Der Wechsel zum Elektroauto wird uns alle umbringen“

Barrieren zwischen Salzwasser und Süßwasser werden durch die tiefen Bohrungen zerstört. Die natürlichen Grundwasserreserven sind damit gefährdet.

Epoch Times10. Februar 2020 Aktualisiert: 10. Februar 2020 12:36 Das „weiße Gold“ wird vor allem in einem Gebiet in Südamerika abgebaut: Die Rede ist von Lithium. Der Rohstoff wird für die Herstellung von Elektroautobatterien benötigt. Doch in den Gegenden wo der Abbau stattfindet, ist der Lebensraum der Menschen in Gefahr.

Lithiumabbau: Umweltverschmutzung für die Elektromobilität.Foto: PABLO COZZAGLIO/AFP über Getty Images

Gold- Silber- und Lithium-Abbau: Das Dreiländereck in Südamerika zwischen Argentinien, Chile und Bolivien verfügt einen Großteil des weltweiten Lithium-Vorkommens. 70 Prozent der weltweiten Reserven werden in diesem Gebiet abgebaut. Nicht umsonst nennt man das Gebiet das „Lithiumdreieck„. Lithium wird für die Herstellung von Elektroautobatterien benötigt.

Viele Experten sind jedoch skeptisch, was die Gewinnung des „weißen Goldes“ betrifft. Denn der Abbau des Rohstoffes beherbergt für die indigene Bevölkerung zunehmend Gefahren. Die Lebensgrundlage der Menschen wird zerstört.

Lithiumabbau gefährdet indigenes Volk

Das argentinische Hochgebirge und seine Salzwüsten sind keineswegs ein einladendes Gebiet: Es ist Sauerstoffarm und meist kühl oder trocken. Diese einsame Vulkanlandschaft hat nur wenige Straßen. Hier lebt das indigene Volk der Kollas. Diese jahrtausendealte Kultur lebt von der Lama-Zucht und dem Kunsthandwerk.

Doch das Volk lebt in ständiger Angst. Seit dem Abbau von Lithium in ihrer Heimat, hat sich alles verändert. Die Lamas sterben meist schon kurz nach der Geburt. Der Staub der Abbaumaschinen – der vermutlich aus basischem Natriumhydroxid besteht – verursacht bei den Menschen Krankheiten und verschmutzt das Wasser. Die Umwelt wird laut lokalen Umweltaktivisten beim Abbau des Lithiums keineswegs geschont und die Unternehmen würden kaum in Sicherheitsmaßnahmenn investieren.

Umweltverschmutzung für die Elektromobilität

Länder wie die USA, China oder verschiedene europäische Nationen versuchen den Verkehr in den Großstädten zu revolutionieren. Dabei soll die Elektromobilität die Städte sauber halten. Für diese Umstellung braucht es Lithium Ionen Batterien, denn die Fahrzeuge mit Strom können nur damit fahren. Eine einzige Batterie braucht zehn Kilogramm Lithium. Der weltweite Lithium Abbau hat sich seit dem Jahr 2016 verdoppelt.

Das Problem beim Abbau von Lithium liegt unter anderem in der Kontaminierung von Salz- und Süßwasser. Barrieren zwischen Salzwasser und Süßwasser werden durch die tiefen Bohrungen zerstört. Die natürlichen Grundwasserreserven sind damit gefährdet. Für die Förderung der Lithium-Salzmasse braucht die Bergbaufirma „Sales Jujuy“ nach eigenen Angaben bis zu 80.000 Liter Frischwasser pro Stunde. Die Salzlake wird in übergroße Becken gepumpt und verdunstet. Grund dafür ist die sogenannte „energiesparende Verdunstungstechnik“.

Große Gewinne mit Lithiumabbau

Martín Perez de Solay ist der Chef des australischen Bergbau-Unternehmens „Orocobre“. Er vermeldet im Halbjahresbericht: „Das war wieder ein sehr starkes halbes Jahr aufgrund einer guten Gewinnspanne von 8.000 Dollar pro Tonne Lithium. Das hat uns Einnahmen von 63 Millionen US-Dollar ermöglicht. Der Preis für Lithium liegt bei 12.295 Dollar pro Tonne.“

Deutschland will hier mitmischen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU sagte bereits im Jahr 2018 auf einer Energiekonferenz, „dass der Bedarf an mobilen und stationären Stromspeichern rasant wächst. Batterieproduktion wird ein wesentlicher Teil der industriellen Wertschöpfungskette weltweit. Weil Batterieanwendungen eben im Rahmen der Energiewende, im Rahmen der Elektromobilität aber auch in vielen anderen industriellen Bereichen zum Normalfall werden.“

„Wir kennen keine Elektroautos“

Die indigene Bevölkerung will sich die Verschmutzung ihres Lebensraumes nicht mehr länger ansehen. Clemente Flores, der Wortführer von insgesamt 33 Gemeinden in Salinas Grandes, will die Lithiumproduktion verhindern.

Mit Blick auf Europa sagt er: „Der Abbau von Lithium für Europa und der Wechsel zum Elektroauto wird unsere Gemeinden und unsere Landschaft umbringen. Und bisher kannten wir hier keine Autos. Schon gar keine Elektroautos – die kennen wir nur vom Foto. Ihr glaubt, damit könnt ihr die Menschheit retten, aber ihr werdet uns alle umbringen.“ (cs) Lesen Sie auch

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