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Biberach unterstützt georgische Schulen

Georgische Botschafterin Gabriela von Habsburg besucht die Gebhard-Müller-Schule
Biberach unterstützt georgische Schulen

Biberach unterstützt georgische Schulen

Von Claudia Rummel

Biberach Die Botschafterin von Georgien, Gabriela von Habsburg, ist gestern zu Gast in Biberach gewesen. An der Gebhard-Müller-Schule sprach sie mit Schülern über das Land Georgien und ihre Arbeit als Botschafterin in Deutschland. Mit dabei waren sechs Schüler aus der georgischen Partnerstadt Telawi, die seit dieser Woche zum Austausch in Biberach sind. Sie sind bei Elftklässlern des Wirtschaftsgymnasiums untergebracht. Die deutschen Schüler interessierten sich für das Schulsystem in Georgien. Von Habsburg erzählte, dass die Menschen in Georgien schon immer gut ausgebildet waren, nur oft mit ihrem Studienabschluss nichts anfangen konnten. Es gab keine Arbeit und so waren sie trotz vieler Qualifikationen arm. Auch jetzt streben die meisten Georgier einen Universitätsabschluss an. Nach der Gesamtschule, die alle gemeinsam besuchen, hat jeder Schüler die Chance, auf eine Uni zu gehen. Mit staatlichen Prüfungen können sie sich dafür qualifizieren.

Allerdings fehlen dem Land die Handwerker. Es gibt nur wenige Berufsschulen. Die Biberacher Berufsschulen setzen hier an. Derzeit hospitieren zwei Lehrer einer Berufsschule in Telawi an der Karl-Arnold-Schule in Biberach. Sie sehen, wie die Ausbildung an Schulen in Deutschland funktioniert und bekommen Einblicke in die Werkstätten und Unterrichtsmethoden. Die Sprachbarrieren werden dank der georgischen Austauschschüler überwunden.

Welche Entwicklung Georgien in den vergangenen Jahren durchlebt hat, erzählte Gabriela von Habsburg. Das Land war geprägt von Korruption, es herrschte eine hohe Arbeitslosigkeit, den Menschen ging es schlecht. Die Rosenrevolution veränderte im Jahr 2003 alles. „Die Menschen haben sich zusammengesetzt und überlegt, wie sie ohne Blutvergießen etwas ändern können“, sagte von Habsburg. Mit einer Rose in der Hand marschierten sie zum Parlament.

„Stabile Entwicklung ist wichtig“

Es gab eine große Polizeireform, alle korrupten Verkehrspolizisten wurden entlassen. Außerdem tolerierte das Land keine Gewalt und keine Verbrechen mehr. Die Revolution war erfolgreich. Die Korruption hat sich stark verringert und die Sicherheit ist gestiegen. „In Zukunft ist eine stabile Entwicklung der Demokratie wichtig“, sagte von Habsburg. Das Land sei auf einem guten Weg, aber es gebe noch etwas zu tun. Interessiert waren die Schüler auch am Werdegang von Gabriela von Habsburg, der Tochter des im Vorjahr verstorbenen Otto von Habsburg und somit Enkelin des letzten Kaisers von Österreich, Karl I. Die Österreicherin lebte lange in Bayern und Berlin. Durch ihre Kunst kam sie nach Georgien. Sie stellte in dem Land aus und unterrichtete dort auch Studenten. Mit ihnen zusammen verwirklichte sie ein Rosenrevolutionsdenkmal. Zur Einweihung kam der Präsident und brachte für von Habsburg ein besonderes Geschenk mit: die georgische Staatsbürgerschaft, als Anerkennung für ihre Arbeit in dem Land.

Sie erzählt, sie habe sich in dem Land sofort zu Hause gefühlt. Ihr gefalle die kulturelle Vielfalt und die Gastfreundschaft der Georgier. Damit gab sie den deutschen Schülern gute Aussichten, denn sie werden in drei Wochen ihre Austauschschüler nach Georgien begleiten.