Der Stadtstreicher – Kolumne 2

die nachricht würde mich glatt vom hocker hauen, wenn ich denn solch einen hätte: im jahr 2010 noch überhaupt kein ausschuss im buchauer

rathaus…

also ich glaube, hier geht’s um den ausschuss, der getagt haben könnte oder sollte oder eigentlich müsste, so für bausachen oder kultur oder schule oder soziales – nicht den ausschuss, der bisweilen gemacht wird, den gibt’s hoffentlich nach wie vor – worüber könnten denn die vielen räte und amtsleiter und der bürgermeister sonst streiten und mich ins grübeln bringen

bausachen – da wäre doch die sache mit dem götzburg gelände, eigentlich ja das wichtigste thema für unsere kernstadt – ich habe gehört oder zumindest verstanden, dass die sache endlich einmal richtig modern gelöst wird in buchau: mit investoren, wie man das heute so macht – abbruch, kein problem: abbruchinvestor – neue nutzung, kein problem: neuinvestor – und das elegante an der lösung: der interessent nr 1 – die buchauer – schauen zu, freuen sich und haben keine kosten

schöne neue welt – endlich auch in buchau – oder gefährliche neue welt –

da ging doch erst vor kurzem und global eine ganze menge schief in der welt der investoren und immobilien und finanzen und, und, und…

ich denke, die buchauer wollen ein schönes zentrum, das den charakter vom alten buchau für die neue zeit modern interpretiert –

und ich denke, investoren wollen geld verdienen – haben ja auch einiges verloren in der letzten zeit – geld, geld, geld…

ob da die buchauer und die investoren soviel gemeinsame interessen haben, wer weiß, wer weiß…

ich hätte erwartet, dass da ein bauausschuss viel nachzudenken und zu diskutieren und zu untersuchen und zu streiten und dann auch mal zu beschließen gehabt hätte – aber wie man jetzt hört, tagt der ja nicht mehr

der buchauer weg: kein streit, kein anspruchsvoller beschluss und vor allem: nix davon nach draußen lassen – friede, liebe, eierkuchen – lasst es investoren versuchen

ich glaube, da muss unser bürgermeister

noch mal nachdenken – man kann doch nicht so wichtige sachen weggeben –

halt: wegdelegieren – an investoren –

wann brechen die mal ab, wann bauen die neu und vor allem was, was kommt dahin, wie sieht das aus, was passiert mit dem alten stockerladen – wäre vielleicht besser gewesen, unsere stadt hätte versucht selber darüber zu bestimmen, wie dieser wichtige kernbereich aussehen soll – aber wie immer, die stadt hat kein geld

lieber bürgermeister: da kenn ich mich als stadtstereicher aus – ich hab auch kein geld

…übrig

aber einen notgroschen hab’ ich immer, habt ihr bei der stadt für euren kernbereich, für eure kernaufgaben das nicht…

investoren nennen das rücklagen, mit denen habt ihr ja jetzt zu tun – mit den investoren meine ich – auf die rücklagen hoffe ich

aber immerhin: der schultes hatte sich vor vielen jahren selbst zu einem „erfolgreichen wirtschaftsmanager“ ernannt, als er bürgermeister werden wollte – zusammen mit einem bauausschuss müsste die götzburg sache also doch zu stemmen sein – aber halt: gibt’s den jetzt noch oder nicht – ich meine natürlich den bauausschuss, den erfolgreichen bürgermeisterwirtschaftsmanger, den haben wir ja – auf jeden fall noch dieses jahr

bis bald euer stadtstreicher

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