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Bad Buchau am Federsee

Der Stadtstreicher Kolumne Nr. 120 ist erschienen.

Adelindisfest 2014 – 90 Jahre

„Zur Erinnerung an diesen Festtag, der Tausende nach Buchau führte und mit der Aufhebung des Stiftes 1802 endete, gründeten Buchauer Bürger nach dem Ersten Weltkrieg den Adelindisverein und gestalteten 1924 das Adelindisfest neu als Heimat- und Kinderfest.“ So steht es in der Einleitung in „Bad Buchau.de“.

Haben Sie von diesem 90. Jubiläum schon einmal etwas gehört?

Nein? Schämen Sie sich! Dafür wissen wir dieses Jahr von kompakten und risikoreichen Umstellungen des Festablaufs. Das heißt, wer das Federseejournal vom 27. Mai 2014 Ausgabe 11 liest, auch wieder nicht. Hier liest man folgendes: „Die altbewährten Festbestandteile wie Adlerschießen, Festgottesdienst, Vergnügungspark, Schülerbewirtung am Montagvormittag und der Höhepunkt des Festes, der historische Festumzug am Sonntag, haben ihre festen Plätze im Festverlauf…“.

Kein einziger Hinweis, dass dieser Festverlauf doch erheblich durcheinander gewirbelt worden ist. Oder doch nicht? Vielleicht war es eine Falschmeldung in der SZ? Soll ja laut Rathaus immer mal vorkommen. Im Jahreskalender der Kreissparkasse Biberach ist das Adelindisfest gar auf das Wochenende 27. bis 29. Juni 2014 angekündigt. Also bei so viel Umstellung und Durcheinander ein würdiges 90. Jubiläum zu feiern ist nicht einfach. Die einen werden 1 Woche zu früh kommen, die anderen zu falschen Uhrzeiten des Festablaufs, die man nun schon jahrzehntelang gewohnt ist.

Da kann man nur noch beten: „Oh, heilige Adelindis, vergib uns unser Durcheinander und stärke unseren Mut zu Veränderungen. “, wenn man überhaupt den Festgottesdienst in der Stiftskirche findet. Wer um 13,30 Uhr am Sonntag den Festumzug besuchen will, hat diesen leider verpasst und kann höchstens noch ein paar klägliche Reste im Festzelt antreffen. Aber nun wissen Sie wenigstens zuverlässig, dass wir das 90. Jubiläum des Adelindisfestes feiern. Ein doch stolzes Ergebnis. Jetzt kann man doch erwarten, dass Petrus dies auch respektiert und ausnahmsweise einmal ein Sonnenscheinwochenende bereit hält. Also dann viel Spaß!

Noch eine Besonderheit ist zum Jubiläum nachzutragen. Erstmals in der Geschichte wird ab 2015 ein Mitgliedsbeitrag eingeführt. Der Zuschuss der Stadt wurde auf 5.000 Euro um ein mehrfaches erhöht. Bisher reichte die breite ehrenamtliche Mitwirkung und der zahlreiche Spendeneingang aus der Bevölkerung sowie von den Betrieben/Handel immer aus, das Fest abzuwickeln, ja sogar wesentlich auszuweiten und auszustatten. Darüber nachzudenken lohnt sich.

Europa- Kreistags- und Gemeinderatswahlen

Der Wahlmaraton ist gelaufen. Wie üblich, ist die Wahlbeteiligung bei allen drei Wahlen in Bad Buchau nicht unerheblich unter dem Kreisdurchschnitt. Das gehört zur Tradition. Ansonsten liegen die Veränderungen bei der Europawahl im Trend des Kreises. Das gilt im Prinzip auch für die Kreistagswahl. Im Wahlkreis VI Bad Schussenried/Bad Buchau sind im Bereich Bad Schussenried zwei neue Kreistagsmitglieder gewählt, für Bad Buchau die bereits bekannten drei Vertreter Diesch, Scheffold und Mayenberger.

 

Die größten Veränderungen erfolgten zwangsweise im hiesigen Gemeinderat.

Die drei verbliebenen Bewerber aus dem alten Gemeinderat konnten sich wieder behaupten. 11 Gemeinderäte ziehen neu ein. Zweifelsohne eine Chance für einen neuen Anlauf des Gesamtgremiums, das sich „freiwillig“ aufgelöst hat. Entsprechend hoch sind die Erwartungen in mancherlei Beziehung. Jetzt sind alle Beteiligten gefordert, die verbliebenen wie die neuen Räte und vor allem auch die Verwaltungsspitze des Rathauses. Es wird nicht einfach werden, wenn man die alten Schienen nicht verlässt. Offenheit und Ehrlichkeit nach innen und außen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Diesbezüglich und vom Sachverstand her, hat die Verwaltung gegenüber den neuen Gemeinderäten zunächst eine uneigennützige Bringschuld und Aufklärungspflicht. Ebenso die Verhandlungsführung im Gemeinderat durch den Bürgermeister setzt maßgebende Akzente. Hier werden die Maschen aufgenommen, die später das Stricken der Muster ermöglichen.

In der Hoffnung, dass es kein Kettenhemd sondern ein wohliger, attraktiver Pulli für unsere Stadt wird und damit der Stadtstreicher seine Kolumnen verringern oder auf unpolitische Dinge verlagern kann, seien Sie gegrüßt. Es würde uns wirklich freuen.

PS.

Die FWV Fraktion hat zwei Sitze verloren (Verlust 25%), die CDU einen gewonnen; neu hinzugekommen ist der DU-Sitz. Im Gemeinderat selbst ist damit Stadtrat Weiss das Zünglein an der Waage. Aber der Bürgermeister hat auch Stimmrecht. So könnte auch er das Zünglein an der Waage werden. Man weiß ja sowieso oft nicht, wie er sich bei Beschlüssen entschieden hat. Er hält sich in der Meinungsäußerung wie beim Bekennen gerne vornehm zurück.