Herbstfest Bad Buchau nun doch in 2015 wieder

Die Wellen schlagen hoch nach dem WGB-Herbstfest:
Steht die Bad Buchauer Traditionsveranstaltungtatsächlich vor dem
Aus? Doch Walter Vötsch gibt mittlerweile Entwarnung: Er gehe stark davon
aus, dass das Herbstfest auch im nächsten Jahr stattfinden werde, so
der WGB-Vorsitzende gegenüber der Schwäbischen Zeitung.

Ganz aus der Luft gegriffen ist das Gemunkel vom Ende des Herbstfests
allerdings nicht. So hatte die Werbegemeinschaft Bad Buchau-Federsee
(WGB) am diesjährigen Flohmarkt anders als in den Vorjahren keine
Standreservierungen für das folgende Jahr angenommen. Begründung: Man
wisse noch nicht, ob es ein WGBHerbstfest 2015 geben wird (SZ berichtete).
„Wir haben einfach eine schnelle Entscheidung treffen müssen“, kommentiert
WGB-Vorsitzender Walter Vötsch das Vorgehen. Denn tatsächlich
habe es nach einem Vorfall am Freitagabend, der einigen WGB-Mitgliedern
sauer aufgestoßen war, noch Klärungsbedarf gegeben. Deshalb hätten sich die Veranstalter dazu entschieden, zunächst keine Reservierungen
vorab anzunehmen. „Angeschrieben sind die Flohmarktteilnehmer hinterher ja schnell“, findet Vötsch. Bei der nächsten Sitzung in der kommenden Woche wollen sich die rund 40 WGB-Mitglieder nochmals mit der Zukunft des Fests beschäftigen.

Und auch einige strukturelle Änderungen anpacken. Denn die
Organisation des Fests laste auf zu wenig Schultern, klagt Vötsch: „Alles
hängt im Prinzip an fünf Leuten.“

Ein Wirt schert aus: zu diesem Grundproblem kam in diesemJahr aber noch ein Tropfen, der für die Organisatoren das Fass zum
Überlaufen brachte: Zwar hatten die WGB-Mitglieder im Vorfeld zum Fest
einen Bierpreis von 2,70 Euro für eine Halbe vereinbart. Der Wirt der „Radstube“
war jedoch ausgeschert – und hatte mit einer Hinweistafel auf dem
Marktplatz sein Bier für 1,99 Euro beworben. Ein Vorgehen, dass die Herbstfest-Organisatoren als Angriff werten mussten.

Werner Fischer, Wirt der „Radstube“, steht dagegen zu seiner Aktion: „Was kann ich sonst machen, um am Herbstfest auch Umsatz zu machen?“ Ohnehin habe er nur sein naturtrübes Bier zu diesem
Sonderpreis angeboten. Allerdings scheint es auch um Grundsätzliches
zu gehen, denn im „Radstuben“-Wirt gärt es schon lange. „Ich habe über ein
paar Jahre hinweg die Erfahrung gesammelt, dass es in der WGB ein paar
Leute gibt, die Interesse am Herbstfest haben, weil sie da Umsatz machen
und die anderen gräbt man irgendwie ab“, klagt Fischer, selbst
WGB-Mitglied. Gegen das Fest an sich habe er nichts. Dass ihm jedoch Jahr für Jahr der Dinnete-Wagen „vor die Nase gesetzt“ werde und auch die Bühne seiner
Ansicht nach an einem falschen Standort stehe, störe ihn gewaltig.

Das Gespräch mit der WGB habe er zwar gesucht, sei aber rüde abgewiesen
worden.

Fischer: „Da habe ich keine Lust mehr. So habe ich jetzt auch
nichts gesagt, sondern nur meine Reklame aufgestellt.“
Vorwürfe, die WGB-Vorsitzender Vötsch nicht nachvollziehen kann.
Mehrfach habe man Fischer vorgeschlagen,eigene Spezialitäten anzubieten,
um von den Besuchermassen auf dem Marktplatz zu profitieren:
„Wir wären ja froh darüber, jede Attraktion belebt ja das Fest.“ Auch
schlage keiner der Organisatoren persönlich Gewinn aus dem Herbstfest,
das für mehr Leben in der Buchauer Stadtmitte sorgen soll. Und dieses
Konzept sei auch in diesem Jahr aufgegangen, findet Vötsch: „Man hört
von ganz vielen Leuten: ,Ihr dürft mit dem Fest nicht aufhören.’“

Für die Jugend ein fester Termin Das findet auch Claus Schwarz, Mitorganisator
des Open-Airs „Rock am Besen“, das mittlerweile genauso wenig vom Herbstfest wegzudenken ist wie der Flohmarkt: „Es wäre wirklich schade, wenn das Herbstfest wegfallen würde.“ Das Fest ziehe auch mal anderes Publikum, etwa junge Familien, vor die Open-Air-Bühne. Und für die Jugend, die verstärkt gegen Abend auf die Wiese neben das Rathaus strömt, habe sich der Termin am
Herbstfest schon eingebürgert. „Wir wünschen uns, dass ,Rock am Besen’
weiter bestehen bleibt“, sagt Schwarz. „Vor allem, weil in Buchau ja generell
in Sachen Jugendkultur wenig angeboten wird.

Artikel:Schwäbische Zeitung Biberach/ Grüninger

4 Responses to Herbstfest Bad Buchau nun doch in 2015 wieder

  1. Herbstmarkt sagt:

    Wie jedes Jahr wird mal wieder von der „WGB“ auf den Putz gehauen „das letzte mal“ und sobald alle darüber reden wieder zurück gerudert. Ist doch allen Mitgliedern bekannt ohne Flohmarkt versinkt das Gewerbe in Buchau in die Bedeutungslosigkeit.

    Dabei ist das Thema nicht der Flohmarkt, der läuft auch von alleine. Nein das Problem ist die „WGB“ mit ihrem hausbackenen Auftritt, der dem einen oder anderen Gewerbetreibenden gewaltig gegen den Strich geht. Warum sind nur so viele ehemalige Mitglieder ausgetreten in den letzten Jahren. Hört man da was von der „WGB“, vielleicht wissen sie ja mehr darüber. Ein paar clevere Buchauer bringen bestimmt mehr hin wenn sie wollen , moderner und unabhängiger da braucht es nicht die alteingesessenen ohne Ideen.
    Der eine oder andere Anbieter gehört ausgetauscht es gibt sicher genügend leistungsstarke Unternehmen die Buchau auch was bringen wenn man das richtig in die Hand nimmt. Raus aus den alten Socken und mit Mut in die Zukunft mit allen Gewerbetreibenden Buchauern;
    hier ist das Problem beheimatet und nicht der Flohmarkt den es auf jedem Dorf mittlerweile gibt. Bestes Beispiel ist das Dörfchen Oggelshausen am Federsee , die lassen es gewaltig krachen in den letzten Jahren.

  2. zuHerbstmarkt sagt:

    Toll, es wird weiterhin einen Herbstmarkt geben mit den bekannten Gesichtern. ( nicht so toll)
    Ein kleiner Wechsel im Vorstand wäre kein Nachteil für den Markt, neue Besen (ziehen) kehren gut. Sieht man bei Rock an Besen.

  3. zuHerbstmarkt sagt:

    Das Gespräch mit der WGB habe er zwar gesucht, sei aber rüde abgewiesen
    worden.

    sagt vieles zum Mitgliederschwund. Höflichkeit ist eine Zier, weiter kommt man ohne ihr.

  4. Besucher und Anwohner sagt:

    Preisabsprachen sind strafbar und gesetzlich verboten liebe Werbegemeindschaft, hat euch das noch keiner gesagt.
    Wenn die WGB Ottbier verdammt weil es keiner will wo ist dann das Problem für die restlichen Wirte. Ich denke mal das Problem sind die Hobbywirte selber. Keine eigene Kneipe dafür aber Wirtle spielen am Bierhahn, eben Bierlalle was sonst.

    in der SZ stand:
    Zwar hatten die WGB-Mitglieder im Vorfeld zum Fest
    einen Bierpreis von 2,70 Euro für eine Halbe vereinbart.