Ansturm auf Waffenläden in Wien – Immer mehr infizierte Polizisten

Denn wenn sich Polizisten und andere Ordnungshüter in wachsender Zahl mit dem Krankheitserreger infizieren und deshalb ausfallen, haben Kriminelle leichtes Spiel.

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Es war nur eine Meldung unter vielen in Zeiten der Corona-Epidemie, aber eine, die es in sich hat: In Wien kam es in den letzten Tagen zu einem Ansturm auf die Waffengeschäfte der Stadt. Die Käufer deckten sich vor allem mit Munition ein. In Österreich sind die Waffengesetze liberaler als etwa in Deutschland. Deshalb besitzen dort relativ viele Bürger eine Schusswaffe, nämlich über eine Million bei knapp neun Millionen Einwohnern. Beobachter sehen diese Hamsterkäufe in einem klaren Zusammenhang mit der auch in der Alpenrepublik grassierenden Coronavirus-Epidemie.

Offenbar erkennen immer mehr Bürger die Gefahr, die von der Epidemie für die öffentliche Sicherheit ausgeht. Denn wenn sich Polizisten und andere Ordnungshüter in wachsender Zahl mit dem Krankheitserreger infizieren und deshalb ausfallen, haben Kriminelle leichtes Spiel.

In ähnlichen Situationen wie beispielsweise bei regional begrenzten Blackouts kam es in der Vergangenheit zu einem deutlichen Anstieg schwerer Verbrechen wie Körperverletzungen, Plünderungen, Brandstiftungen und Tötungsdelikten. Es gibt ein großes Klientel an gewaltaffinen Personen zumeist männlichen Geschlechts, das keine Skrupel hat, die Schwäche der staatlichen Ordnungsmacht in einer Krisenlage brutal auszunutzen – zum Schaden der Bevölkerung.

Deshalb gehen vorausschauende Menschen in wachsender Zahl dazu über, selbst für ihre Sicherheit und den Schutz ihrer Familien Sorge zu tragen. Auch für die deutsche Polizei ist die Coronavirus-Epidemie längst zu einer Belastungsprobe geworden.

»Diese Krise ist nicht nur eine des Gesundheitswesens, sondern auch eine der Sicherheit und Ordnung«, warnte kürzlich der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, in einem Interview. Weil Polizisten berufsbedingt mit vielen Bürgern und Kollegen Kontakt haben, gelten sie als Risikogruppe mit hohem Infektionsrisiko. Einem Pressebericht zufolge sind bundesweit bereits 120 Polizeibeamte an COVID-19 erkrankt. Weitere 1.500 sollen sich in häuslicher Quarantäne befinden, etwa zwei Drittel davon in Baden-Württemberg, gefolgt vom Saarland, Schleswig-Holstein und Bayern.

Bereits vor einigen Tagen wurde aus anderen Quellen gemeldet, dass allein in Berlin 307 Polizisten und Polizeiangestellte wegen des Verdachts auf eine Infektion mit dem Coronavirus nicht dienstfähig seien. Auch 39 Feuerwehrleute sollen in der Hauptstadt von der Seuche betroffen sein. Und wir stehen noch ganz am Anfang der Epidemie!

Zwar heißt es von verantwortlicher Seite, dass die Funktionsfähigkeit des Sicherheitsapparates gewährleistet sei. Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Niemand weiß, wie die Situation in einigen Tagen oder Wochen aussehen wird, sollte es nicht gelingen, die Verbreitung des Virus in Deutschland zu stoppen, wonach es gegenwärtig nicht aussieht. Es steht deshalb zu befürchten, dass sich die Personalsituation bei der Polizei in den nächsten Wochen weiter zuspitzen wird und zumindest in einigen Regionen Deutschlands nicht mehr genügend Beamte zur Verfügung stehen werden, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Gänze gewährleisten zu können.

Der in jüngster Zeit wieder häufiger zu hörende Vorschlag, die Bundeswehr heranzuziehen, um in der aktuellen Krisensituation mögliche Personalausfälle bei der Polizei zu kompensieren, wäre nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Denn das erlaubt den bewaffneten Einsatz der Streitkräfte im Innern nur im Verteidigungs- und Spannungsfall, nicht aber zur Übernahme von polizeilichen Aufgaben.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass zumindest in Österreich und auch den USA immer mehr Bürger Waffen und Munition kaufen, um sich im Ernstfall selbst schützen zu können.

Über eine ähnliche Entwicklung in Deutschland haben die Medien bislang nicht berichtet. Bleiben Sie gesund – und sicher!

Kopp-Report

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