Europas Händler verlieren 75 Prozent ihrer Verkäufe

Dramatische Einbrüche wegen Corona-Lockdown und mehr…

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besser es fahren Oldies durch die Gegend, die haben eine bessere Umweltbilanz und schonen Recoursen

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Der europäische Automarkt ist im April wegen der Coronavirus-Pandemie zusammengebrochen. In den Staaten der EU, der Efta und in Großbritannien wurden zuletzt noch 292.182 Pkw neu zugelassen. Damit sanken die Verkaufszahlen im vergangenen Monat um 78,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte der Herstellerverband Acea am Dienstag in Brüssel mit.

Der Absatz war bereits seit Jahresanfang rückläufig. Im März geriet dann die Branche in den Sog der Corona-Pandemie mit einem Absatzminus in Europa von weit über 50 Prozent. Bereits im Januar und Februar waren die Zulassungszahlen zurückgegangen, ehe sie dann im März um mehr als die Hälfte absackten. Allerdings setzte der Lockdown zur Bekämpfung der Pandemie erst Mitte des Monats ein. Im April traf der Lockdown die Branche dann mit voller Wucht. Seit Jahresstart ist der Neuwagenabsatz in Europa um 39,1 Prozent auf 3,35 Millionen Einheiten gefallen.

Jeder der europäischen Märkte hat laut der Acea-Statistik Rückgänge im hohen zweistelligen Prozentbereich hinnehmen müssen. Gerade in den großen Märkten fiel das Minus besonders stark aus – nicht zuletzt weil sie von der Corona-Krise besonders gebeutelt sind. Dazu zählen Italien (- 97,6 %), Großbritannien (-97,3 %) und Spanien (- 96,5 %). Auch Frankreich verbuchte mit einem Rückgang von 88,8 Prozent einen heftigen Absturz. In Deutschland ist der Rückgang der Neuzulassungen um 61,1 Prozent dagegen noch fast moderat ausgefallen.

Dagegen liefen die Geschäfte beispielsweise in Schweden (-37,5 %) oder Dänemark (-37,0 %) deutlich normaler. In osteuropäischen Ländern wie Ungarn oder Tschechien betrug der Rückgang rund 50 Prozent. In den Zahlen spiegelt sich die Schärfe der staatlichen Maßnahmen gegen das Corona-Virus deutlich wider. Unter dem Strich summierte sich das Absatzminus in Westeuropa auf knapp 80 Prozent, während es in Osteuropa 63 Prozent waren.

Wirtschaftskrise wird zum Nachfrageproblem

Für die nähere Zukunft erwartet Peter Fuß, Auto-Experte der Unternehmensberatung EY, eine leichte Entspannung: „In den meisten Ländern Europas werden die Beschränkungen derzeit gelockert, das öffentliche Leben kommt wieder in Gang. Diese Lockerungen werden sich auch in den Neuzulassungen zeigen.“ Konkret für den Mai rechnet Fuß europaweit mit einem Rückgang um etwa 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Bestimmend für das Kaufverhalten der kommenden Monate werde aber vordergründig nicht mehr das Virus selbst, sondern die gesamtwirtschaftliche Situation sein: „Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um ihren Job oder sind gar bereits arbeitslos – ein Neuwagenkauf steht da nicht zur Debatte“, fürchtet Fuß. Gleichzeitig sind Unternehmen gezwungen durch Umsatz- und Gewinneinbußen zu sparen. Und speziell Autovermietungen würden angesichts geringerer Reisetätigkeit kaum neue Fahrzeuge ordern.

Angesichts der Einbrüche plädiert Fuß für rasche Entscheidungen über konjunkturstützende Maßnahmen. Eine Kaufprämie könne die Kaufbereitschaft der Kunden erheblich beeinflussen. Die Hängepartie in Deutschland über eine etwaige Prämie führe zu einer abwartenden Haltung der Kunden, die eine Kaufentscheidung lieber verschieben, bis Klarheit über die Fördermaßnahmen geschaffen ist. „So entwickelt sich das Thema Kaufprämie zu einer zusätzlichen Belastung des deutschen Neuwagenmarktes“, sagte Fuß.

Krise aller Fabrikate und großen Märkte

Betroffen vom Absatzeinbruch sind alle Fabrikate, wenn auch mit signifikanten Unterschieden. Insbesondere Volvo steht mit einem Absatzrückgang von 68 Prozent noch vergleichsweise gut da. Auch BMW verzeichnet mit einem Rückgang um 69 Prozent noch keinen Totalausfall. Und im Volkswagenkonzern konnte Skoda mit einem Minus von 67 Prozent ebenfalls besser abschneiden als die Schwestermarken. Besonders hart getroffen hat der Lockdown die FCA-Marken mit einem Zulassungsminus von knapp 88 Prozent. Ähnliche Rückgänge verzeichnet die Acea-Statistik für Honda, Nissan und Jaguar Land Rover.

Die Krise des Automobilbaus infolge der Corona-Pandemie ist dabei global zu sehen, informiert der Verband der Automobilindustrie. So lag das Absatzminus in den USA im April bei 47 Prozent und noch 709.000 verkauften Pkw und Light Trucks. In Japan lag der Absatz fabrikneuer Pkw im April bei 219.200 Einheiten – dies bedeutet im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 30 Prozent. Auch in Brasilien schlug die Corona-Pandemie in historischem Ausmaß auf den Light-Vehicle-Absatz durch. Im April wurden 51.500 Neufahrzeuge zugelassen, 77 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Einzig in China hat sich der Markt stabilisiert. Dort wurden mit 1,5 Millionen Neufahrzeugen nur 2 Prozent weniger verkauft als im Vorjahresmonat.

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