Der neue Stadtstreicher No. 124 “ das und jenes“ ist erschienen.

Das und jenes und doch Wichtiges
Es ist ja angenehm, wenn man sich um Bürger bemüht, bloß fragt man sich, muss man deswegen einen ganzen Bezirk vom Verkehr „abriegeln“ und damit vielen Mitbürgern einen Umweg aufzwingen? Das Fazit daraus: man muss in Bad Buchau nur recht hartnäckig sein, dann kann man was erreichen. Täglich mehrmals im Rathaus anrufen und Rabatz machen, das ist es. Also liebe Bürger auf geht’s mit Ihren Sorgen – auch wenn es sich nur um Gegebenheiten handelt, die in wenigen Tagen wieder vorbei sind. Allerdings hört man von vielen Bürgern, das Rathaus sei nicht ganz so schnell, um Anliegen zu erfüllen oder gemeldete Beanstandungen zu beheben. Diese haben wohl noch nicht die richtige Taktik erprobt oder sind nicht ganz so stur und unbelehrbar, wie jene Eckhausbewohner, die eine Straße als ihr Privateigentum betrachten. Mit den Duldsamen treibt man die Welt um – auch hier in Bad Buchau. Wirklich sehr entgegenkommend, dass der Bürgermeister diese Verkehrsbeschränkungen beim Landratsamt nicht veranlasst hat. Natürlich weist er diese Verantwortung weit von sich. Immer, wenn es Ärger gibt, ist das Rathaus unschuldig. Manchmal mag das ja sogar stimmen.
Schön, dass es in Bad Schussenried – Kleinwinnaden im Zuge der L 284 demnächst eine Umgehungsstraße gibt. Es sei diesen Einwohnern vergönnt. Ob man in Bad Buchau noch an die östliche Umgehung unserer Stadt im Zusammenhang mit dem eventuellen Ausbau der Oggelshauser Landstraße denkt? Auch die Anlieger der Schussenrieder- und der Poststr. wären sehr dankbar. Hiervon hört und sieht man seit vielen Jahren überhaupt nichts mehr. Dabei soll angeblich dieses Thema im Zusammenhang mit der Ausweisung des Naturschutzgebietes „Südliches Federseeried“ für den Gemeinderat einmal so unheimlich wichtig gewesen sein, so die Recherchen. Heute einfach vergessen oder nur unnötige Umsicht von ehemals Verantwortlichen?
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und jedem Bürger wurde es bei Geburt eingeimpft, unserer Stadt Buchau war schon immer und ist bis heute bettelarm. Schon seit Jahren wendet sich dieser Zustand langsam aber sicher nicht unwesentlich. Gewerbesteuer und Einkommensteuer spülen Geld in die Stadtkasse SZ vom 06.10.14) und was früher Schulden waren, liegt heute auf der hohen Kante als Rücklage bei den Banken. Dumm ist nur, dass man dafür kaum Zinsen bekommt aber früher bei leerer Kasse sehr hohe Schuldzinsen bezahlen musste. Dennoch ist der Wandel doch mehr als erfreulich, wenn man den Hintern nicht mehr so zusammen zu klemmen braucht und man sich etwas mehr leisten kann zur Festigung oder Ertüchtigung der Infrastruktur. Jetzt müssen nur noch die Ideen geboren werden, wie man dieses Geld langfristig sinnvoll und gewinnbringend zum Wohlergehen der Stadt und seiner Menschen umsetzt. Wenn man das verantwortlich machen will, ist das nicht weniger mühevoll, als aus einem leeren Sack noch etwas hervorzuzaubern. Aber immerhin eröffnen sich jetzt Chancen für reale Kreativität und Bürgergemeinschaft. Es dürfte wohl das erste Mal in der langen Vergangenheit sein, dass Buchau seinem Bürgermeister und seinen Räten einen solchen Gestaltungsspielraum einräumt. Das verpflichtet.
Es wird immer bescheidener, wie die Werbegemeinschaft Bad Buchau-Federsee e.V. bei Sonderaktionen auftritt. Während in der Nachbarschaft seitenlang um die Gunst der Kunden geworben wird, sind es hier noch fünf Anzeigen. Davon ist eine Versicherung/Bank, die Kreissparkasse und die Adelindistherme. Diese haben aber gar keine Waren anzupreisen sondern vermitteln nur Dienstleistungen. Attraktiver geht es nun wirklich nicht mehr bei einem verkaufsoffenen Sonntag mit zwei gewerblichen Werbeanzeigen. Aber da ist noch der anonyme Kunsthandwerkermarkt als Rettungsanker. Kunsthandwerk in Bad Buchau? Bescheidene Ansätze, aber vielleicht wäre das ein Ausweg für die leeren Schaufenster das Jahr hindurch.

 

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