Atomares Endlager im LK Biberach?

Nicht nur in Norddeutschland gibt es Gebiete die sich zur Endlagerung atomaren Abfalls eignen. Von der Bodenbeschaffenheit her besonders geeignet ist auch die Region Oberschwaben.

Was das ZDF eher humorvoll verarbeitete hat einen realen Hintergrund. Wie sich nun herausstellte, erteilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe den Auftrag, eine Studie über die mögliche Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland zu erstellen. Die Studie ist öffentlich zugänglich. Demnach wäre ein Endlagen um Riedlingen, eventuell im Bussen, denkbar.

Beinahe jedes 4. Atomkraftwerk steht in Baden-Württemberg. Das bisherige Endlager Asse scheint einzustürzen und Gorleben scheint ebenfalls ungeeignet als Endlager für hochradioaktive Abfälle. Die im Norden gelegenen Bundesländer sind immer weniger dazu bereit ein Endlager für den zum großen Teil aus dem Süden stammenden Abfall einzurichten. Jährlich fallen in deutschen Kernkraftwerken Hunderte Tonnen ausgedienter Brennelemente an. Hinzu kommen Abfälle aus Wiederaufbereitungsanlagen, Brennfabriken, Urananreichungsanlagen und stillgelegten Reaktoren. Die Endlagerung dieser schieren Mengen an Abfall wird immer mehr zum größten Problem der Kernenergie.

Der stärkste Befürworter der Atomenergie ist Ministerpräsident Stefan Mappus. Wie kein anderer hat er für eine Verlängerung der Laufzeiten gekämpft und schoss gegen Bundesumweltminister Röttgen, welcher sich eher für einen Ausstieg mit Augenmaß einsetzte. Als die Union die Laufzeit-Verlängerung der Atommeiler diskutierte, befand Mappus, er sei nicht länger bereit „die Eskapaden des Bundesumweltministers“ zu akzeptieren. Er verlangte von der Kanzlerin, ihn zu feuern. „Es wäre aber völlig inakzeptabel, wenn das die Konsequenz hätte, dass zwei Reaktoren, darunter Neckarwestheim I, abgeschaltet werden müssten. Das ist mit uns nicht zu machen. Denn das wäre das schiere Gegenteil von dem, was man unter Redlichkeit in der Politik versteht.“ – Stefan Mappus, Stuttgarter Zeitung 11.02.2010.

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7 Kommentare zu Atomares Endlager im LK Biberach?

  1. grün sagt:

    Und deshalb steige ich schnell auf biogas um. Wir wissen inzwischen alle, dass die Brennstäbe sehr sehr lange Wärme und Strahlung abgeben. Oberschwaben hält ja immer noch 45 % der EnBW Aktien und könnten deshalb ihren Atommüll vielleicht hier entsorgen/endlagern müssen.

  2. annax sagt:

    riedlingen strahlt bald

  3. AndyM sagt:

    Scheiß drauf, die Reidlinger sind doch eh schon alles verstrahlt, da macht son bischen Atommüll den Bock au it Fed

  4. neue Endlager in Sicht sagt:

    ja, da gibts doch noch ne Möglichkeit unterm Bussen… liebe Angela.

  5. zukunft sagt:

    Was mich empört, ist die Tatsache das wir die Steuerzahler für den Müll von privaten Kernenergie Unternehmen zahlen sollen.
    Zudem gibt es bis heute weltweit kein sicheres Endlager.
    Dies wird es auch nie geben denn wir reden hier von einer Zerfallszeit von zigtausend Jahren. Mal abgesehen davon ist es einfach moralischer Mist wenn die, die nach einem Unfall übrig bleiben, keine Chance mehr für einen Neuanfang haben da alles verstrahlt ist. Gehen Sie doch bitte mal nach Tschernobyl und schauen sie es sich an. Übrigens waren damals 500000 Menschen im Einsatz um eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Wir waren kurz davor halb Europa zu verstrahlen denn die Kettenreaktion die verhindert wurde, hätte einer 200 Megatonnen Atombombe entsprochen. Der Preis, tausende sind an den Folgen gestorben und ca 200000 an Krebs erkrankt. In Deutschland ist der Schilddrüsenkrebs seitdem gestiegen und es lässt sich nachweisen, woher das eingelagerte Jod stammt.
    Gorleben ist bald voll und wohin dann? Die EnBW hat ja viele Teilhaber ( OEW) im Schwäbischen Raum für die Atommüllentsorgung…..
    Wer die Karte oben im Artikel sieht, weiß wohin die Castortransporte bald gehen werden. Endlager Kreis Riedlingen!
    Soll so die Zukunft unserer Kinder, Enkelkinder aussehen?

    @ Mappus, behalte deinen Müll !
    Mappus( CDU) : „Ja Angie, das bekommen wir hin. Habe eine treue CDU Wählerschaft im Süden. Die paar Demonstranten bekommen wir in Griff. Die Wasserwerfer stehen jetzt schon in Biberach bereit.“

  6. atommüll lager gesucht sagt:

    ohhh…. da wird die EnBW schon fündig werden, die OEW bietet sicherlich das Endlager hier an, hat ja schon immer kräftig am Atommstrom Profit gemacht…….

    Berlin/Stuttgart –

    Der designierte baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich offen dafür, einen geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager auch in seinem Land zu suchen.

    „Selbstverständlich“ würde er als Ministerpräsident auch die Untersuchung von Tonschichten in seinem Bundesland zulassen, sagte Kretschmann der „Bild am Sonntag“. „Alles, was geeignet ist für atomare Endlager, muss untersucht werden. Da ist niemand ausgenommen.“ Bisher wird nur im niedersächsischen Gorleben der dortige Salzstock als Lagermöglichkeit erkundet.

    Als Bedingung für die Bestimmung eines Endlagers nannte Kretschmann das Aus aller deutschen Atomkraftwerke. „Erst wenn alle Meiler abgeschaltet sind, wird man erfolgreich ein Endlager ausweisen können.“ Erst dann „kann man Verständnis dafür erwarten, dass der Müll, der schon da ist, irgendwohin muss“.

  7. heinz weiss sagt:

    … schon komisch, Atommüllendlager ein Thema welches heute in der SZ-Riedlingen diskutiert wird. Amfedersee.de hat bereits am 22.April in einem Artikel darauf hingewiesen. Ob das wohl ernst wird mit dem Atommüll im Landkreis?
    .

    SZ-Riedlingen 27.4.11
    Bürgermeister Petermann hofft auf eine sachliche BerichterstattungRiedlingen / sz
    Das Medieninteresse an Riedlingen als möglichem Atommüllendlager veranlasste am Mittwochmorgen Bürgermeister Hans Petermann seine Gemeinderäte per E-Mail zu informieren. Petermann schreibt: „Die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender hatte offenbar das Bedürfnis, unsere Stadt in einem Presseinterview zu Ostern damit zu beglücken, dass sie den Bereich um Riedlingen als geeigneten Standort für ein Atommüllendlager ins Gespräch brachte. Das brachte und bringt uns ein Medieninteresse, auf das wir durchaus verzichten könnten.

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