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Bad Buchau am Federsee

Einkaufen: Nicht überall im Kreis sieht es rosig aus,

Vor allem die Situation in Bad Schussenried und Riedlingen bereitet der IHK Ulm etwas Sorgen

Die IHK Ulm hat ermittelt, welche Städte im Landkreis Biberach beim Thema Einkaufen die Nase vorn haben.

Die IHK Ulm hat ermittelt, welche Städte im Landkreis Biberach beim Thema Einkaufen die Nase vorn haben.  (Foto: Shutterstock/Rustle)

Von Gerd Mägerle Schwäbische Zeitung Biberach

Biberach Als eine „Insel der Seligen“ für den Einzelhandel bezeichnet Joachim Will die IHK-Region Ulm. Will ist Geschäftsführer der Ecostra GmbH, einer Wirtschafts-, Standort- und Strategieberatung aus Wiesbaden und hat das Vorwort für das IHK-Einzelhandelskompendium 2013 verfasst. Das Handbuch wurde diese Woche in Biberach vorgestellt (die SZ berichtete). Im Kreis Biberach wurde die Situation für den Einzelhandel für die Städte Biberach, Laup heim, Riedlingen, Ochsenhausen und Bad Schussenried anhand verschiedener Daten beurteilt. Während Biberach, wie in der Freitagsausgabe berichtet, hervorragend abgeschnitten hat, ist die Situation in Bad Schussenried und Riedlingen aus IHK-Sicht weniger rosig.

 

Anmerkung von amfedersee.de

Bad Buchau kommt erst gleich gar nicht vor. Das ist doch mal eine harte Tatsache, leider.

8 Antworten auf „Einkaufen: Nicht überall im Kreis sieht es rosig aus,“

Vielleicht hätte es geholfen einfach mal das Vorwort des Einzelhandelskompendiums zu lesen, bevor man wieder unterschwellig negativ über Bad Buchau kommentiert:
„Untersuchungsgegenstand waren alle Ober-,
Mittel- und Unterzentren mit mindestens 10.000 Einwohnern
(Ausnahmen Bad Schussenried und Ochsenhausen, die aufgrund ihrer Bedeutung auch mit jeweils rund 8.500 Einwohnern einbezogen wurden).“

(Im Übrigen gibt es im Landkreis Biberach zig andere Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnern, die auch allesamt nicht erwähnt wurden.)

Das ändert nichts, dass Bad Buchau als Stadt und Unterzentrum gegenüber anderen größeren Gemeinden – ohne solche Titel/Prädikate – unter den Tisch fällt. Das übrigens nicht nur bei dieser Untersuchung. Man konnte dies schon öfters registrieren.
Es hilft ja nichts, wenn wir diese Tatsachen einfach nicht einsehen wollen und weiter ignorieren. Aber die Konsequenzen sind hart und sehr eindeutig. Bad Buchau kann doch diesbezüglich Bad Schussenried und Ochsenhausen die Hand nicht reichen. Wo leben Sie denn Herr Schuster.

Es ging mir hier nicht um einen Vergleich mit Bad Schussenried oder Ochsenhausen. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass die Anmerkung der Redaktion („Bad Buchau kommt erst gar nicht vor“) einen negativen Eindruck suggeriert, obwohl Städte mit der Größe von Bad Buchau gar nicht Gegenstand der Untersuchung waren.

Die folgenden Daten vermitteln einen Eindruck von der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus in Bad Buchau. Nachzulesen im Internet unter Bad Buchau Stadt.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 1513
davon
direkt in den Kureinrichtungen Beschäftige: 430
prod. Gewerbe: 471
Handel, Gastgewerbe und Verkehr: 257
Einnahmen aus Kurtaxe: 85.000,00 Euro
Wirtschafts- und Lebensmittelbedarf der Kureinrichtungen: 827.333,00 Euro
unmittelbare Kaufkraft durch
Patienten: 1.075.074,00 Euro
Thermenbesucher: 296.500 Euro
Ambulante Patienten und Gäste: 100.000,00 Euro
Kaufkraft am Wohnort
absolut: 79,6 Mio Euro
davon verfügbar: 50,2 Mio Euro
je Einwohner: 19.622,00 Euro
davon verfügbar: 12.376,00 Euro
Vergleich zum Landesdurchschnitt (=100%): 80%

In so einer aufgeweckten Stadt soll es keine Einkaufsmöglichkeiten geben, stimmt bestimmt nicht in dem Bericht.

Was nützen die Umsätze der Kurkliniken, die im Großhandel getätigt werden? Was nützt die Kaufkraft pro Einwohner, wenn man das, was man braucht, in Bad Buchau gar nicht mehr bekommt! (Ausgenommen Lebensmittel und Unterwäsche). Bad Buchau ist nicht (mehr) in der Lage, das was verdient wird, am Ort zu halten. Das ist Gegebenheit.
Ein Kurgast sagte vor kurzem, positiv an der Stadt Bad Buchau sei, dass man in der Kur kaum Geld ausgeben kann, selbst wenn man das will. Höchstens mal einen Kaffee, ein Eis und sich betrinken. Sogar, wenn man seinem Kurschatten zum Abschied etwas schenken will, hat man kaum eine Chance.

Leider ist das Rathaus wie gewohnt auf dem neuesten Stand von 2001. Franz Kessler hat heute ca. 750 Mitarbeiter im Ort.

Natürlich ist das Rathaus nicht auf dem Stand der Gegenwart. Das nicht nur im Bezug auf die Statistik. Wie kann man da die Zukunft klar erkennen? Und dann auch noch zukunftsfähig handeln?

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