Im Frühjahr wird gebaut…

 

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Bad Buchau Auch wenn Bad Buchaus größte Baustelle derzeit in winterlicher Kälte erstarrt scheint: In die Vorbereitungen zur Bebauung des Götzburg-Areals ist wieder Bewegung gekommen. Im Buchauer Rathaus haben Investor Frank Dörflinger von der Activ Development GmbH & Co. KG und Bürgermeister Peter Diesch nun den Nachtrag zum städtebaulichen Vertrag unterzeichnet. Und auch die die Vereinbarung mit dem Generalunternehmer, dessen langwierige Suche den Baustart mit verzögert hat, ist mittlerweile in trockenen Tüchern. Für den Spatenstich gilt es jetzt also nur noch den Frühling abzuwarten.

Notwendig geworden war die Änderung des städtebaulichen Vertrags, weil der Gemeinderat eine Verlängerung der Baufrist erst noch genehmigen musste. Nach dem geplanten Baubeginn nächsten März oder April ist die Fertigstellung der beiden Wohn- und Geschäftsgebäude nun für spätestens April 2015 vorgesehen – etwa ein halbes Jahr später, als ursprünglich geplant.

Dabei hatte der Abbruchunternehmer Libare bereits im August das Feld geräumt. Dass sich seither auf der Großbaustelle im Herzen der Stadt nichts mehr getan hatte, dafür gab es gleich mehrere Gründe (SZ berichtete). So musste der Investor den Zuschnitt der Wohnungen im Obergeschoss der beiden Gebäude noch einmal ändern. Mit bis zu 120 Quadratmetern hatten sie sich für den Markt als zu groß erwiesen.

Bis 100 Quadratmeter Wohnfläche . Die aktuelle Planung sieht 13 Wohnungen in einer Größenordnung von 63 bis knapp 100 Quadratmeter vor: drei im Obergeschoss des kleineren Gebäudes, in das die Textilkette NKD einziehen wird, und zehn über dem Rewe-Markt. Alle Wohnungen werden barrierefrei sein und über einen Aufzug erreichbar, skizziert Frank Dörflinger, Geschäftsführer von Activ Development, die Pläne. Die Wohnungen über Rewe ähnelten mit ihrem Satteldach optisch Reihenhäusern und verfügten auch über eigene Eingänge, die über die Spitalgasse erreichbar sind. Die dazugehörigen Gärten seien alle nach Südwesten hin ausgerichtet. Die Wohnungen des NKD-Gebäudes könnten zumindest mit einer „schönen Terrasse“ punkten, so Dörflinger weiter.

Und immerhin: Für fünf Wohnungen über dem Rewe-Markt habe die Firma Activ Development, die insgesamt sieben Millionen Euro in die Bebauung des Götzburg-Areals investiert, bereits Käufer gefunden – neben Ortsansässigen und ehemaligen Buchauern auch ein Kurgast aus der Schweiz. Zudem gebe es für die Wohnungen beider Gebäude mehrere Miet- und Kaufinteressenten, so der Geschäftsführer. „Man darf aber nicht vergessen: Wir haben mit dem Bau noch nicht einmal begonnen.“

Den Baustart dürfte auch Rainer Neugebauer, bei der Rewe Markt GmbH zuständig für die Expansion Vollsortiment im Südwesten, herbeisehnen. Schließlich ist Rewe von den Verzögerungen mit am stärksten betroffen. „Aber das ist uns die Sache wert“, betont Neugebauer. Denn der Vollsortimenter verspricht sich viel vom neuen Standort in der Innenstadt, an den er sich durch die Laufzeit des Mietvertrags auf mindestens 15 Jahre bindet. Steht in der Schussenrieder Straße eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern zur Verfügung, werden es künftig 1400 Quadratmeter sein. „Hier können wir uns endlich ordentlich präsentieren“, sagt Neugebauer.

 

Zusätzliche Mitarbeiter bei Rewe . 800 000 Euro werde Rewe allein in die neue Einrichtung investieren und zudem die 15-köpfige Belegschaft um rund zehn Mitarbeiter aufstocken. Den derzeitigen Standort mit seiner „alten Bausubstanz“, der zudem keine Erweiterungsmöglichkeiten bietet, bewertet Neugebauer dagegen als wenig zeitgemäß. „Unser oberstes Ziel ist: Weg von der grünen Wiese, vom Außenbereich.“ Schon die demografische Entwicklung spreche für eine Verlagerung der Märkte in die Zentren.

 

Bauprojekte in der Ortsmitte gestalten sich jedoch deutlich schwieriger. Für die Verzögerung an der Götzburg-Baustelle zeige er deshalb durchaus Verständnis, sagt Neugebauer. Mit damit verbundenen Umsatzeinbußen rechne er nicht, auch wenn Konkurrent Edeka inzwischen ebenfalls in Buchau erweitert hat.

Zumal die Ansiedlung in der Innenstadt noch einen weiteren Vorteil bieten dürfte, wie Bürgermeister Peter Diesch ergänzt: Als prädikatisierter Kurort erlaube Bad Buchau Anbietern von „touristisch relevanten Sortimenten“, im Sommer auch an Sonntagen von 11 bis 17 Uhr zu öffnen. Ob Rewe diese Möglichkeit nutzen wolle, wisse er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, so Neugebauer: „Aber das ist eine spannende Frage.“

foto text A. Grüninger SZ Rie.

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