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Bad Buchau am Federsee

Die Natur schlägt zurück in Bad Buchau

Die Industriebrache steht immer noch. Eigentlich sollte diese doch schon längst abgebrochen sein und ein stolzer Neubau die Bürger erfreuen.

( …damals im November 2009 )
Die Stadt Bad Buchau, die an der Weiterentwicklung des Geländes ein vitales Interesse hat, steigerte zunächst mit – überließ jedoch dem Bieter aus der Privatwirtschaft das letzte Gebot. Nach Auffassung von Bürgermeister Peter Diesch und dem Gemeinderat, von dem zahlreiche Vertreter der Versteigerung beiwohnten,  muss die Kommune nicht als Preistreiber auftreten und das Gelände zwangsweise erwerben. Es ist durchaus im Sinne des Subsidiaritätsprinzips, dass die Kommune nur dann eingreifen sollte, wenn die private Wirtschaft für keine Lösung sorgen kann.

Außerdem, so Bürgermeister Diesch, laufe dieser Zuschlag nicht den Interessen der Stadt entgegen – ganz im Gegenteil. Über die Bauleitplanung und über das Instrument von Stadtsanierungszuschüssen habe es die Stadt auch weiterhin in der Hand, was auf dem Gelände geschieht und wie es sich weiter entwickelt. Insofern werden in den nächsten Wochen intensive Abstimmungsgespräche geführt und Vereinbarungen getroffen, damit das Gelände inmitten des historischen Stadtkernes saniert und zeitgemäß entwickelt werden kann.  Er ist sich zudem sicher, dass mit Harald Linder ein Unternehmer den Zuschlag erhielt, der zupacken und dazu beitragen wird, die eines Kurorts störende Fabrikruine zeitnah aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen.

und heute:

Die Industriebrache steht immer noch allerdings soll sie bis zum Jahresende 2012 abgebrochen sein.

3 Antworten auf „Die Natur schlägt zurück in Bad Buchau“

Das Gefasel des Bürgermeisters konnte ich schon damals nicht verstehen. Das Geschwätz war einfach eine Luftnummer ohne reellen oder konzipierten Hintergrund. Wirkliche Gedanken und Lösungsansätze hat man erst unter großen Wehen und Zurückstecken vitaler Interessen der Stadt in den letzten Jahren entwickelt. Die Endlösung liefert nicht gerade die Aufbruchsstimmung noch die Attraktivität, die Bad Buchau im Zentrum wirklich notwendig hätte.
Ergebnis: Der Bürgermeister verstreute 2009 Hoffnungen und Visionen, die er nur überaus bescheiden realisieren wird und das unter Einsatz erheblicher Sanierungsmittel des Landes und der Stadt.
Mangels besseren wird man damit leben müssen.

Seltene Tiere blockieren immer wieder Bauprojekte, hier auch etwa.

Denn kleine Tiere, die wie der Feldhamster unter Artenschutz stehen, blockieren in Deutschland immer wieder große Bauvorhaben (siehe interaktive Karte). In Stuttgart durften die Bagger für den neuen Bahnhof nicht rollen, bevor nicht das Wohl von Juchtenkäfern gesichert war. Die Waldschlösschenbrücke im Dresdner Elbtal hätte es fast nicht gegeben – weil dort eine seltene Fledermausart lebt. Kammmolche verteuerten den Ausbau der A44 in Hessen. Dort musste ein zusätzliches Tunnelstück errichtet werden, das die Autos an den Tieren vorbeileitet – für 50 Millionen Euro. In Bergedorf bei Hamburg sorgt die Zierliche Tellerschnecke gerade dafür, dass ein 100 Millionen Euro teures Logistikzentrum für die nächsten drei Jahre nicht gebaut werden darf – so lange, bis klar ist, ob das Tier erfolgreich umgesiedelt werden kann.

Das würde hier gerade noch fehlen: Eine seltsame Art der Kellerassel, die sich hier seit 15 Jahren aus den Farbrückständen der Färberei neu entwickelt hat. Schön bunt und viel reizvoller als das ganze Anwesen. Oder gar ein neuer Fliegenpilz, der sich aus den Woll- und Staubrückständen der Näherei ernährt. Die Stadt würde auf jeden Fall viel Geld sparen und die Anwohner hätten weiterhin ihre Friedhofsruhe im Hinterhof.

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