Kategorien
Bad Buchau am Federsee

Der Stadtstreicher – Kolumne No. 65

Abgesagter Besuch

Da wurde doch vor einigen Wochen in der SZ groß angekündigt, Ministerpräsident Kretschmann komme nach Bad Buchau. Jetzt landet er in der Provinz in Aßmannshardt und Burgrieden und zeigt uns die kalte Schulter. Dabei wollten doch der Vorsitzende Dr. Karl Sandmaier und unser Bürgermeister Ihm das Federseemuseum und den neuen Steg zeigen. Das Federseemuseum als Schaufenster des Weltkulturerbes braucht nämlich dringend ein neues Dach und eine Neukonzeption der Ausstellung. Auch die Erweiterung des Freigeländes beim Museum um eine Aktionsfläche ist dringend. Außerdem hätte Kretschmann hier seine enge Verbundenheit mit unserem Naturschutzgebiet aufzeigen können. Als Grüner Ministerpräsident eine einmalige Gelegenheit, sich bei uns einzuführen. Aber vielleicht hatte er Angst, er müsste erst die neue Biberburg begutachten oder gar auf dem Federsee beim Schlittschuhlaufen noch eine Pirouette hinlegen. Irgendein Grund für die Absage an Bad Buchau muss doch vorgelegen haben. Waren es schlechte Berater oder der Zeitplan? Die Parkgebühren werden es doch hoffentlich nicht gewesen sein. Da sind wir mit dem BM einer Meinung: „Das ist schon schade.“, dass unsere mit allen Titeln ausgezeichnete europäische Natur- und Kulturoase von den obersten Grünen so stiefmütterlich behandelt wird. Aber vielleicht wird dieses Versäumnis durch einen Sonderzuschuss wieder wett gemacht, auch wenn „Bad Buchau nicht auf Kretschmanns Programm steht“. Sonst wäre es vielleicht doch „ein Beinbruch“ Herr Bürgermeister.

Progymnasium

War da nicht als letztes Konzept für die Aufstufung unseres Progymnasiums ein Fachgymnasium für Gesundheit und Ernährung im Gespräch? Für die Kurstadt mit unseren vielfältigen Praxisbezug durchaus denkbar. Jetzt muss man in der SZ lesen, dass ein solches Gymnasium in Biberach entsteht. Also auch dieser Zug ist abgefahren. Über das Progymnasium hört man vom Rathaus seit längerer Zeit überhaupt nichts mehr. Auch keine Anfragen der Eltern oder Äußerungen der Schule. Auch nicht bei der Einsetzung des neuen Rektors letzten Herbst oder auch jetzt bei der Bürgerversammlung. Dem Gemeinderat hat es auch die Stimme verschlagen. Man könnte glauben alles ist „in Butter“ oder allen ist die Zukunft dieser Einrichtung völlig egal. So lässt man ein heikles Thema bis zum bösen Erwachen doch nicht vor sich hin träumen.

Haushalt 2012

Das Landratsamt Biberach hat die Gesetzmäßigkeit bestätigt. Schwer verständlich, dass die Aufsichtsbehörde um die Schulden von 336.000 Euro (85,–/Einwohner) solche Krokodiltränen weint. Denn unsere Nachforschungen haben ergeben, bereits vor 35 Jahren hatte Bad Buchau das nahezu 10-fache an Schulden und Schuldverpflichtungen. Das musste bei wesentlich schwächerer Einnahmeseite und damals noch höheren Darlehenszinsen auch bewältigt werden. Da stand der Stadt das Wasser natürlich nicht bloß bis zum Hals sondern schon bis zur Mundöffnung. Aber die jetzt geplante Schuldaufnahme ohne Vorbelastung ist nicht der Rede wert. Und Stadtrat Preißing hat recht, wenn er sagt, dass damit schließlich nur Pflichtaufgaben bewältigt werden, die man den Gemeinden laufend von oben auf diktiert, ohne sich um entsprechenden finanziellen Ausgleich zu bemühen. Bad Buchau ist also der falsche Adressat dieser Mängelrüge. Vollends lächerlich wird das Gezerre wegen 2.000 Euro Schuldaufnahme beim Eigenbetrieb Wasserversorgung. Hier sollte sich das Landratsamt wirklich auf grundsätzlichere Ratschläge beschränken, sonst wird die Aufsicht zur Gängelei heruntergestuft. Um solchen Kleinkram kümmert man sich bei Bund und Land ganz sicher nicht.

Oberschwaben – Tourismus GmbH

Die Radwege und der Radfernwegeausbau allgemein über das Netz der Barockstraße und der Schwäbischen Bäderstraße hinaus sind sicher ein wichtiges Ziel, um den Tourismus weiter anzukurbeln. Dass man Oberschwaben noch weiter attraktiv bewerben und damit bekannt machen muss, versucht man schon bald 20 Jahre mit mehr oder weniger Erfolg. Die jetzige Aktion mit dem Radwege-Konzept kann nur ein Etappenziel sein. Weitere Anstrengungen müssen folgen. Als Bad Buchauer freut es einem doch, wenn Jürgen Jankowiak, der Chef der Oberschwaben – Tourismus, sagt: „Die Pfahlbauten am Federsee sind ebenfalls Weltkulturerbe und genauso sehenswert wie die am Bodensee. Zusammen mit Bad Buchau und dem Landratsamt müssen wir dies noch ein bisschen stärker rausarbeiten.“ Über diese löbliche Einsicht hinaus ist das allerdings auch eine Geldfrage und zwar die entscheidende Weichenstellung. Wie bereits oben ausgeführt, am Federseemuseum muss einiges mit Schwerpunkt auf diese Auszeichnung aufpoliert werden, sonst bringt das alles gar nichts und der Weltkulturerbe-Effekt wird hauptsächlich am Bodensee ablaufen. Dann wollen wir die Sache mal gespannt weiter verfolgen. An den Taten werdet ihr sie erkennen.