Bis Ostern müssen Ausflugsgäste und Eisenbahnfreunde noch warten

Wartungsarbeiten an der Öchsle-Bahn

KREIS BIBERACH (tf) – Bis Ostern müssen Ausflugsgäste und Eisenbahnfreunde noch warten um das Öchsle wieder dampfen und pfeifen zu hören. Derzeit wird im Warthauser Lokschuppen montiert, gehämmert, geschliffen, geschweißt, gesägt und gedreht: Die Mitglieder des Öchsle-Schmalspurbahnvereins machen die beiden Dampflokomotiven der Museumsbahn fit für die neue Saison.

„Rosa“ muss still halten: „Lok nicht bewegen“ steht als Warnhinweis an der Lokomotive mit der Nummer 99 716. Den Grund erläutert Benny Bechter, Vorsitzender des Schmalspurbahnvereins: „An beiden Seiten sind die schweren Treib- und Kuppelstangen demontiert, weil deren Lager aufgearbeitet werden müssen“. Die Stangen übertragen die Antriebskräfte auf die Räder und gehören zum typischen Anblick einer Dampflok. Tief im Inneren sitzt hingegen Benedikt Löffler: Er ist in die winzige Feuerbüchse geklettert um Roststangen auszutauschen, die ihm von Thomas Löffler durch die enge Öffnung gereicht werden. Die schweren Gussteile werden im Kohlenfeuer glühend heiß und verlieren im Lauf einer Saison bis zur Hälfte ihrer Materialstärke, „dann müssen sie raus“, sagt Löffler.
Während die Arbeiten an der 83-jährigen „Rosa“ für Bechter „normale Wartungsarbeiten“ sind, die pünktlich zum Saisonstart abgeschlossen werden können, liegt der Fall bei 99 788 „Berta“ anders. Die zweite Öchsle-Dampflok ist zuletzt 2007 gefahren und muss seither einer aufwändigen kompletten Überholung des Fahrwerks unterzogen werden. Die Vereinsmitglieder haben begonnen, wieder erste Teile zu montieren, aber noch „schwebt“ die Lok ohne Räder im Lokschuppen. Bechter hofft, sie im Lauf des Jahres wieder auf der Öchsle-Strecke dampfen zu sehen. Einen ungewöhnlichen Anblick bieten die seitlich montierten, fast 6000 Liter fassenden Wasserkästen, die innen und außen entrostet wurden und dem Betrachter nun im strahlenden Weiß der Grundierung entgegenblitzen.
Rund zehn Helfer, deren Arbeiten von Benny Bechter koordiniert werden,  kümmern sich jedes  Wochenende, bei Bedarf auch mal werktags, um die beiden Dampfloks als Prunkstücke der Museumsbahn zu erhalten. Auch die zwölf Wagen für bis zu 400 Fahrgäste werden von ihnen während der Saisonpause gewartet und sicherheitstechnisch überprüft, damit das Öchsle im Frühjahr wieder durch Oberschwaben dampfen kann.

INFO: Wer beim Öchsle mitarbeiten oder beim Verein Öchsle Schmalspurbahn e.V. hineinschnuppern möchte, kann sich mit Benny Bechter unter Telefon 0170/ 238 7850 in Verbindung setzen. Informationen gibt es auch im Internet unter „www.oechsle-bahn.de“ sowie „www.das-oechsle.de“.

Text: Thomas Freidank (tf)

Bilder:

BILD 1: Betrieb im Lokschuppen Warthausen: rechts 99 788 „Berta“ noch ohne Räder, jedoch mit überholten Wasserkästen in ungewohntem Weiß. Foto: Thomas Freidank

BILD 2: Thomas Löffler tauscht mit Benedikt Löffler, der im Inneren der Feuerbüchse verschwunden ist, verschlissene Roststäbe an der 99 716 „Rosa“ aus. Foto: Thomas Freidank

BILD 3: Im November war „Rosa“ noch auf Jubiläumsfahrt, jetzt muss sie zur „Lokpflege“ im Warthauser Lokschuppen still halten. Erkennbar ist, dass die typischen Antriebsstangen an den Rädern abmontiert sind.  Foto: Thomas Freidank

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