Bad Buchau, geringe Erschütterungen durch seismologische Kleinsprengungen

Seit gut einem Jahr führt die Moor-Heilbad Buchau gGmbH ein Projekt zur „Tiefengeothermie“ durch. Derzeit erfolgt die seismologische Tiefenerkundung mittels mehrerer Kleinsprengungen wie Geschäftsführer Walter Hummler erklärt. Bei dem Projekt zur „Tiefengeothermie“ wird untersucht, ob in ca. 2000 Meter Tiefe heißes Wasser vorkommt. Die veröffentlichten und genehmigten Untersuchungen der tiefen Gesteinsschichten sind im Moment in vollem Gang. Es werden ca. 400, jeweils 3 Meter tiefe Löcher in die obere Moorschicht gebohrt. Jeweils 10 Löcher bilden ein Gruppe: 9 Löcher werden mit Geophonen ausgestattet und das 10. Loch mit einer kleinen Sprengladung, die dann gezündet wird. Die dadurch ausgesandten Schallwellen geben Aufschluss über die Schichtung des Grundgebirges im Erwartungshorizont in ca. 2000 Metern Tiefe.

Entgegen den Zusicherungen der Fachingenieure kommt es zu stärker spürbaren Erschütterungen durch die Sprengungen, als zu Beginn angenommen. Der Geschäftsführer der Moor-Heilbad Buchau gGmbH betont: „Es tut uns leid, dass wir die Bevölkerung zum Grad der Erschütterung vorab nicht ganz korrekt informieren konnten.“ Die Feuchtigkeit im Boden, zurückzuführen auf den aktuell hohen Wasserstand, sowie das Moor führen dazu, dass die Wellen der Sprengung durch den Boden weiter fort getragen werden, als angenommen.

Bundesverband Erneuerbarer Energie e.V.

Die tatsächlichen Erschütterungen liegen zwar weit unter dem genehmigten Wert, sie sind jedoch in nahegelegenen Häusern gut spürbar. Es besteht aber keinerlei Gefahr für angrenzende Häuser oder die Bevölkerung.

Nach Ende der Erkundung vor Ort werden Gutachter endgültig Entscheiden- für oder gegen das Projekt „Tiefengeothermie“ . Das Tiefengeothermieprojekt wird nur umgesetzt, wenn die Chancen die Risiken bei weitem überwiegen“so die M-H-B- Bad Buchau.

Geothermische Tiefenstufe (geothermischer Gradient)
Die geothermische Tiefenstufe ist die Tiefe, in der sich die Erdkruste um ein Grad Celsius erwärmt, und steht damit für den Temperaturgradienten derselben. Eine solche Erwärmung erfolgt durchschnittlich alle 33 Meter, wobei man aufgrund dessen auch oft einen Gradienten von 3 °C pro 100 Meter angibt.
Es treten jedoch erhebliche Abweichungen von diesem Mittelwert auf, so zum Beispiel auf der Schwäbischen Alb mit 11 Metern oder in Südafrika mit 125 Metern. Diese Abweichungen sind unter anderem durch die örtlich variierende Mineralogie, Geologie, Morphologie und besonders vulkanische Aktivität bedingt. Hervorgerufen werden die höheren Temperaturen durch höheren Oberflächenwärmefluss. Die Wärme im Erdinnern stammt zu 70 Prozent aus radioaktiven Zerfallsprozessen im Erdmantel und Erdkern und zu 30 Prozent aus der aufsteigenden Restwärme aus der Zeit der Erdentstehung.
.

Heute vor einem Jahr,

Fast auf den Tag genau, Gemeinderat hält öffentliche Sitzung ab, 9 Februar 18.00 Uhr Beginn um 18.00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Tagesordnung: 1. Planungsstand Projekt „Geothermie“: Sachstandbericht durch den Geschäftsführer der Moorheilbad Buchau gGmbH Herrn Walter Hummler;

One Response to Bad Buchau, geringe Erschütterungen durch seismologische Kleinsprengungen

  1. Buchauer sagt:

    Wir haben hier als unmittelbar angrenzende Anwohner nur „zufällig“ und über Nachbarn mitbekommen, dass es durch die Sprengungen wohl zu starken Erschütterungen gekommen ist.
    Über diese „Tätigkeiten“ sind wir jedoch nicht informiert worden.
    Wieso wird eigentlich nicht die Bevölkerung bzw. die betroffenen Anwohner um Erlaubnis gefragt?
    Auf Nachfrage beim Führungsstab (Rathaus) wurde uns arrogant mitgeteilt, dass zwar die Stadt Bad Buchau die Genehmigung hierzu erteilt hat, jedoch die Verantwortung bei der „M-H-B- Bad Buchau“ liegt!
    Das ist wieder mal typisch, wenn es um Verantwortung geht ziehen die „feinen“ Herren der Stadtverwaltung sich zurück und sind ja dann fein heraus.
    Wer kommt denn für etwaige Schäden am Haus auf wenn durch die starken Detonationen etwas passiert? Was ist, wenn spielende Kinder durch z. B. stromführende Kabel oder andere offen liegende Gegenstände die im Zusammenhang mit den Arbeiten stehen, verletzt werden?
    Mir stinkt dieses arrogante Gehabe der „feinen Herren“ hier in Bad B. schon lange.
    Aber solange die „braven“ Bürger schön „s Maul“ halten und brav alle Steuern und Gebühren zahlen ist ja alles in bester Ordnung!

    Wenn man jedoch als Bürger ernste Anliegen hat (zB. Hochwasser / Druckwasserproblematik) oder wenn es um Fehlplanungen mit deren Konsequenzen für den Bauherren geht (z.B unsinnige Bauauflagen) dann wird man hier in Bad B. ganz schnell allein gelassen.