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Bad Buchau am Federsee

Fasnet Riedlingen Weiber kutteln prominent im Hirsch

Das Programm beginnt mit Frühgymnastik – Um 9 Uhr geht es los  Bevor Weiber und Männer getrennt zum Kutteln gehen, ist große Verabschiedungszeremonie beim Kantelmarsch. Allen voran der Gole.

Bevor Weiber und Männer getrennt zum Kutteln gehen, ist große Verabschiedungszeremonie beim Kantelmarsch. Allen voran der Gole. (Foto: Marion Buck)

Von Marion Buck

Riedlingen Auch wenn die Nacht kurz wird wegen der Wirtshausfasnet am Montagabend, lassen sich die Weiber von der Stadt nicht davon abhalten, am Dienstag früh aus den Federn zu hüpfen. Das weiße Nachthemd ist aufgebügelt, das Spitzenhäubchen gestärkt. Damit ist man als Riedlingerin für den Fasnetsdienstag perfekt „aufgehübscht“. Spätestens um 9 Uhr sollten die Weiber im „Hirsch“ ihre Plätze eingenommen haben. Wer den Kantelmarsch der Männer am Hirschen vorbei erleben will, sollte ein bisschen zeitiger vor Ort sein.

Seit Donnerstag geistert in Riedlingen das Gerücht, dass Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz zum Kuttelmahl der Frauen erwartet werde. Zumindest hat das der Riedlinger Schultes so bei seiner Absetzung unters Volk gestreut. Widmann-Mauz ist seit 2009 parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit und hatte Petermann gegenüber ihr Interesse am Kuttelmahl bekundet. Bei den Weibern von der Stadt sorgte die Nachricht ein bisschen für Verwunderung. Keine wusste darüber Bescheid. Oberweib Mäggi Kniele schrieb der Dame gestern ein Mail und bekam prompte Antwort. Sie könne nicht kommen und lasse sich entschuldigen. Aber in Vergessenheit gerate der Besuch in Riedlingen nicht, informierte die Staatssekretärin. Nun denn. Vielleicht ein anderes Mal. Die Landesmutter Gerlinde Kretschmann kann auch nicht kommen. Aber es geht auch ohne Prominenz. Wie pflegt Oberweib Mechtild Kniele gerne zu sagen? „Bei den Weibern ist jede prominent und gern gesehen, die eine Haube und ein Nachthemd trägt.“ Allerdings gibt es auch bei den Weibern einige Regularien. Ohne geht es einfach nicht. Haube und Nachthemd sind klar. An der Eintrittskasse wird der Verzehrbonus mitkassiert: Für acht Euro (Kinder zahlen die Hälfte) gibt es ein Weiberfrühstück mit Kaffee, Sekt und Sprudel. So entfällt das Bestellen und Abkassieren und die Weiber können in Ruhe das tun, was sie gerne tun: über das Mannsvolk lästern und das Zwei-Stunden-Programm bis ganz zum Schluss genießen. Einlass im „Hirsch“ ist ab 8 Uhr, gegen 8.30 Uhr wackeln die Männer in einer Polonaise am „Hirsch“ vorbei. Da kann man als Weib schon mal in Augenschein nehmen, was am Fasnetsdienstag an Männern so unterwegs ist.

Gegen 11.15 Uhr warten die Weiber und viele Zuschauer dann am Fuß der Rutsche, über die die Männer das Schultesbüro verlassen. Unter traditionellem, gegenseitigen Necken geht’s im Gänsemarsch rund um den Stock und ins „Kreuz“. Am Nachmittag treffen sich die Weiber, um gemeinsam am Umzug teilzunehmen.

Die Weiber von der Stadt treffen sich am Dienstag, ab 8.30 Uhr im Hirsch. Einlass ist ab 8 Uhr, Programmbeginn um 9 Uhr.

(Erschienen: 11.02.2013 10:50 SZ Buck Ried.))