Der neue aktuelle Stadtstreicher Nr. 94

Bad Buchau im Jubiläumsjahr, schlecht für. . . eine fragwürdige Politik. . .

SZ Riedlingen vom 13. April 2013 „Schlecht für den Selbstwert, gut für den Stadtsäckel – Bad Buchau leidet unter sinkenden Einwohnerzahlen-spart sich dafür aber auch Kosten bei der Rechnungsprüfung.“ Um mit solchen Aussagen klar zu kommen, muss man erfahrene Fachleute suchen und sich mit diesen in das Gesamtthema einarbeiten. Der Stadtstreicher hat diese Möglichkeiten. Was der Buchauer Kämmerer Franz-Xaver Menz hier gegenüber der Zeitung aussagt ist alles richtig, nur viel zu einseitig dargestellt. Er hat also nicht gelogen, nur nicht die ganze Wahrheit preisgegeben.

Und diese sieht nach verschiedenen Recherchen so aus:

Mit den mehreren hundert Einwohnern, die Bad Buchau in den letzten etwa 15 Jahren verloren hat, hat man schon mehrere Hundertausende von Euros eingebüßt. Das, durch weniger Einkommensteuerbeteiligung und weniger Schlüsselzuweisungen des Landes. Beide Einnahmequellen hängen nämlich über komplizierte Berechnungen nicht unwesentlich von der Einwohnerzahl ab. Es sind jedenfalls jährlich wesentlich höhere Verluste als die 25.000 Euro, die man nunmehr bei der Rechnungsprüfung einspart. Hier wird ein Musterbeispiel präsentiert, wie man aus einem gravierenden Nachteil auch noch einen Vorteil erblicken kann. Eine fragwürdige Politik, die für das Buchauer Rathaus symptomatisch geworden ist. Die Bürger erhalten in Bad Buchau öfters nur Teile von Wahrheiten aufgetischt und zwar nur die, die man vom Rathaus gut verkaufen kann. Oder bloß solche Wahrheiten , die den Bürgern einen sanften Trost vorgaukeln. Denn es sind ja nicht nur diese finanziellen Wunden, die die geschwundene Einwohnerzahl aufreißt. Auch sind es meist Familien der mittleren Generation, die unsere Stadt verlassen. Die ganze Infrastruktur der Stadt mit zig Nachteilen wird damit schließlich wesentlich geschwächt. Das lässt sich kaum mit Zahlen belegen. Aber jeder der das Geschehen aufmerksam und kritisch verfolgt, beschleicht hier ein nachdenkliches Gefühl. Nicht nur am Ladenleerstand und den (überdurchschnittlich) sinkenden Geburtenzahlen. Es ist kein Trost zu erfahren, dass 1939, 1961 und 1970 die Bevölkerung noch niedriger war. Der Vergleich in einem solchen Zusammenhang ist sarkastisch. Wer wünscht sich schon auf diesem Zeitniveau wieder anzukommen? Die Älteren bekommen da eine Gänsehaut über den ganzen Körper.

So betrachtet büßt die Feststimmung des Jubiläumsjahres 2013 an Glanz ein. Mit den verschiedenen (auch ehrenamtlichen) Bürgerverdiensten der Vergangenheit die Gegenwart aufzupolieren, ist nicht neu, vor allem dann, wenn die kommunalpolitischen Erfolge im Rathaus nicht zu üppig ausfallen. Hier an grundlegenden und durchgängigen Verbesserungen zu arbeiten, sollte gerade über die Festtage besonders nachgedacht werden. Schließlich verpflichten diese Festtage zum Ansporn und nicht zum Ausruhen.

8 Responses to Der neue aktuelle Stadtstreicher Nr. 94

  1. Mehr als tausend Worte sagt:

    Lt. SZ hat der Bürgermeister persönlich gesagt: „Insofern hat der Bevölkerungsrückgang auch etwas Erfreuliches.“ Über diesen „Witz“ kann man nur in Tränen ausbrechen. Anscheinend von Tuten und Blasen keine Ahnung, auch wenn er Musiker ist. Von Kommunalverwaltung aber keinen blassen Dunst.

  2. Markus Schuster sagt:

    Wer die Gemeinderatssitzung verfolgt hat, dem dürfte auch nicht entgangen sein, dass Kämmerer Menz eine höhere Bevölkerungszahl die weitaus liebere Alternative wäre. Dies hat er ausdrücklich so betont.
    Wie schreibt der Stadtstreicher im Artikel oben? „Er hat also nicht gelogen, nur nicht die ganze Wahrheit preisgegeben“! Ich finde daran sollte sich auch der Stadtstreicher halten.

    • Berichtigung sagt:

      Dann hat halt die Zeitung nicht richtig berichtet. aber das lesen nun mal die Bürger. Der Stadtstreicher hat auf den Zeitungsbericht Bezug genommen und nicht von der Sitzung selbst berichtet. Das ist ein Unterschied Herr Schuster. Aber der Bürgermeister hat schließlich die Katze aus dem Sack gelassen.

      • Schwierig sagt:

        Wenn ich also die Kommentare richtig deute, ist es sehr schwierig mit dem Bürgermeister zusammen eine Äußerung zu machen, weil man da schnell der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

  3. Helmut Kohler sagt:

    Herrn Weiß gebe ich hier absolut recht, der sogenannte Rattenschwanz ist immens. Ein Modell zur Erholung der Infrastruktur sehe ich nicht, es liegt letztendlich wie üblich am Bürger. Müssig ist es, die Attraktivität der Stadt nur an Geschäften zu sehen, die es eh nicht mehr gibt, zweitens sind unsere jungen Menschen gezwungen, in anderen Städten zu Meriten zu kommen, denn Kessler und Co. sind Einbahnstraßen und wir kochen im eigenen Saft. Also Schrott. Die jungen Menschen müssen gehen, um was zu werden, gründen Familien oder leben ihr Leben, und da ist Buchau als Attraktion nur noch für Senioren und Rückkehrer interessant, die die Schnauze vom der allumfassenden europ. Superzivilisation voll haben. Meine Meinung!!!

    • Kepiz -Rony sagt:

      Diese Stellungnahme spricht mir aus dem Herzen, Bad Buchau wird ein Städtle für Senioren und Pflegende Fälle und ist am Sterben und die Firmen die noch in Kappel sitzen sind ohnehin begnadete Unternehmen des ehemaligen Hauptunternehmers Diesch- Hr.Diesch senior hat ja noch was zu Stande gebracht, na ja und die übrig gebliebenen aus dieser zeit sind heute auch schon alle über 65 und gehören zu den Leuten die Ihre Ruhe haben wollen. Von Hr.Weiß hört man auch nicht mehr viel und seine Angriffe auf die Hoheit im Rathaus. Meine Großmutter hat ja bereits 1946 Bad Buchau vor der Einäscherung gerettet mit Herrn Dr. Ladenburger sen. sonst hätten Ihre Landsleute(franz. Soldaten-)das Städtle zerbombt, Sie und Herr Ladenburger sen. sind mit weißer Flagge Richtung Kappel marschiert und haben verhandelt(meine Oma hat alles übersetzt,da sie ja Französin war) dass Bad Buchau nicht zerbombt wird und sich ergibt. Aber das ist leider nicht in der Geschichte/Chronik vermerkt worden,weil meine Oma leider nur eine französische Zwangsarbeiterin war. Leider sind dann damals alte Strukturen erhalten geblieben. Uns jungen Menschen bleibt doch nur die Abwanderung um endlich multikulturell zu werden. Vieleicht kommt mal ein Bürgermeister als Prinz und küsst das Städtle aus dem Dornröschenschlaf.

  4. Der Zuschauer sagt:

    Zu Kepiz -Rony ;

    Hören Sie von den restlichen 13 Räten mehr ?-! bestimmt nicht.
    Sie sollten nur mal etwas genauer hinhören, damit Sie auf dem neuesten Stand sind.

  5. Kepiz sagt:

    Mehr Bewohner in Bad Buchau ?

    Nun der Kämmerer hätte gerne mehr Einwohner für das arme Städtle, dann sollte man nicht nur an Erholungsgäste und Sumpftreter denken. Mehr tun heißt auch Industrie oder auch Logistikcentren ansiedeln und somit mehr Bevölkerung, dann weniger Schnittlauch Patroille fahren lassen, nur um eingereiste Altbuchauer, Ihre chice Autos bzw. SUV zu prüfen ob sie auch Ihre Steuern zahlen und Versicherungen. Vielleicht kommt mal einer auf die Idee und baut visa vis bei der Wuhrkapelle vor dem ehemaligen Bürgerstüble ein großes Bistro hin mit Multikultispeisen, damit die Blauen nicht immer dort das Schatzkästle auffüllen können für die gebeutelte Kreiskasse. Was waren es doch für Zeiten als noch den Pol.Obermeister Buck gab. Nun hat Buchau einen Bürgermeister der einer dynamischen Familie stammt,zumindest der Senior der einst die Musikkapelle im Griff hatte,da wurde noch ordentlich geblasen-und heute? Der Bürgermeister hat zugelegt in seiner Form,aber nicht in der Wertbeständigkeit des alten Traditionshauses Diesch. in den 50er Jahren und danach. Bad Buchau könnte doch der Nabel der Welt zwischen Zürich und Frankfurt am Main werden.