Der Stadtstreicher Kolumne Nr. 71 ist da.

Stadtstreicher Nr. 71

Nach einem kleinen, hoffentlich letzten, Winterhauch ist auch das Osterfest schon wieder vorbei. Osterhasen suchen im Schnee ist immer etwas Besonderes. Wer wollte, konnte sogar einen Schneehasen im Garten erstellen und die Ostergeschenke gut verpackt darin verstecken. Wohl kaum auffindbar für den Nachwuchs. Erst am Nachmittag vielleicht unter ein paar Sonnenstrahlen wieder freigegeben, zum Eierrollen. Nun, das sind so nette Osterüberraschungen. Die Kirchen waren zum Ostergottesdienst auch wieder einmal gefüllt. Auch Schokolade gab es in Mengen trotz Mangel an Kakaobohnen. Was soll also alles jammern und lamentieren.

Auch Bad Buchau geht es noch gut, trotz aller Schwierigkeiten, die uns umlagern. Schließlich wird weitsichtig geplant und gewirtschaftet. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten natürlich. „Eine Million Euro fließen in den Landkreis“, war da in der SZ am 04. April 2012 zu lesen. Dann werden 16 Gemeinden aufgezählt, in die das Geld fließt. Aber Bad Buchau fehlt, nicht nur in diesem Jahr. Es geht dabei nicht nur um gemeindliche Vorhaben, meist auch private Investoren erhalten hier Unterstützung. Also gibt es seit Jahren niemand mehr aus Bad Buchau, der solche Investitionen der Infrastrukturentwicklung in Angriff nimmt? Das gibt vielleicht schon zum Nachdenken Anlass. Überhaupt, wenn man das im Zusammenhang mit der Stadtsanierung sieht. Hier läuft ja bei Privatsanierungen auch nichts mehr. Man wartet nur auf den großen Wurf des Supermarktes und vergisst dabei vieles andere.

Vor kurzem traf ich einen Kurgast der Federseeklinik. Er war mit seinen Kuranwendungen und dem Angebot der Reha und seiner Betreuung sehr zufrieden. Dann meinte er, wenn man in die Stadt geht, kommt das große Erwachen. Hier fehle vieles, was man als Kurgast an Ambiente und ungebundenen Freizeitangebot an einen Kurort erwartet. Ein kurzer Bummel reicht, um festzustellen, dass man hier nichts versäumen kann und sich mit der weiten Landschaft zufrieden geben muss. Lediglich der Marktplatzbereich mache davon eine gewisse Ausnahme. Solche oder ähnliche Feststellungen sind leider keine Ausnahme. Es ist die Regel. Für eine Stadt, die von einem Tourismusfachmann als Bürgermeister geführt wird, schon etwas wenig.

Die Bürgerenergiegenossenschaft ist gescheitert. Groß und mächtig in der Öffentlichkeit vom Rathaus angekündigt, wird diese im Kleindruck zu Grabe getragen. Man würde es gar nicht mitbekommen, wenn nicht in „amfedersee.de“ ein kleiner Vermerk angebracht wäre. Gescheitert, weil man keinen Vorstand gefunden hat? Ich glaube eher gescheitert, weil man kein brauchbares Objekt verwirklichen konnte. Das Schuldach der GHWRS mit Turnhalle war da vorgesehen. Aber dieses Flachdach ist für einen solchen Versuch aus verschiedenen Gründen nicht geeignet. Also hat man wieder einmal den zweiten Schritt vor dem Ersten gemacht. Ergebnis: heiße Luft und eine kleine Enttäuschung mehr.

Aber wenigstens in der Natur regt sich wieder alles zu neuem Leben. Das alles ohne Bürokratie und Selbstverwaltung.

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