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Bad Buchau am Federsee

Fischstäbchen mit 2,10m Länge entpuppte sich als gewaltiger Weller

Den größten Weller seit dem Fischsterben in 2008 konnten zwei junge Fischer am Samstagnacht aus dem Federseekanal an Land ziehen. Mit knapp 50 Kilo Gewicht und 2,10 Metern Länge haben die beiden damit echte Knochenarbeit verrichtet.

Das Tier wurde dann wieder in den See gelassen.

Von unserem Mitarbeiter  Klaus Weiss

Es war ein Angelabend wie eigentlich immer für Nicolai Gleich und seinen Vereinskameraden Alexander Wenzel vom Fischereiverein Federsee. Während Gleich auf Hechtfang eingestellt war, bevorzugte Wenzel den Weller – oder Wels, den übrigens größten Süßwasserfisch Europas.

Auf der Plattform im Federseekanal waren die beiden dabei, das für Außenstehende langweilig aussehende Angelhobby zu pflegen. Etliche Besucher auf der Terrasse beobachteten die beiden dennoch bei ihrem unermüdlichen Auswerfen und Wiedereinholen des Köders. Bei Sonnenuntergang waren die beiden dann für sich allein. Stunde um Stunde verharrten die beiden mit ihren Angelruten auf der Plattform. Gegen 21 Uhr 30 sollte sich das alles schlagartig ändern.

Als der beleuchtete Schwimmer an der Leine von Wenzel in Bewegung kam ahnte noch keiner der beiden Fischer, was auf sie zukommen sollte. Der Schwimmer entfernte sich schnell von den Anglern, und nur durch das sofortige Anschlagen der Rolle konnte die Leine auf der Rolle arretiert werden. Schon beim ersten Zug des Fisches war es Wenzel klar, dass dies etwas Schwereres sein musste. Nur das Geländer an der Plattform verhinderte, dass der Angler nicht gleich über Bord ging, so stark war der ruckartige Zug an der Leine. Zu allem Übel ging auch dann sofort die eigentlich hochseetaugliche Rolle in Brüche. Nicolai Gleich, der neben Wenzel stand erfasste trotz völliger Dunkelheit sofort die Situation und griff nach der Leine.

Fast eine halbe Stunde waren die beiden damit beschäftigt, das schwere Ding in Sichtnähe zu bekommen. Im Licht der Taschenlampe blitzte dann der massige weiße Bauch des Fisches auf. Nicolai Gleich war zuerst sprachlos und brachte nur ein „Was isch au des“ über die Lippen. Für Wenzel war es dagegen sofort klar, dass sie ein Prachtexemplar von Weller am Haken hatten.

Nun galt es den Fang aus dem Wasser auf die Plattform zu bringen, allerdings war das leichter gesagt als getan. Der größte Kescher war zu klein. Beide lagen auf dem Bauch, um überhaupt den rund ein Meter tiefer liegenden Wasserspiegel von der Plattform aus zu erreichen. Nur mit Handschuhen bewaffnet, gelang dann der nicht ganz ungefährliche Griff in das riesige Fischmaul, um den Fisch dann mit vereinten Kräften hochzuziehen. Weller haben zwar keine sichtbaren Zähne, aber mit seinem starken Kiefer und dem drahtbürstenartigen Gebiss kann er durchaus eine Gefahr für die Hand im Rachen sein.

Als der Fisch nun endlich vor den beiden auf den Brettern lag, galt der erste Griff dem Maßband. Stolze 2,10 Meter konnten gemessen werden. Allein der Kopf mit 40 Zentimeter Breite war schon beeindruckend. Jetzt erst wurde den beiden bewusst, dass dies zwar ein Superfang war, aber so ganz glücklich konnten sie trotzdem nicht sein. Zum einen war der Fisch zu alt, demnach auch zu zäh und zu fett und als Speisefisch nicht mehr geeignet. Zum anderen war ein Transport in den eigenen Fischweiher zum Zwischenlagern aus logistischen Gründen auch nicht möglich. Präparieren wurde ausgeschlossen, zumal ja schon ein präparierter Weller mit 2,15 Metern im Naturschutzzentrum zu sehen ist.

Beide waren sich dann einig, dass der Fisch wieder in sein nasses Element zurück soll und noch einige Jahre im Federsee verbringen soll. Klar war dann aber auch, weil es ja sonst doch keiner glauben würde, dass vorher noch ein Foto gemacht werden soll. Keiner hatte aber eine Kamera dabei, und so wurde fast um Mitternacht der SZ-Fotograf per Handy mit den Worten: Kannst du nochmals an den Federsee kommen, wir hätten hier jetzt ein etwas größeres „Fischstäbchen“ zu fotografieren.

SZ-Weiss

Eine Antwort auf „Fischstäbchen mit 2,10m Länge entpuppte sich als gewaltiger Weller“

DA KANN MAN/N DEN BEIDEN NUR GRATULIEREN. VOR ALLEM ZU DEM SINNVOLLEN ENTSCHLUSS, DEN WELS WIEDER IN DEN SEE ZU SETZEN. BLEIBT NUR ZU HOFFEN, DASS DER NÄCHSTE ANGLER GENAUSO DENKT, FALLS DER WELS ÜBERHAUPT NOCHMALS ANBEISST, BEI DEM STRESS DEN ER HATTE………………

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