. Es fehlt halt an der Gesamtredaktion. Zugegeben, ein ganz klein wenig besser ist es schon geworden, aber noch lange nicht optimal. Zeit hätte man wahrlich schon genügend gehabt.

Unser Altersheim „Marienheim“

Wie unterschiedlich doch die Berichterstattungen sein können, merkt man am Marienheim. Im Federseejournal vom 02. Mai 2012 „Aus dem Gemeinderat, TOP 2: Jahresbericht Marienheim“ und in der SZ am 05. Mai 2012 „Pflegesätze im Marienheim steigen.“ Man könnte fast meinen, die beiden Berichterstatter seien nicht in derselben Sitzung gewesen. Folgendes steht allerdings fest: 1. Die Zufriedenheit bei den Heimbewohnern ist überwältigend. 2. Im Gemeinderat atmet man erleichtert auf. Hierzu sollte man einiges vermerken.

Zu 1. Wenn das so ist, ist das mehr als erfreulich. Man fragt sich, warum es bei den Krankenhäusern im Landkreis nicht nur wegen der Auflösung in Riedlingen und Laupheim sondern auch wegen einer beabsichtigten Privatisierung so einen Wirbel an Diskussionen gibt? Bei unserem Altersheim war das im vergangenen Jahr ja nicht der Fall. Ein kurzer Beschluss reichte aus. Aber nur zur Erinnerung, solches Lob gab es beim Altersheim 2003, als man die Betriebsführung an eine Fachgesellschaft nach Berlin übertrug, schon einmal. 2012 bezeichnete man das dann als einen „schweren“ Fehler und man vollzog den Weg der Privatisierung mit der Verpachtung endgültig. Zu 2. Das Aufatmen im Gemeinderat ist mehr als verständlich. Die Stadt hat mit dem Altersheim ab 2012 keine rechtliche Verantwortung mehr zu tragen und erhält eine gesicherte Pacht vom Betreiber. Der allerdings muss auch diese Pachtkosten in den Pflegesatz einrechnen. Das kann der Stadt wiederum völlig egal sein. Nicht Sie erhöht die Pflegesätze, sondern der Pächter. Ohne Verantwortung lebt es sich für Bürgermeister und Gemeinderat schon leichter. Der Schuldige, egal um was es geht, wird in Zukunft immer der „böse“ Pächter sein. Eine feine Sache, wenn man die moralische Verantwortung für seine Mitbürger zunächst schön hinter der rechtlichen Verantwortung des Betreibers verbergen kann. Verständlich, wenn da Stadtrat Preißing, der so ziemlich alles lobt, was bei der Stadt läuft, einen besonderen Dank an die Heimleitung ausspricht.

Unser Progymnasium

Hurra, man hört wieder einmal etwas über unser Progymnasium. In der SZ unter Riedlingen vom 05. Mai 2012 ist es zu lesen: „Kreis- und Progymnasium besiegeln ihre Kooperation“. Na also, die Schulleiter unterzeichnen einen Kooperationsvertrag. Die Zusammenarbeit wird verstärkt. Den Schülern wird der Übergang nach der 10. Klasse nach Riedlingen erleichtert und „verschönt“. Hört sich alles wirklich vernünftig an. Ein Siegeszug der Geheimdiplomatie der beiden Rektoren? Eine solche „Starthilfe“ wird bei einem Übergang an ein anderes Gymnasium in Biberach oder sonst wo natürlich nicht gewährt. Der Weg nach Riedlingen wird damit quasi „ als Regel festgeschrieben“. Pech für die anderen Schüler? Die Stadt hält sich auch hier – wie bekannt – vornehm zurück. Rein rechtlich ist da auch nichts einzuwenden. Es handelt sich um eine interne organisatorische Abmachung der beiden Schulen. Aber dennoch darf die Frage erlaubt sein, ob das nicht doch auch eine politische Nachwirkung beim Schulträger hat. Kaum zu glauben, dass hier ganz hinter dem Rücken des Buchauer Gemeinderats die Verhandlungen gelaufen sind. Wo aber war dann die Aufklärung bei der Bevölkerung? Erhofft man sich damit eine längerfristige Existenz des Progymnasiums vor Ort? Darf man das nicht erfahren?

Überaus interessant ist ja der letzte Absatz dieses Zeitungsberichtes. Die bisher verfolgten Buchauer Pläne zusammen mit Bad Schussenried ein Vollgymnasium zu etablieren, seien damit vom Tisch. Ein solches Vorhaben sei laut Rektor Hoffmann, Bad Buchau, sowieso ohnehin in weiter Ferne. Punkt. So etwas erfährt man von unserm BM ja nie.

Selten ist die Bevölkerung von Bad Buchau vom Rathaus so in Unkenntnis gelassen oder gar hinters Licht geführt worden. Als Bürger ist man an diesem Ort scheinbar der letzte, der Aufklärung erfährt. Das ist schon fast unverschämt. Eben der Buchauer-Weg.

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Stadtstreicher Nr. 72 ist da.

Federseemuseum und Weltkulturerbe

In der SZ Riedlingen wurde am 12.04.2012 der Bericht: „Museum schärft sein Profil –Unesco-Welterbetitel stellt Federseemuseum vor Chancen – und Herausforderungen“ veröffentlicht. Darin setzt sich der Museumsleiter, Dr. Ralf Baumeister, mit den bevorstehenden Änderungen am Museum selbst wie dessen Darstellungs- und Öffentlichkeitsarbeit auseinander. Er tut dies mit großem Engagement und viel Einfallsreichtum. Er untermauert seine Ideen auch mit bemerkenswerten praktischen Beispielen. „Wir definieren uns nun als Schwerpunktmuseum für die oberschwäbischen Pfahlbauten.“ All diese Visionen hören sich respektabel und vielversprechend an. Auch weiß er, dass das Federseemuseum „in Konkurrenz“ mit dem Pfahlbaumuseum am Bodensee steht, welches über die bloßen Ideen hinausgehend bereits seine praktische offizielle Vermittlerstelle des Unesco –Titels schon eingeleitet hat. Am Bodensee ist man halt etwas schneller in den Startlöchern.

Die Verzögerung liegt aber nicht an Dr. Baumeister und dem Altertumsverein als Betreiber des Museums. Die Gedanken für den angesprochenen Ausbau des Federseemuseum sind nicht mehr ganz neu. Es liegt an der Verwirklichung der Investitionen durch die Stadt Bad Buchau, bei der alles etwas erhabener oder zögerlicher läuft. Da verweist man im Rathaus dann immer auf die drückende Armut der Stadt. Dabei ist es Bad Buchau finanziell selten schon so gut ergangen wie in den letzten Jahren. Überflüssiges Geld hatte man noch nie und doch hat man am Rande aller Möglichkeiten immer noch einen zügigen Weg gefunden, seine Aufgaben zu erfüllen. Verwunderlich ist dem Stadtstreicher allerdings, dass der Museumsleiter anstatt der Bürgermeister sich den Geldhut aufsetzt. Es ist doch nicht vorrangig das Aufgabengebiet eines Archäologen nach Investitionszuschüssen zu graben. So muss man sich fragen, tut er das, weil er sich vom Rathaus diesbezüglich allein gelassen fühlt oder sich laufend vertröstet sieht? Aber vom Rathaus wird doch versichert, dass das Federseemuseum als “Kulturträger Nr. 1“ (Touristisches Entwicklungskonzept 2007) gesehen wird. Ja, Schein und Wirklichkeit! Da fällt einem nur der Ausspruch von Johann Wolfgang von Goethe ein: Es ist nicht genug zu wissen – man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen – man muss es auch tun.“

Broschüren und Berichte

In Zusammenhang mit den Recherchen um das Federseemuseum hatte ich die Gelegenheit die „Städtische Bibliothek“ etwas zu studieren. Darin habe ich Bände gefunden wie: Stadtmarketing-Konzeption/Lokale Agenda vom Mai 2004, überarbeitet im August 2005, überarbeitet im August 2006, vollständig überarbeitet August bis Oktober 2008 oder das Touristisches Entwicklungskonzept vom August/September 2007 und noch einige andere Broschüren und Berichte. Mehrere100 Blätter dicht beschrieben. Als Bürger kann ich mich düster erinnern, das eine oder andere einmal in der Zeitung gelesen zu haben. Aber den Bürgern öffentlich vorgestellt wurden diese grundlegenden Werke, meist von BM Peter Diesch höchst persönlich verfasst, noch nie. Auch kann man das nicht kaufen oder sonst wie an sie gelangen. Geheim sind diese Bände allerdings auch nicht. So gehen die theoretischen Erkenntnisse unseres Bürgermeisters aus seinen Studienjahren und Fachbüchern völlig an der Bevölkerung im Dämmerlicht nutzlos vorbei. Dabei überschlagen sich die Werke von Ideen und Vorschlägen nur so. Würden alle Wunschträume umgesetzt, wären wir die fortschrittlichste, schönste und erhebendste Stadt weit und breit. Weil das aber nicht so ist (Papier ist geduldig), kann man nur folgern: Bad Buchau ist für solche Erkenntnisse entweder zu klein, doch zu arm oder einfach zu wenig fortschrittlich. Oder unser Bürgermeister ist eben fachlich viel zu hoch „angesiedelt“ für uns. Schade um die vielen mühsamen Wochen oder gar Monate seiner theoretischen Arbeit, die letztlich wenig grundlegendes gebracht hat. Ob man diese Zeit nicht besser in konkrete brennende Bemühungen städtischer Aufgaben hätte anlegen können? Aber da sind ja noch die Gemeinderäte, die alles in Klausuren studiert, sich die Schriften unters Kopfkissen gelegt haben und der Erleuchtung harren.

P.S. Übrigens ein Tafelladen ist in den Werken nicht enthalten. Auch nicht die sorgsame Pflege und Unterhaltung unseres Stadterscheinungsbildes. Dafür aber der Traum von einem 4 Sterne Hotel…. Auch könnte man sich mit Aktionen wie beispielsweise einer Landesgartenschau beschäftigen.

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Der Stadtstreicher Kolumne Nr. 71 ist da.

Stadtstreicher Nr. 71

Nach einem kleinen, hoffentlich letzten, Winterhauch ist auch das Osterfest schon wieder vorbei. Osterhasen suchen im Schnee ist immer etwas Besonderes. Wer wollte, konnte sogar einen Schneehasen im Garten erstellen und die Ostergeschenke gut verpackt darin verstecken. Wohl kaum auffindbar für den Nachwuchs. Erst am Nachmittag vielleicht unter ein paar Sonnenstrahlen wieder freigegeben, zum Eierrollen. Nun, das sind so nette Osterüberraschungen. Die Kirchen waren zum Ostergottesdienst auch wieder einmal gefüllt. Auch Schokolade gab es in Mengen trotz Mangel an Kakaobohnen. Was soll also alles jammern und lamentieren.

Auch Bad Buchau geht es noch gut, trotz aller Schwierigkeiten, die uns umlagern. Schließlich wird weitsichtig geplant und gewirtschaftet. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten natürlich. „Eine Million Euro fließen in den Landkreis“, war da in der SZ am 04. April 2012 zu lesen. Dann werden 16 Gemeinden aufgezählt, in die das Geld fließt. Aber Bad Buchau fehlt, nicht nur in diesem Jahr. Es geht dabei nicht nur um gemeindliche Vorhaben, meist auch private Investoren erhalten hier Unterstützung. Also gibt es seit Jahren niemand mehr aus Bad Buchau, der solche Investitionen der Infrastrukturentwicklung in Angriff nimmt? Das gibt vielleicht schon zum Nachdenken Anlass. Überhaupt, wenn man das im Zusammenhang mit der Stadtsanierung sieht. Hier läuft ja bei Privatsanierungen auch nichts mehr. Man wartet nur auf den großen Wurf des Supermarktes und vergisst dabei vieles andere.

Vor kurzem traf ich einen Kurgast der Federseeklinik. Er war mit seinen Kuranwendungen und dem Angebot der Reha und seiner Betreuung sehr zufrieden. Dann meinte er, wenn man in die Stadt geht, kommt das große Erwachen. Hier fehle vieles, was man als Kurgast an Ambiente und ungebundenen Freizeitangebot an einen Kurort erwartet. Ein kurzer Bummel reicht, um festzustellen, dass man hier nichts versäumen kann und sich mit der weiten Landschaft zufrieden geben muss. Lediglich der Marktplatzbereich mache davon eine gewisse Ausnahme. Solche oder ähnliche Feststellungen sind leider keine Ausnahme. Es ist die Regel. Für eine Stadt, die von einem Tourismusfachmann als Bürgermeister geführt wird, schon etwas wenig.

Die Bürgerenergiegenossenschaft ist gescheitert. Groß und mächtig in der Öffentlichkeit vom Rathaus angekündigt, wird diese im Kleindruck zu Grabe getragen. Man würde es gar nicht mitbekommen, wenn nicht in „amfedersee.de“ ein kleiner Vermerk angebracht wäre. Gescheitert, weil man keinen Vorstand gefunden hat? Ich glaube eher gescheitert, weil man kein brauchbares Objekt verwirklichen konnte. Das Schuldach der GHWRS mit Turnhalle war da vorgesehen. Aber dieses Flachdach ist für einen solchen Versuch aus verschiedenen Gründen nicht geeignet. Also hat man wieder einmal den zweiten Schritt vor dem Ersten gemacht. Ergebnis: heiße Luft und eine kleine Enttäuschung mehr.

Aber wenigstens in der Natur regt sich wieder alles zu neuem Leben. Das alles ohne Bürokratie und Selbstverwaltung.

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Stadtstreicher Nr. 70

Stadtstreicher Nr. 70

Dem Stadtstreicher fällt seit längerem auf, dass die Diskussionsfreude in „amfedersee.de“ erheblich nachgelassen hat. Da fragt man sich natürlich: Wieso? Natürlich können nicht laufend spannende, umfassende Themen wie der Missbrauchsfall und Befangenheitsverstöße oder Nachlässigkeiten der Verwaltung und des Gemeinderates wie bei der Hauptsatzung aufgetischt werden. Dienstaufsichtsbeschwerden sollten sich auf wirklich generelle Themen beschränken und nicht zur Marktware verkommen. Aber zu diskutieren gäbe es in der Buchauer Lokalpolitik mehr als ausreichend. So manches läuft nur überaus schleppend und holprig vor sich hin, verzögert sich endlos oder wird gar korrigiert. Auch fehlt es hin und wieder an durchstehender Initiative und weitreichendem Blick um Infrastrukturbereiche aufzufangen oder fort zu entwickeln. Etwas mehr Leidenschaft könnten wir uns schon leisten. Dagegen mangelt es an Ausflüchten und Rechtfertigungen ganz sicher nicht. Aber damit wird eben nichts verändert und ganz sicher nichts neu gestaltet. Alles „Umgemacht“ auf die „große“ Politik zu schieben, ist ebenso wenig gerechtfertigt.

Wieso wird also weniger diskutiert? Ist es das Gefühl, man kann doch nichts verändern? Also Enttäuschung? Wird den Erwartungen der Bürger in Bad Buchau nicht entsprochen? Oder hat man das Gefühl, es wurden Hoffnungen zerstört? Ist es Ratlosigkeit, Unschlüssigkeit? Oder ist es Zufriedenheit und Sorglosigkeit? Einvernehmen und Einverständnis mit den Gegebenheiten? Aber was es nun auch sein mag, für den Bürger ist es das Schlimmste, in der Politik keinen Entschluss zu fassen, sich also nicht zu äußern. Demokratie lebt nun mal von Rede und Gegenrede und das nicht nur im Gemeinderat. Sich zu Themen auch aus der Bevölkerung zu äußern oder auch Fragen zu stellen, schadet zwischen den Wahlen ganz sicher nicht. Professor Schiefele (Pädagogik II in München 70iger Jahre) sagte in seinen Vorlesungen immer: “Wenn Sie Fragen haben, dann melden Sie sich. Haben Sie keine Angst, für dumm zu gelten. Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten.”

Da konnte man dieser Tage in den Stadtnachrichten Bad Schussenried lesen, dass man gerne mit Bad Buchau und Ingoldingen in der offenen Jugendarbeit gemeinsame Grundlagen erarbeiten wolle. Eine Sozialraumanalyse solle den Handlungsbedarf der Gemeinden aufzeigen und in konkreten Handlungsempfehlungen einmünden. Ingoldingen hat bereits zugesagt und die Bad Schussenrieder würden auch ohne die Bad Buchauer Beteiligung diesen Weg beschreiten. Die Buchauer Zurückhaltung wird damit begründet, dass man zuerst die Zukunft des „Juze“ klären wolle. Das ist kaum zu verstehen. Soll doch die Sozialraumanalyse gerade für solche Jugendeinrichtungen Hilfsmittel liefern und Entscheidungsstrategien aufzeigen. Macht man hier wieder einmal den hinteren Schritt vor dem vorderen? Oder ist es nur eine fadenscheinige generelle Absage nach Bad Schussenried? Aber so wird man nie eine Zusammenarbeit in dem Dreieck Bad Buchau – Bad Schussenried – Ingoldingen in schulischen Fragen im besonderen und der Jugendarbeit allgemein finden. Dabei wäre das so dringend. Solche Sachen muss man auswärts lesen, weil das Buchauer Rathaus nicht in der Lage ist, dies öffentlich preis zu geben. Das sind wir gewohnt. Denn so erfährt man nie etwas, wenn bei uns etwas schief läuft. Damit wären wir wieder beim Thema der Buchauer Geheimdiplomatie, die also einen tieferen Grund hat.

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Stadtstreicher Nr. 69

Stadtstreicher Nr. 69

Wulff zum Letzten

Nun als Stadtstreicher, so jeden Tag auf der Straße und auf der Pirsch nach Informationen bekommt man schon einiges mit. Auch Sachen, die man am besten bei sich behält. Aber so ein Wulff –Auftritt wird nicht so oft präsentiert. Da hört’s wirklich auf. Je nach Einstellung könnte man diese Vorführung als Schauspiel, Tragödie oder Zirkusnummer betiteln. Ein Schwank ist es jedenfalls nicht. Zwischenzeitlich ist selbst vielen CDU-Leuten doch das Lachen vergangen. Die Bürger sind sowieso am Boden zerstört. Über das ärmliche Trostpflaster des Ehrensolds von 200.000 Euro hinaus, noch ein Büro, Dienstwagen, Chauffeur und Sekretärin. Ich behaupte, da haben die Väter dieser Regelung auf jeden Fall noch Zahnpasta und Klopapier vergessen. Aber da geht es nur um Kleinbeträge, weil so viel Zähneputzen und Toilettenbenutzung kann man gar nicht hinter sich bringen, dass so etwas ins Gewicht fällt. Soll bloß einer sagen, die Politiker würden nicht weitblickend vorsorgen. Natürlich ist der Bundespräsident – speziell Wulff- verglichen mit den Managern in der Wirtschafts- und Bankenwelt immer noch ein kleines Würstchen. Aber die haben die moralische Beurteilungsskala sowieso schon längst gesprengt. Mit dem muss man sich trösten, um wieder gesunden Schlaf zu finden. Was aber ein ehrenamtlicher Bürger denkt, der sich für die Mitmenschen und den Staat, um der verpflichtenden Gemeinschaftmoral willen, für ein Dankeschön einsetzt, soll hier nicht weiter behandelt werden. Auch die anderen „Opfer“ in vielen Bereichen unserer praktizierten Gleichheit, sollte man besser nicht befragen. An den enttäuschten Nichtwählern oder der voranschreitenden Zersplitterung der politischen Parteienlandschaft, werdet ihr sie erkennen. Solche Vorkommnisse sind dafür bestens geeignet. Irgendwie haben es Wulff und Co schließlich geschafft, unsere Politiker allgemein mit weiteren Zweifeln zu behaften. Das ist traurig und bedenklich.

Einsichten

Na also, über das kostenpflichtige Parken am Federseemuseum wird wieder im Gemeinderat verhandelt. Das war vorauszusehen und der Stadtstreicher hat das angekündigt (Nrn. 40,41,44). Zunächst ist es lobenswert , hervorzuheben, dass man Fehler erkennt und berichtigt. Vor allem bei der Kategorie von Fehlern, von denen man sagt: „Fehler sind da, um gemacht zu werden“. Das trifft hier wieder einmal eindeutig zu. So unbedarft und schlecht vorbereitet die Verwaltung hier den Gemeinderat zum Beschluss geführt hat, war dies nicht zu vermeiden. Natürlich hat der Gemeinderat selbst genau so blauäugig und unkritisch die Sache entgegengenommen. Aber zum Lernen ist es bekanntlich nie zu spät. Eines ist jedenfalls sicher, mehr Fehler kann man hier kaum mehr machen. So ist beim zweiten Anlauf wohl zwangsläufig ein besseres Ergebnis garantiert. Bedauerlich, dass die Stadt völlig unnötig einige treue Besucher schon schwer verprellt hat. Sie wurden halt Opfer der Buchauer Risikobewertung. Andere würden vielleicht von Zick-Zack-Kurs sprechen.

Vor kurzem hat das Land wieder Stadtsanierungsmittel im Landkreis verteilt. Bad Buchau fehlte. Nun im Moment sind die letzten Mittel noch nicht verbraucht. Aber es könnte ja sein, am Schluss fehlt doch noch Geld. Überhaupt bei privaten Sanierungsmaßnahmen der Hauseigentümer innerhalb des Sanierungsgebietes läuft gar nichts. Dabei wären auch dies wichtige Begleitmaßnahmen um die Stadtbildgestaltung abzurunden sowie strukturelle Bauanreize zu fördern. Die Aufwertung der alten Bausubstanz ergäbe nicht nur modernen, behindertengerechten Wohnraum. Es könnte auch junge Familien reizen. Die Erneuerung von Straßen und Plätzen allein ist keine „inhaltliche, lebendige“ Aufwertung des Stadtgebiets dem Grunde nach. Aber gerade das wäre das Ziel, was leider die letzten 10 Jahre so gut wie kaum mehr verfolgt wurde. Die Stadt schaut nur wie gebannt auf das Götzburgareal. Das ist viel zu einseitig und zu kurz angelegt. Wenn dieser Schwerpunkt nicht zum gewünschten Ziel führt, ist alles gescheitert. Auch an den angrenzenden Gebieten mit wirklich schlechter Bausubstanz ist nichts, aber auch gar nichts geschehen. Die Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet werden völlig ignoriert, allein sich selbst überlassen.

Beim Parkplatz am Federseemuseum kann man Beschlüsse verbessern, bei der Stadtsanierung nicht mehr. Wenn hier das Programm demnächst gelaufen ist, ist es vorbei und einmalige Chancen mit breiter Auslegung sind verspielt.

Es gibt die kurzlebige Tagespolitik, die ausgewogene Politik und die weitsichtige Politik. Beurteilen sie selbst, welche Politikform in Bad Buchau bevorzugt wird.

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Stadtstreicher Kolumne Nr. 68 ist da

Stadtstreicher Nr. 68

Natürlich gehört die Umfrage in „amfedersee.de“ über den Rücktritt von Bundespräsident Wulff schon längst gelöscht. Aber man sollte es nicht glauben, hier wird nach dem vollzogenen Rücktritt tatsächlich weiter abgestimmt. Da ist wohl schon die Frage angebracht, ob im tiefen Federseemoor immer noch ein paar uninformierte Buchauer herumirren. Dort, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Wäre vielleicht schon möglich. Oder wollen ein paar Leute einfach nur „amfedersee.de“ verarschen? Aber d‘ Fasnet isch rum. Man sollte sich wieder aktuelleren Themen zuwenden.

Wie beispielsweise den Bauplätzen. Im letzten Info „Der Südfinder“ vom 29. Februar 2012 wurde eine Liste über Bauplätze veröffentlicht. Alle Städte im Landkreis Biberach waren vertreten, nur die Stadt Bad Buchau fehlte. Das spricht für unsere Verwaltung, die ein bisschen hinterm Federseemoor zu Hause ist. Wird bei uns so viel gebaut, dass man auf eine kostenlose Werbung verzichten kann? Im Jahr vielleicht 2 bis 3 Häuschen. Deswegen haben wir auch eine rückläufige Bevölkerungszahl. Aber so etwas scheint nicht weiter zu berühren. Schließlich haben wir andere Sorgen. Die Stadt selbst hat seit über 10 Jahren kein Baugebiet mehr erschlossen. Lediglich Privat wurde hier etwas getan. Wegen des ungeheuren Baubooms in unserer Stadt, hätten wir sogar aus dieser Vergangenheit noch Plätze zur Verfügung. Aber wozu bewerben? Man überlässt es dem Zufall, wie so manches andere auch. Der Stadtstreicher hat schon wiederholt auf diese Situation hingewiesen. Aber auch das bekümmert niemand. Kein Wunder, dass „Der Südfinder“ uns schon gar nicht mehr zu den Städten im Landkreis Biberach rechnet. So ist das halt, wenn man sich nicht regt, wird man einfach vergessen.

Trotz alledem, der Frühling bringt sich in Erinnerung, auch in Bad Buchau. Gestern flatterten tatsächlich schon zwei zitronengelbe Schmetterlinge vor unserem Wintergarten. Und die Sonnenstrahlen der letzten Tage haben meine Frau total verwandelt. Ich dachte schon, sie sei ausgezogen. Aber da sah ich Sie tief gebückt im Garten, das alte Laub rechen. Wenig später entdeckte ich in einer Schachtel auch eingekaufte Frühjahrsblüher. Ein paar Minuten später waren die in den Blumentöpfen rund ums Haus verteilt. Ich fragte sie, ob sie denn von einer Biene gestochen worden sei. Nein, aber von den Sonnenstrahlen, gab sie zurück. Scheinbar hat das bei den Frauen die gleiche Wirkung. Wir Männer sind da viel gelassener und abgeklärter. Wir wissen aus langer steinzeitlicher Jagderfahrung, dass dieses Wetter im Moment nur reine Kosmetik ist. Der nächste Schnee kommt bestimmt. Aber die Frauen verfallen da gleich in Euphorie und bringen die größte Unruhe in das vertraute Heim. Und uns Männern wird ganz übel bei den Aufträgen, die da auf uns hernieder prasseln. Die Zeit, wo es heißt: T’ätscht Hecka schneida….t’ätscht…….. bricht nämlich wieder an. Also meine Herren, Pfeil und Bogen aus dem Keller holen und auf zur Jagd. Egal auf was, nur möglichst aus den Blicken unserer Frauen verschwinden.

Noch was. Da sah man vor kurzem doch ein Foto mit Bauhofarbeitern. Sie lagen in verrenkten Stellungen unter dem Federseesteg auf dem Eis wie umgedrehte Maikäfer. Sie haben einen Mittelsteg aus Metall im Schweiße ihres Angesichtes eingezogen, um die verzogenen Eichendielen des Steges besser zu fixieren. Die Männer taten mir leid. Wieder einmal müssen die Untersten, die Fehler der Großkopfigen ausbaden. Das wäre doch was für unsere Gemeinderäte, den Bürgermeister und den Architekten gewesen. Die haben den Konstruktionsfehler schließlich verursacht. Dann würden bei zukünftigen Beschlüssen vielleicht umsichtigere Ergebnisse heraus kommen.

Zur Zeit wird ja, wie vom Stadtstreicher voraus gesehen, wieder an den Parkplatzgebühren beim Federseemuseum herumgedoktert. Auch hier sind unausgegorene Gedanken zu berichtigen. Vielleicht kommt mehr dabei heraus, als Seifenblasen.

Ja, im Frühjahr wird der Winterdreck beseitigt. Allenthalben.

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