Der Stadtstreicher:

Die Kolumne aus und über Bad Buchau.

Der Stradtstreicher von Bad Buchau

Gestatten, ich bin der Stadtstreicher, und schreibe hier sporadisch was mich bewegt, beeindruckt und fasziniert, gerade so wie ich eben Lust darauf habe. Als solcher habe ich Zeit zu beobachten, mir ein Bild zu machen von dem, was vorgeht in unserem Buchau, darüber nachzudenken oder auch zu sinnieren und um es in dieser neuen Internetkolumne den Buchauern zum Lesen und Schmunzeln zu präsentieren. Der Stadtstreicher hat nichts zu tun, er hat keine Interessen, schon gar keine geschäftlichen. Er und seine Gedanken sind frei, er darf sich vor allem fragen: was soll dies, was bedeutet jenes, warum so und nicht anders. Alles Fragen, die sich auch mancher Bürger immer wieder stellen mag. Fragen, gestellt mit einem humorvollen Augenzwinkern, gerne auch mal scharfsinnig, aber nie verletzend, denn der Stadtstreicher hat dem Ärger dieser Welt den Rücken gekehrt. Bis bald euer unbekannter stadtstreicher.

Zum Kurpark, Radfahrer absteigen, Hunde an der Leine, Küchenmöbel bitte links hinwerfen.

Hunde an der Leine bitte. Radfahrer absteigen . Küchenmöbel bitte draußen lassen. Gehören ja auch nicht zum Kurpark.

Was die Asylanten alles wegwerfen weil man sie mit Altmaterial von Gutmenschen zupflastert kann man hier sehen. Bitte nicht jeden Tag auf neue hier MÖbel und alte Sofa abladen. Die Asylanten-Familien wissen schon längst nicht mehr wohin damit. Hier geht es in erster Linie zum Kurpark.

Auf meine Frage in der letzten Gemeinderatssitzung ob der Unsinn alles verbrauchte den Asylanten hinstellen nicht auf hören könnte antwortete der Bürgermeister: hier wohnen keine Asylanten! Er meinte wohl schwäbische Araber, das muss einem natürlich erst einmal gesagt werden. Na ja ich kenne die jungen Familien besser und denk mal dass sich das regeln lässt. Trotzdem wird zum Schluss die Stadt in die Pflicht genommen.

. . . seltenes und  schönes in Bad Buchau, der Bürgermeister jedenfalls sieht’s gelassen, danke

. . . stille Winkel zum Verweilen . . .

2 Kommentare

Berlin 19-12

berlin1912

 

berlin1912-2

.

 

Nachtrag 21.12.2016  14.46  Uhr

Verdächtiger Tunesischer Asylant kommt aus Ravensburg zuletzt.

do guck na:

in der Ravensburger  Justizvollzugsanstalt saß der Verdächtige für einen Tag in Abschiebehaft. Was anschließend passierte weiß in diesem unserem Lande niemand.  Ravensburg/Berlin dpa/sz  Nach dem Anschlag in Berlin fahndet die Polizei Medienberichten zufolge bundesweit nach einem Verdächtigen.

Im Fußraum des Führerhauses des Lkw, der am Montagabend in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast war, wurde nach Medieninformationen eine Duldung mit den Personalien gefunden. Laut „Bild.de“ lag das Dokument unter dem Fahrersitz. Es sei auf einen Tunesier ausgestellt. Über Herkunft und Alter gab es verschiedene Angaben.

Dem Leiter der Justizvollzugsanstalt Ravensburg, Thomas Mönig, wurde der tatverdächtige Tunesier als“Anis A.“ am 30. Juli in Abschiebehaft eingeliefert. Tags darauf wurde er wieder entlassen. Keine Abschiebung- der Typ ist untergetaucht!!!  Laut Amtsgericht Ravensburg wurde der Mann zuvor in Friedrichshafen mit falschen Papieren aufgegriffen und in die Abschiebehaft nach Ravensburg eingewiesen.  Das Amtsgericht prüft gerade welche Details der Öffentlichkeit weiter gegeben werden sollen.

 

20 Kommentare

Stadtstreicher Nr. 129 die Kolumne von Bad Buchau zum Thema Bürgerwerkstatt

rathauskleinEinladung zur Bürgerwerkstatt am 25. Februar 2015

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
nicht nur der demografische Wandel sondern auch städtebauliche und gesellschaftliche Belange verändern unsere Stadt und unser Miteinander. Neben dem Erhalt unserer Strukturen müssen wir uns den Herausforderungen der Zukunft stellen. „Wie wollen wir heute und in Zukunft in der Stadt Bad Buchau leben? Wohin soll sich unsere Stadt in den kommenden Jahren entwickeln?“ Mit diesen Fragestellungen sollen Sie sich bei der Bürgerwerkstatt aktiv einbringen. Ihre Meinung und Ideen sind am Mittwoch, den 25. Februar 2015, um 18.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus (Karlstraße 24) gefragt.
Mitgestaltet und moderiert von der Wüstenrot Haus- & Städtebau GmbH soll die Bürgerschaft einen wichtigen Beitrag für das zu erarbeitende Stadtentwicklungskonzept (INSEK) leisten.  Das INSEK ist zudem ein wichtiger Baustein für die weitere Stadtsanierung.
Ich hoffe und wünsche mir eine große Teilnahme seitens der Bürgerschaft.
Ihr Bürgermeister
Peter Diesch

 

Sie wundern sich über den Abdruck dieser Einladung an dieser Stelle?

Diese Rubrik setzt sich mit unserer Stadtpolitik kritisch auseinander. Das haben Sie als Leser wohl schon gemerkt. Wie oft haben wir schon gefordert, hiesige Kommunalpolitik nicht nur vom Rathaus aus zu machen sondern auch die Bürger aktiver mit einzubeziehen. Unsere bisherigen seltenen Bürgerversammlungen haben das nicht geleistet. Da ging es mehr oder weniger um Rechenschaftsberichte, um die Erläuterung von mehr oder weniger feststehenden Tatsachen oder nur um Verständniswerbung bereits gefasster Beschlüsse; also um Unterrichtung und nicht um Mitgestaltungsmöglichkeit. Das ist ein gravierender Unterschied.
Dies könnte erstmals bei dieser Einladung etwas anders laufen und die Gelegenheit dazu sollte wahrgenommen werden. Auch wenn der Beteiligungprozess vom Rathaus aus nicht ganz freiwillig angestoßen wird, sondern wegen des Erhalts zukünftiger Zuschussgelder vorgeschrieben ist.
Natürlich ist das Thema unheimlich breit angelegt und es besteht die Gefahr, dass man sich bei der generellen Zukunftsdiskussion total verlieren kann. Deshalb wären ein paar konkretere Anhaltspunkte – neben den städtebaulichen und gesellschaftlichen Belangen, Herausforderungen und Entwicklungen der Stadt – schon hilfreich.
Ferner sollte die Verwaltung dem Bürger bereits gewisse Kenntnisse vor der Versammlung zu den Themen zukommen lassen, denn ohne jegliche Vorbereitung, von einer Minute zur anderen, die Einwohner über Probleme zu befragen, ist eine Überforderung und gegenüber den Beteiligten eine „ungerechte“ Behandlung. Hier hat die Verwaltung eine Bringschuld. Nur bei gleichem Kenntnisstand ist eine ausgewogene Bewertung auf Augenhöhe durch die Beteiligten möglich. Alles andere ist ein Überfahren durch die Macht der Wissenden.
Aber der Bürger ist natürlich auch selbst aufgefordert, sich der Sache engagiert anzunehmen.
Man könnte sich vorstellen, dass nach dieser Bürgerversammlung erst die eigentliche Arbeit einer Bürgerwerkstatt beginnt. In zwei oder drei Stunden ist ernsthaft die Zukunftsentwicklung Bad Buchaus kaum abzustecken. Oder soll die Veranstaltung nur ein „Mäntelchen“ einer Bürgerbeteiligung nach außen sein?
Über all das Angesprochene sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen. Das Thema ist einer ernsthaften Anstrengung von Rathaus und Bürgerschaft wert. Trotz der Fasnetszeit ist dem Thema von allen Seiten Ernsthaftigkeit geboten.

plakat2015-8

Hinterlasse einen Kommentar

Stadtstreicher Kolumne No.128 – Gänseblümchen an Weihnachten

Wer in seinem Garten etwas genauer Ausschau hält kann sie entdecken: Gänseblümchen. Wir sind also nicht mehr auf Weihnachtssterne oder Christrosen angewiesen, um unser Blumenherz zu erfreuen. Frühjahr an Weihnachten. Die extremen Situationen des Klimas, der Umwelt insgesamt und der Weltpolitik haben sich nicht unwesentlich verschoben. Darüber kann niemand mehr einen Zweifel haben. Und die Ursachen all dieses Geschehens sind wir Menschen auf dieser Welt, die Krönung der Schöpfung. Uneinsichtigkeit und Kurzsichtigkeit überall, wo man nur hinsieht. Macht, Geld und Eigensinn bestimmen unsere Existenz in erster Linie. Diesen Ego-Trips werden alle erprobten ethischen Werte unterworfen und selbst Religionen gegenseitig ausgespielt und damit Moral und Verantwortung völlig missbraucht. Jeder ist sich selbst der Nächste, das gilt vor allem in der Politik und in der Völkerfamilie.
Nun so ganz wesentlich anders, war es ehrlich gesagt, noch nie auf der Welt. Der rote Faden zieht sich durch alle Jahrhunderte. Bedauerlich, dass der Mensch sich letztlich überhaupt nicht ändert, wen es wirklich darauf ankommt. Das einzige, was sich geändert hat, ist der unglaublich technisch-wissenschaftliche Fortschritt und die weltweite Verquickung unserer Taten. Aber letztlich ist das ohne Gewinnung an moralischer Verantwortung auch kein Fortschritt, als eher noch eine zusätzliche Belastung. Unsere Welt ist viel zu unterschiedlich wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich aufgespalten, als dass Frieden und Weitsicht auf einen Nenner gebracht werden könnte. Es geht immer nur um Gewinner und Verlierer und damit um Machtstreben, das neue Ungerechtigkeit aussät. Die Angst nach dem Verlust dieser Macht treibt die Welt um, im Kleinen wie im Großen. Dabei werden wir alle die Verlierer sein.
So können wir sicher sein, dass die Weihnachtsbotschaft vom Neubeginn, mit der Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit in dieser Welt, uns immer erhalten bleiben wird. Erreichen werden wir es wohl nie. Aber wir haben wenigstens ein Ziel vor Augen. Und wenn wir mit diesen Augen uns nicht nur selbst sehen, sondern über den Zaun blicken, auch einen direkten Nachbarn, dem wir ganz persönlich helfen können. Fangen wir ernstlich einmal damit an.
Der neue Gemeinderat hat sich 2014 eingeführt. Er verdient den Namen „Neu“, denn sein Engagement ist beachtlich. Er steigt tiefer in die örtlichen Gegebenheiten ein als sein Vorgänger und bemüht sich die bürgerlichen Belange ausgewogen zu gestalten. Das kostet viel Zeit und Mühe aber es wird sich beim Durchhalten auszahlen.

Auch ist es mehr als erfreulich, dass nicht die einzelne Person im Gremium im Vordergrund steht, sondern die Gemeinsamkeit der Aufgabe. Auf Personalattacken innerhalb des Gremiums können wir verzichten. Das ist mehr als angenehm. Diesbezüglich haben wir in Bad Buchau tatsächlich einen Neuanfang geschafft. Aber es ist noch einiges zu gestalten.
Die Stadtstreicher wünschen allen Bürgern ein besinnliches Fest.

1 Kommentar

Stadtstreicher Nr. 127 – die Kolumne für Bad Buchau

Bürgermeister werden, ist nicht allzu schwer, Bürgermeister sein, dagegen sehr.
Rathaus Wain am Sonntag, den 30. 11.2014 neuer Bürgermeister mit 95,2 % gewählt. „Da freuen sich zwei“, stellt Landrat Heiko Schmid fest. „Einer, der loslassen, und einer, der anfangen darf.“ Ein „toller Kerle“ sei Stephan Mantz, hochqualifiziert für das Amt. Lichter anzünden könne nur, wer selber brennt – „und Sie, Herr Mantz, brennen.“ Da scheinen die Wainer ja ein besonderes Glück gehabt zu haben, bei einem solchen Bürgermeisterkandidaten, wenn sich der Landrat und die Wähler nicht ganz täuschen. Wunschtraum ist eine Kreuzung aus volkstümlichem Bierzeltkönig und kreativem Verwaltungsmanager mit betriebswirtschaftlichem und juristischem Fachverstand. Und solche Kreuzungen bringt die Natur nicht sehr oft zustande. In einem solchen Fall reicht natürlich eine Bewerbung völlig aus. Viele Gemeinden müssen da mit etwas tieferen Erwartungen einsteigen. Aber Gott sei Dank entwickeln sich Bürgermeister als durchaus volksnah, kreativ und erfolgreich für die Gemeinden noch während ihrer Amtszeit. Diese zeigen ihre Fähigkeiten nach dem Motto, wem Gott ein Amt gibt, gibt er auch die Kraft dieses auszufüllen. Da haben die Uttenweiler Bürger eine schwere Entscheidung vor sich, denn sie haben gleich zwei brauchbare Bewerbungen.
Schiff ahoi!
Aber schauen wir wieder auf unsere Stadt am Federsee. Denn hier steht das „Regierungsprogramm“ des neuen Gemeinderats, das aus der Agenda unseres Bürgermeisters in einer Klausur entwickelt wurde. Aus über 200 Seiten hat die SZ Riedlingen den Kunstgriff geschafft, es auf knapp drei Schreibmaschinenseiten zusammen zu fassen. Was wohl in der Agenda sonst noch alles steht, lässt sich kaum erahnen. Gesehen und auch gelesen hat diesen „Masterplan“ mit 19 Bereichen des buchauer Kommunallebens ohne konkrete Schwerpunkte noch kein einziger normaler Bürger. Dabei wäre es vielleicht tatsächlich ein „Hit“ an Unterhaltung.
Der Gemeinderat hat mit 10 vermerkten konkreten Handlungsfeldern sich zufrieden gegeben. Für fünf Jahre Arbeit eine durchaus sehr anspruchsvolle Auswahl, zumal das eine oder andere sich noch einschieben wird. Da kann man nur sagen: “Die Seile los, das Schiff legt ab.“ Wohin geht die Reise? „Kommunalpolitik ist alles andere als ein statischer, sondern ein ausgesprochen komplexer Prozess, der weder Anfang noch Ende kennt.“ sagt der Kapitän des Schiffes. So richtig diese Worte auch sein mögen, geht dies nicht ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Totale Orientierungslosigkeit, im Nebel kreuz und quer über den Federsee kreuzen? Ein Flickenteppich, das kann nun wirklich nicht sein. Was soll aus Bad Buchau werden? Seit dem Krieg haben wir uns als kleinstädtisch-ländlich freie Reichstadt heraus in Richtung Heilbäderstadt mit Natur- und Kulturpotenzial bewegt und erfüllen wichtige Unterzentrumsfunktionen im Gemeindeverwaltungsverbandsgebiet. Mit keinem Wort ist diese Fortsetzung benannt. Wird dies konzentriert weiterverfolgt und werden in dieser Richtung weitere bedeutende Akzente angesteuert? Manches wäre da beharrlicher fortzusetzen und vieles weiter zu stärken! Dies ist ein Prozess „der weder Anfang noch Ende kennt“. So fragt man sich, wohin will man Bad Buchau überhaupt weiter entwickeln? Klare Bekenntnisse und Orientierungsschwerpunkte sind nicht selbstverständlich und schon gar nicht kann man sie ohne weiteres austauschen oder dazu neue Antworten finden.
Eine besinnliche Adventszeit allen Lesern des Stadtstreicher.
Kommentare deaktiviert für Stadtstreicher Nr. 127 – die Kolumne für Bad Buchau

Stadtstreicher Kolumne 126 – Aktivitäten oder Bauchlandung

Gestalterische Aktivitäten oder Bauchlandung?
Die Ausbildungsmesse durch den Amitie´-Club in Alleshausen ist zu einem echten Event im Federseegebiet und darüber hinaus geworden. Hier treffen sich die Anbieter der Region in werbewirksamer Aufmachung in der SZ im Südfinder und weiterer Werbemittel. 39 Aussteller in Alleshausen aus Industrie, Handwerk, Dienstleistung, Gesundheit, Soziales und Bildung!

Da kann sich die WGB Bad Buchau bei ihren Veranstaltungen, was Auftreten anbelangt, eine Scheibe abschneiden.

Was doch kleine Gemeinden auf die Füße stellen, wenn man etwas Einfallsreichtum hat und nicht nur darauf wartet, dass gebratene Tauben vom Himmel fallen oder sich mit leeren Händen an die Klagemauer stellt. Wer glaubt, dass man mit aufwendigen Gutachten oder vermessenen Leerständen alleine verstaubte Schaufensterscheiben füllen kann, hat die Zeit überlebt. Etwas mehr Kreativität wäre da schon angebracht und wie Alleshausen beweist, geht das sogar ohne Gutachten, dafür aber mit mehr Gestaltungswillen. Natürlich ist das unheimlich schwer, nachdem Bad Buchau durch mangelhafte Anziehungskraft sowie fehlender Angebotsvielfalt des Handels und Handwerks bei der Kundschaft schon längere Zeit ein negatives Image hat. Im Gegensatz zu Bad Schussenried, wo das Einkaufsleben noch pulsiert und auch die Bad Buchauer gerne ausweichen.
Aus der Informationszeitschrift über die parlamentarische Arbeit der CDU-Landtagsfraktion vom November 2014 (S. 8) entnehmen wir auszugsweise ein Interview mit Landtagspräsident Guido Wolf:  Frage:  Steht der direkte Draht zu den Bürgern heute mehr im Mittelpunkt als früher? „Absolut…………Wir müssen aktiv auf die Menschen zugehen, mit Ihnen reden und hören, was sie uns zu sagen haben. Vielleicht haben wir das in den vergangenen Jahren ein bisschen verlernt? Die Nähe zu den Menschen muss aber wieder unser Markenzeichen werden.“ Das passt für die Kommunalpolitik in Bad Buchau wie zugeschnitten. Bei der Vorstellung der Agenda 2014 könnte da ein Neuanfang gesetzt werden – natürlich nicht mit dem Vorlesen des romanstarken Standartwerkes, sondern in etwas konkreterer und realitätsverbundener Zwiesprache wie der nachfolgende Absatz aufzeigt.

Unser Finanzchef auf dem Rathaus hat das Jammern noch nicht verlernt (SZ vom 13.11.14).

Natürlich hat er die Aufgabe, vor zu großen Hoffnungen zu warnen. Aber er trägt doch etwas stark auf. „Auf Höhenflug folgt Bauchlandung“ oder „ein fürchterliches Werk“ und ähnliche Sprüche sollen wohl den voreiligen Durst der neuen Gemeinderäte stillen. Ein Engpass zwischen guten oder sehr guten Jahren bringt Bad Buchau nicht an den Rand des Ruins. Schließlich hat der Kämmerer entsprechende Rücklagen angesammelt. Mehr als interessant, wenn nicht gar fatal, ist das Gejammer nach der Klausurberatung der 200 seitigen Agenda unseres Bürgermeisters. Wurde da diese Realität ausgeblendet? Oder haben die beiden sich nicht koordiniert? Der eine baut Luftschlösser, der andere haut eine Vollbremsung rein? Das innerhalb eines Monats. So werden beide nicht gerade vertrauenswürdiger. Das bezeugt auch die Überraschung des Bürgermeisters: “Das habe ich in den zwölf Jahren meiner Amtszeit noch nie erlebt.“ Es war auch stets eine gute Situation! Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Aber das ist nichts Neues. Einigen wir uns auf die Formel: Auf recht hohem Niveau geht es Bad Buchau finanziell noch nicht ganz schlecht. Natürlich ist Wachsamkeit angebracht. Gegenwärtig braucht man allerdings noch nicht alle Heiligen anflehen.

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Der aktuelle Stadtstreicher 125

Stadtstreicher 125
Die Bad Buchauer Agenda (SZ Bericht vom 29.10.14))
Es ist richtig und wichtig, wenn der neue Gemeinderat mit 11 neuen Mitgliedern in die Aufgaben der Stadt eingewiesen wird und sich über die kommunale Situation unterrichten lässt. Ob die Klausurtagung auf die Schwäbische Alb verlegt wurde, um hier etwas Höhenluft zu schnuppern, bleibt unbeantwortet. Wahrscheinlich fuhr man dorthin, um dem Federseenebel zu entgehen und damit klare Sicht auf die Zukunft nehmen zu können. Die äußeren Bedingungen sind nicht immer ganz unwichtig bei solch anstrengender Tätigkeit. Auch etwas Abstand von der Heimatenge tut manchmal gut, um Gedanken frei zu machen. All das brauchte man wohl, um die Agenda 2014 des Bürgermeisters mit 200 Seiten „durchzuackern“. Übrigens beim Ackern auf der Schwäbischen Alb gibt es oft mehr Steine als Boden. Vielleicht wollte der Bürgermeister auf die Kargheit des Bodens aufmerksam machen. Die Gemeinderäte haben sicher getestet, ob das Ackern oder die Agenda mehr Schwierigkeiten verursacht haben. Immerhin hatte die Agenda 2004 nur 130 Seiten und die Agenda 2008 nur 165 Seiten. Der Bürgermeister mutet also seinen Gemeinderäten eine immer größere „Ackerfläche“ auf immer steinigeren Boden und zudem bei immer dünnerer Luft zu. Vielleicht wählt er das nächste Mal gar einen Steinbruch in den Allgäuer Alpen aus. So viel zur Örtlichkeit und zu den äußeren Arbeitsbedingungen.
Vom Schreibumfang der Lokalen Agenda her, lässt sich unser Bürgermeister nie lumpen. Was ist überhaupt eine Agenda? Laut Duden: Merkbuch; Liste von Gesprächs- oder Verhandlungspunkten. Also liebe Bürger auf gut Deutsch eine verinnerlichte Beratungsgrundlage. Mit diesem 200 seitigem „Schmöker“ kann man fast jeden Gemeinderat in zwei Tagen „erschlagen“. Entweder man hält unseren Schultes für einen bedeutenden Betriebswissenschaftler und fühlt sich ganz klein auf der Bühne, weil man die Welt nicht mehr ganz versteht (schon wegen der vielen Fremdwörter). Es kann aber auch sein, in vier Wochen hat man den ganzen „Schinken“ verdaut und sich wieder in der Realität des Alltags eingefunden. Das zweite dürfte bei den meisten der Fall sein. Zumindest hat man in der Vergangenheit bei Beratungen im Gemeinderat seit 2004 je kaum mehr etwas über Eckpunkte einer Lokalen Agenda vernommen. Die 2004 mit Fanfaren installierten vier Arbeitskreise/Initiativgruppen sind zwischenzeitlich klanglos und ohne Presserummel untergegangen. Manch andere gängigen Schlagworte mit verheißungsvollem Inhalt auch. Von Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerbeteiligung, Motivation der Bevölkerung, Stadtmarketing und Qualitätsmanagement wird Bad Buchau ebenfalls nicht gerade überrollt. Kurz gesagt, die Agenden der Vergangenheit haben Bad Buchau nicht umgekrempelt. Man denkt bei alledem an das englische Sprichwort: „Taten sind Früchte, Worte sind bloß Blätter -auch wenn diese bedruckt sind.“
Was dürfen wir aus der 200 seitigen Beratungsgrundlage 2014 als Fazit erwarten? Wenn der Zeitungsbericht vom 29.10. 2014 eine Andeutung ist, einen ziemlich realistisches Ausblick, der, auf ein paar wenigen Seiten ohne Schlag- und Fremdworte zusammengefasst, den Bürgern vorgestellt und vielleicht sogar mit den Bürgern erörtert werden kann. Hoffentlich fehlen keine Prioritätenliste und keine Finanzplanung dazu.
Noch eines ist bemerkenswert: Man will keine beschließenden Ausschüsse wieder einführen. Hat aber wohl bemerkt, dass komplexe Themen im Gesamtgremium kaum umfassend oder tiefschürfend behandelt werden können. Daher eine halbe Wendung. Beratende Projektausschüsse sollen der Ausweg sein. Hoffentlich aber mit öffentlicher Beratung solch wichtiger Projekte! Nur so kann der Bürger die Entwicklung nachverfolgen.
Die Spielregeln für das Miteinander am Ratstisch sind an und für sich schon in der Gemeindeordnung verankert und mit den Anstandsregeln im Knigge angegeben. Vor allem hat der Bürgermeister durch absolut neutrale Aufklärung, Gesetzestreue, Offenheit und Ehrlichkeit das Heft in der Hand. Finten oder Jägerlatein sind da nicht angebracht. Natürlich kann man darüber reden aber nicht verhandeln. Wichtig ist die
Einhaltung solchen Verhaltens. Nicht nur der Ton allein sondern vor allem die praktizierten Werte ergeben die Musik.
Lassen wir all die hehren Alberkenntnisse dieser Klausur auf uns einströmen. Vielleicht bringen diese in der Federseeniederung tatsächlich einen Wandel?

 

Hinterlasse einen Kommentar