Gemeinsam gegen Rassismus!

  • Gegen Rassismus. Foto: jib collective provpic-refugeestruggles_jib_20130323_07

Anschläge auf geplante und bewohnte Flüchtlingsunterkünfte, Gewalttaten gegen Schutzsuchende, rassistische Hetze im Internet und auf der Straße: Das ist Alltag in Deutschland. Und dieser Terror geht nicht nur von einer kleinen radikalisierten Minderheit aus. Etablierte Politiker*innen zündeln mit, wenn sie rassistische Ressentiments der Bevölkerung als »Sorgen und Ängste« verharmlosen, wenn sie selbst Stimmung gegen Flüchtlinge machen und so tun, als ließen sich rassistische Aggressionen gegen Flüchtlinge durch flüchtlingsfeindliche Politik befrieden.

»Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen!« Wo es um die Themen Flucht und Asyl geht, fallen schnell solche Sätze – Sätze, die nicht selten auf Unwissen und oft auf rassistischen Vorurteilen gründen. Aber was entgegnen, wenn der Nachbar oder die Kollegin so daherredet? Die dritte, überarbeitete Auflage der Broschüre „Pro Menschenrechte – Contra Vorurteile“ von PRO ASYL, Amadeu Antonio Stiftung, IG Metall, ver.di und der Respekt!-Initiative der IG Metall liefert wichtige Fakten und Argumente zur Debatte über Flüchtlinge und Asylsuchende in Deutschland und Europ

Eine Übersicht über 14 gängige Vorurteile – und Vorschläge für eine angemessene Entgegnung:

                Vorwort

#2           Die kommen alle nach Deutschland!?

VORWORT

Die öffentlichen Diskussionen über Asylpolitik in Deutschland und Europa sind wieder häufiger und heftiger geworden. Begrenzungen bei der Flüchtlingsaufnahme werden gefordert, begleitet nicht selten von rassistischen Untertönen, Verweisen auf die „fremde“ Kultur oder die muslimische Religionszugehörigkeit von Flüchtlingen. Rechte Aufmärsche sowie Attacken auf Menschen und Flüchtlingsunterkünfte haben deutlich zugenommen. In einem Teil der Gesellschaft gibt es Unsicherheiten, Informationsmangel, mitunter Vorurteile und Ressentiments.

Die rechtliche Verankerung des Asylrechts beruht auf den Erfahrungen zweier Weltkriege: Als Anspruch und Verpflichtung zugleich ist sie die gemeinsame Antwort auf die Grausamkeiten von Krieg, Völkermord und Verfolgung.

Der Schutz von Flüchtlingen ist schon lange rechtlich geregelt: im deutschen Grundgesetz, in der EU-Grundrechtecharta und der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie in der Genfer Flüchtlingskonvention, die weltweit in 147 Ländern gültig ist.

Die rechtliche Verankerung des Asylrechts beruht auf den Erfahrungen zweier Weltkriege: Als Anspruch und Verpflichtung zugleich ist sie die gemeinsame Antwort auf die Grausamkeiten von Krieg, Völkermord und Verfolgung. Schutzsuchende haben demnach ein Recht auf eine faire, individuelle Prüfung ihrer Schutzbedürftigkeit – und dieser Anspruch lässt sich nicht kontingentieren.

Die Solidarität mit Flüchtlingen in Deutschland ist heute so groß wie nie zuvor. Viele Menschen stellen sich rassistischer Stimmungsmache entgegen. Um sie zu unterstützen, haben wir im Folgenden Argumente und Fakten für eine sachliche Diskussion zusammengetragen – im Mai 2017 bereits in dritter, überarbeiteter Auflage. Im Anschluss gibt es einige Tipps, wie man sich weiter für das Recht auf Asyl engagieren kann.

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