Federseestadion wird endlich saniert

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Foto: Archivfoto Klaus Weiss

Gemeinderat entscheidet sich für abgespeckte Variante mit Kosten von 580000 Euro

Dass am Sportplatz dringend saniert werden muss, ist auf dem ersten Blick ersichtlich. 580.000 Euro soll die Gesamtmaßnahme kosten, bei der unter anderem auch die derzeitige Berg- und Talbahn wieder zur 400-Meter-Bahn werden soll. (Foto: Archivfoto Klaus Weis

 

Bad Buchau Dass ein Gemeinderat für seine Arbeit Beifall erhält, dürfte wohl eine rare Ausnahme sein. Am Dienstagabend brandete dennoch Applaus im Bad Buchauer Sitzungssaal auf: Der einstimmige Beschluss, die Sanierung der Sportanlage bei der Federseeschule in Angriff zu nehmen, kam gut an bei den anwesenden Mitgliedern des Buchauer Sportvereins.

 

Die Sanierung des Federseestadions ist eigentlich längst überfällig. Die Anlage ist nach ihrem Bau 1973/74 nicht nur stark in die Jahre gekommen. Wegen des moorigen Untergrunds haben sich auf dem Rasenspielfeld Wellen gebildet. Die Kunststoffrundlaufbahn habe sich vollständig zersetzt und sei, mit Ausnahme der 110-Meter-Bahn, gar nicht mehr nutzbar, beschrieb Norbert Moll von der Buchauer Stadtverwaltung den desolaten Zustand. Höhenmessungen hätten auf dem Sportgelände Unterschiede von bis zu einem halben Meter ergeben. Kurzum: „Das gesamte Sportgelände ist durch Steigungen und Senkungen gekennzeichnet, die zum Stolpern und Stürzen beitragen können“, fasste Moll zusammen.

Dennoch wird die Sportanlage nach wie vor intensiv genutzt. Neben Federseeschule, Progymnasium und Förderschule mit 565 Schülern und dem Kindergarten ertüchtigen sich hier auch die Mitglieder des SV Bad Buchau. Nicht nur für den Trainings- und Spielbetrieb der Fußballabteilung mit drei aktiven Mannschaften und zwölf Jugendmannschaften erscheint die Sanierung – erst recht nach dem Aufstieg in die Landesliga – also dringend notwendig.

Trotz mehrerer Anläufe im Gemeinderat hat die Stadt die Instandsetzung bislang allerdings immer wieder verschoben: aus finanziellen Gründen – weshalb sich Ivo Müller, Vorsitzender des Sportvereins, nun für eine abgespeckte Sanierungsvariante ausgesprochen hat. Eine voll ausgestattete, als Typ C normierte Sportstätte wieder herzustellen, sei gar nicht notwendig, so die Sportler. Stattdessen soll die sanierte Anlage ein Rasenspielfeld, eine 400-Meter-Kunststoffbahn mit Sprintstrecke und eine Kugelstoßanlage am Südwestende umfassen. Die Gesamtkosten: 580000 Euro.

 

Konkret ist vorgesehen, zunächst die Rasentragschicht des Spielfelds abzuschieben und eine gleichmäßige Ebene herzustellen, umriss Marko Münster vom Ingenieurbüro Münster die Sanierungsschritte. Mit gewaschenem Sand vermischt, werde die abgemagerte Rasentragschicht dann wieder aufgetragen. Zusätzliche Sickerschlitze sollen eine Entwässerung gewährleisten. Auch für die Laufbahn ist eine Entwässerungsrinne vorgesehen. Sie soll mit einer ungebundenen und einer gebundenen Tragschicht sowie einem Kunststoffbelag neu aufgebaut werden.

„Für untere Ligen ausreichend“

Neben der Kugelstoßanlage ist zudem eine Beregnungsanlage, eine neue Barriere, Zuschauerreihen und eine Flutlichtanlage mit einer 75 Lux starken Trainingsbeleuchtung geplant. „Für die unteren Ligen ist diese Beleuchtung ausreichend, für die Verbandsliga nicht mehr“, antwortete Münster auf die Frage von CDU-Stadtrat Karl Sandmaier, ob so auch Wettkämpfe ausgetragen werden können. Der Landesliga-Aufstieg des SVB sei in den Planungsgesprächen bereits eingeflossen, ergänzte Bürgermeister Peter Diesch, der gleichzeitig die Räte dazu anhielt, die Kosten im Blick zu behalten. Der Vorschlag von Heinz Weiss (CDU), bereits Vorsorge für eine mögliche Überdachung der Zuschauerplätze zu treffen, fand deshalb keinen Anklang. „Lieber ein ordentlicher Sportplatz als eine ganz tolle Tribüne“, hielt Sandmaier dagegen. Eine Umzäunung zum Schutz vor Vandalismus sei aber durchaus eine Option, griff Diesch das Anliegen Rolf Preißings (FWV) auf.

 

Finanziert werden soll die Sanierung aus mehreren Quellen. „Die Zuschusssituation ist sehr freundlich“, gab Moll Anlass zu Optimismus. Bei Aufnahme ins kommunale Förderprogramm zum Bau von Sportstätten erwarte er einen Zuschuss von 100000 bis 150000 Euro, außerdem beantragt die Stadt Ausgleichsstockmittel in Höhe von 200000 Euro. Mit 50000 Euro möchte sich der Sportverein beteiligen, der sich auch dafür bereit erklärt hat, künftig die Pflege des Sportplatzes und des angrenzenden Bolz- und Kinderspielplatzes zu übernehmen. Noch werden sich die Sportler aber ein wenig gedulden müssen: Nach dem geplanten Baubeginn Anfang Juni 2014 – unmittelbar nach dem letzten Heimspiel des SVB – soll die Sanierung frühestens Anfang/Mitte August abgeschlossen sein. . . von Annette Grüninger

2 Responses to Federseestadion wird endlich saniert

  1. Glückwunsch sagt:

    Endlich geschafft. Glückwunsch dem SVB. Nach dem neuen Kinderhaus mit repräsentativer Außenanlage und dem gerade neu eingesäten Bolz- und Spielplatz nun auch der Sportplatz, der bereits im Sommer in die Diskussion gestellt wurde. Ob damit die Fußballer sich allerdings in der Landesliga halten können, steht auf einem anderen Blatt. Aber vielleicht können ein paar Gemeinderäte mit dem heutigen Beschluss im nächsten Sommer bei den Gemeinderatswahlen die Wahlhürden überspringen. Man muss die Anträge nur zum richtigen Zeitpunkt stellen. Dafür hat der Vorsitzende, Ivo Müller, einen besonderen Riecher. Von diesen Feststellungen abgesehen ist es natürlich kein Luxus, hier etwas zu tun, wenn man gerade das Geld dafür hat. Das scheint keine Mangelware mehr zu sein. Man darf wohl davon ausgehen, dass im mittelfristigen Finanzplan dieses Vorhaben mit eingeplant ist und damit finanzielles Jammern in den nächsten Jahren der Vergangenheit angehört.
    In die Hände gespuckt!!

  2. Kurz überlegt sagt:

    Ich habe so den Eindruck, dass man bei richtigem Verhalten zur richtigen Zeit, schon richtig absahnen kann. Immerhin hat es der SVB geschafft innerhalb von wenigen Jahren neben dem Bittelwiesensportplatz nun auch das Federseestadion zu sanieren. Kosten einiges über 1 Million Euro. Das lässt sich sehen. Für die Kinder wurde das Kinderheim gebaut (über 3 Millionen) und in die Schule am Bahndamm über 5 Millionen investiert. Und dann wird immer behauptet man mache nichts für die Jugend.