Der Stadtstreicher Kolumne 4

Sauberkeit, ist immer etwas feines. sie ziert nicht nur uns menschen innerlich und äusserlich, nein auch alles andere. wer will nicht mit sauberer weste dastehen? Oder zum beispiel eine saubere stadt, marktplatz, strassen, gehwege, plätze, anlagen und haltestellen haben? sauberkeit ist aber gar nicht so einfach. es erfordert zuweilen mehr als man glauben möchte. auch strengt es an, ist unter umständen sogar sehr mühsam, ja undankbar, das wissen nicht nur unsere frauen. das soll aber nicht heißen, dass es gar keine saubermänner gibt.

ich kenne einen, den ich bei meinem rundgang in unserer stadt immer wieder antreffe. meistens allerdings in demütigster stellung, sich in richtung boden neigend, eine kippe, eine flasche oder papierfetzen aufhebend. manchmal sehe ich ihn auch nur vom hinterteil her, unter einer ruhebank werkeln. dabei hat er immer gute laune und freut sich auf ein anerkennendes wort. egal ob er bei regen oder sonnenschein, selbst oft noch nach feierabend, tätig ist. ich glaube, du kennst diesen guten (unpolitischen und selbstlosen) geist unserer stadt auch! er ist beim städtischen bauhof beschäftigt, meistens mit einem handkarren unterwegs. unser goldstück, der unsere sauerei bzw, die unserer kinder aufräumt, tonnenweise. er versucht, auf ganz schlichte art, uns zur sauberkeit zu erziehen. ich jedenfalls habe ein ganz schlechtes gewissen und schon lange nichts mehr in den rinnstein geworfen. für mich ist er ein vorbild, dem man in seiner bescheidenheit und getreuen pflichterfüllung respekt entgegenbringen sollte. mehr achtung jedenfalls, als manch „sauberen“ herren in politik, wirtschaft, finanzen oder sonstwo mit schwarzem dienstwagen, die ein verhältnis zum schmutz jeder art leugnen.

so leuchten manchmal auch kleine sterne recht hell. und wir haben eine saubere stadt, zumindest im äußeren erscheinungsbild. aber das reicht ja auch…… oder etwa nicht?

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